Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-942766
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Venedig. 
berg mitnahm, hat er bis Ende Februar schon an den Mann 
gebracht. Die Maler mögen ihn noch immer nicht recht, aber 
die Edelleute finden trotzdem den Weg in seine Werkstatt. 
So groß ist oft der Andrang der Vesucher, daß er sich ver- 
leugnen muß. 
Als er endlich die Altartasel fertig hat, da ist auch sein 
Sieg vollständig. Dem Manne des Erfolges geben selbst 
die welschen Maler zu, daß er doch auch außer dem Stechen 
noch etwas verstehe. Sie haben ,,schoner Farbe" und ,,erhabner 
lieblicher Gemäl nie gesehen-, ist nun ihre Rede. Der Doge 
Leonardo "Lardano und der Patriarch von Venedig, Herr 
Antonius Surianus, bemühen sich höchstselbst in die Werk- 
statt des Deutschen, das Bild in Augenschein zu nehmen, 
von dem so viel die Rede ist. 
Auch in Venedig ist Dürer nun ein gemachter Mann. 
Bildnisaufträge laufen ein. Mehr noch: man bemüht sieh, 
die schäizenswerte Kraft im Land zu halten und bietet Dürer 
ein Jahresgehalt von 2oo Dukaten an, falls er nur bliebe. 
-Es war eine starke Versuchung. Dürer fühlte sich wohl in 
Venedigs vornehm gesellschaftlicher Umwelt. Die allgemeine 
Verehrung, die er als anerkannter Künstler überall fand, 
empfand er um so dankbarer, wenn er sie mit der niederen 
Schätzung in der Heimat verglich. Und dennoch blieb er fest. 
,,O wie wird mich nach der Sonnen frieren! Hier bin ich ein 
Herr, daheim ein-Schmaro15er." Es hat ihn nicht hindern 
können, das stolze Herrendasein preiszugeben und wieder 
zurückzukehren in den Norden. 
Z. 
Das Nosenkranzbild, das Dürers venezianische Zeit be- 
herrscht, führt heute ei1x zurückgezogenes Dasein im Prä- 
monikratensersiift Straohow zu Prag. Es hat viel durchmachen
        

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