Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-943118
Der MenscheUfVk)U- 
20I" 
O Haupt, forth? schön gekrönet 
Mit höck)sIer Ehr und Zier, 
    
Gegrüßet sey? du mir. 
Dann der stille Ausklang für unser Empsinden, ein 
Gegenstand, auf den Oürer auch sonst immer wieder zurück- 
kommt: das Schweißtuch der Veronika. Die Heilige, zwischen 
Peter und Paul stehend, breitet es aus und weist uns das 
Haupt. Uns heute kann der Anblick kaum iiberraschen. Wir 
können uns den Menschensohn gar nicht mehr anders denken 
als in diesen Zügen. Von Anfang an, meinen wir, müsse die 
christliche Kunst ihn gerade so gestaltet haben. Das ist ein Irr- 
tum. Dürer allein hat den Kopf herausgebildet in dieser be- 
sonderen Art, durch seine Augen sehen wir heute das Haupt der 
Christenheit. Wenn irgendwo, so kündet sich hier die zwingende 
Kraft eines Künstlers, dem es gegeben ist, die Anschauung 
zahlloser Menschen und vieler Jahrhunderte zu bestimmen 
nach seinem eigenen seelischen Er-leben. 
Sein eigenes Erleben: das ist zu betonen, denn das ist das 
Geheimnisoollste am Verhältnis Dürers zum Neuen Testa- 
ment, daß die äußere Erscheinung Christi, je mehr Dürer sich 
in sie hineinlebt, um so ähnlicher dem Menschen Dürer wird. 
Wie das geschehen konnte? Wir wollen der Frage erst nach- 
gehen, wenn wir die anderen Werke dieser Richtung kennen 
lernten.  
Z. 
Nooh einmal, gleich nach Vollendung der kleinen Passion, 
ging Dürer daran, das Leben des Herrn zu erzählen. Noch 
skiller, noch abgeklärter wollte er sein, und wählte er den Stich 
als Mittel des Ausdrucks. 
Die ,,geIkochene Pafi7on", die so unmittelbar neben die 
kleine gestellt ist, hat nicht ganz deren sichere (8efchlosfenheit
        

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