Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-942590
Der Malergentiluomo. 
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jeden Tadel auf sich nehmen? Er versteht nicht alles, was 
der Gentleman dran auszufegen hat, wird aus seinen dunklen 
Andeutungen nicht recht klug. Aber das liegt natürlich nicht 
nur an der Zurückhaltung des Fremden, sondern auch an 
-seiner eigenen deutschen Dummheit und Jugend. In Italien, 
mochte der aus Venedig bramabasieren, weiß jeder An- 
fänger besser Bescheid. Dürer mußte ihm wohl glauben, 
und die große Sehnsucht nach dem Süden, die über alle 
kommenden Geschlechter so Viel Gewalt azusübte, ging in 
ihm auf. 
Als Dürer später wirklich in Italien war, kam ihm 
wohl eine Ahnung von der Wahrheit. ,,Auch laß ich Euch 
wissen", schreibt er an Pirkheimer, ,,daß viel besser Maler 
hier sind weder draußen Meister Iacob isk." Das aber geht 
vorüber. Beiden andern merkte ers, wenn sie ihm sein ,,Ding" 
nachmachten und zum Dank noch zeterten: ,,es sei nit antikisch 
Art, darum sei es nit gut'-. Bei Iacobo blieb er verblendet. 
Als Alternder, lange nach Barbaris Tod, schreibt Dürer 
jene Sätze von dem Verstorbenen, der den Stein der Weisen 
hatte, wert eines neuen Königreichs, und dem er doch nicht 
folgen konnte. Er bittet die Prinzessm der Riederlande, 
ihm Jacobos Skizzenbuch zu schenken, in dem er Andeutungen 
zu Enden hofft. Das aber war schon einem anderen zu- 
gesagt. So groß war die Macht des weltgewandten, in jeg- 
licher Verstellung sicheren Gentiluomos über den nordischen 
Barbaren! 
Z. 
Wir gehen über zu den wichtigsten Werken, die unter 
sBarbaris Einfluß entstanden, zu dem, was die Antike in 
der Vermittlung des Iacobo auf Dürers Lebenswerk wirkte. 
Am Eingang sieht ein Kupferblatt, das größte, das 
Dürer jemals aus der Hand gab: der ,,heilige Eufiachius".
        

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