Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-941254
Zwischen zwei Welten. 
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der nämlichen Sache. Ein mystischer Ratgeber Friedrichs il I  
Johannes Lichtenberger, kiindete aus der Lage der Gestirne 
das Auftreten des großen Widersachers an, des ,,Sohnes des 
Verderbens". Der Asirolog Johannes Müller sah eine neue 
Sintflut kommen. Maximilians Geheimschreiber Griinbeck 
sammelte sorgfältig alle Beobachtungen. Die Zeichen hatten 
Wissens chaftswert, prophetische Kraft wurde den Asirologen ge- 
glaubt selbsk von den Fürsten des Geistes. Ein Erasmus, ein 
Melanchthon, ja sogar ein Luther waren befallen vom gleichen 
Massenwahnsinn. 
So dachte und so fühlte das deutsche Volk jener Zeit, 
dasselbe Volk, das gotische Dome baute und in lichten 
Städten wohnte. Wie sollen wir den Widerspruch uns 
deuten? 
Das zu ergründen, müssen wir noch einmal hinunter- 
tauchen in die Zeiten. 
4. 
Das .Durcheinanderwogen von Sonne und Nebeln im 
nordischen Urlaub findet einen Wiederschein auch in der 
Mythologie der Germanen. Sie hat eine sehr lange Ge- 
schichte gehabt, unsere Mythologie, doch nur ganz ungefähr 
vermögen wir zu sagen, wie eins zum andern wurde. Worte 
sind wie Flüssigkeiten, die sich gerne mischen. Nicht so scharf 
wie bei den festen Schichten des Erdreichs und ihrer klaren 
Lagerung trennt sich für unseren Blick bei sprachlichen Alter- 
tümern das Frühere vom Späteren. Immerhin treten ge- 
wisse Hauptzüge der Entwicklung klarer'hervor. Wir wollen 
sie zu fassen suchen. 
Die niedere Welt der Dämonen und des Zauberglaubens 
leitet wie jede andere Mythologie auch die des Nordens ein. 
Solche kleinen, engjichtigen Gedanken nnd wie eine erste 
Steppensiora, die ein noch -unbebautes Land dem höheren
        

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