Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-942907
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Gesieigerte Größe. 
annehmen, daß lDürer ursprünglich auch auf seiner Doppel- 
tafel noch das Beiwerk hatte, das die Geschichte des Sünden- 
salles noch biblisch ans chaulich erzählt. Zwar längst nicht mehr 
so volkstümlich ausführlich wie der Kupferstich, aber doch 
noch verständlich. Es muß Dürer, als er das Bild nach 
einiger Zeit überprüfte, zu gotisch und zu anekdotenhaft er- 
schienen sein, und so r"iberging er den F2intergrund und ließ 
außer den Steinen am Boden nur noch den Baumstamm 
mit der Schlange stehen. Wir heute bedauern es als eine 
Verarmung. Als Dürer später fiel) wieder ganz dem Deutsch- 
tum zuwandte, da ließ er gerade solches Beiwerk in drängender 
Fülle wieder herein. Einsiweilen aber war er dem  
wesentlichen" abhold, und die Entwicklungslinie, die sich vom 
Kupferstich über das tierbelebte Doppelbild hinüberzieht 
zum tierlosen, war für ihn bindend auch in der folgenden Zeit. 
2. 
Die ersten deutschen Bes?ellungen kamen. Zunächst 
eine von Kurfürit Friedrich dem Weisen.  Die Marter der 
zehntausend Christen unter dem Perserkönig Sapor sollte 
der Gegenstand sein. Im Sommer 15o7 wurde die meter- 
hohe Tafel in Auftrag geben, 28o Gulden rheinisch waren- 
ausgesetzt. 
Dürer hatte die grausige Legende schon einmal erzählt 
in einem frühen Holzschnitt der neunziger Jahre, als die- 
quälenden Gesichte der Apokalybse noch Macht über ihn 
hatten. Das lag nun lange hinter ihm. Aber so gleichgültig 
ihm jetzt das Blatt inhaltlich war, ein so starker Anreiz war 
ihm das Formale. Akte zu ganzen Haufen, in den ver- 
schiedensten Stellungen, und perspektivisch kunftvoll zu 
gruppieren. Beides, Akt und Perspektive, hatte er nach 
seinen neuen Erfahrungen im frühen F;olzschnitt ganz kindlich-
        

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