Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-942321
I22 
.Kirä)e und Welt. 
Die beiden Schlußblätter sind spätere Zutat: ,,Christus" 
in der Borhölle" und ,,Auferstehung". Wäre die Kunst nichts 
als Form, so würde man ihnen den Preis geben müssen. 
Als Ausdruck aber nnd sie ohne Belang im Hinblick auf 
,,Golgatha", ,,Kreuzigung" und ,,Beweinung". Ganz des 
reifen Dürer unwert ist der Myskerienspuk im Höllenbild. 
Christus selbst hat, es gibt keinen anderen Ausdruck, etwas 
Rubenshaftes. Er zeigt uns feinen schönen Körperbau. Sein 
Benehmen im Verkehr mit den tief unter ihm stehenden 
Kellerbewohnern der Hölle ist weltmännifch sicher, die Aus- 
führung des 8aubers?ückes der Auferstehung beinahe elegant. 
Es war Zeit für den Dürer von 151o, diese Überschäizung 
von sich abzutun, wenn er nicht ein lateinischer Dürer werden 
wollte, ein Vasall wie nach ihm Rubens. 
2. 
Im MarienIeben hat Dürer sich wieder heimgefunden 
zum Besten im Volkstum. Das gefürchtete Jahr war vorüber- 
gegangen, und noch stand die Welt. Die Kassandraleute wollten 
damit noch nicht widerlegt sein und setzten auf ein neues dem- 
nächst fc"illiges Jahr. In Dr"irer wurde es ruhiger. Die Apoka- 
lypse hat ihn als Maler nie wieder beschäftigt. Die Leidens-s 
geschichte, deren skete Mahnung er dem Volke künden wollte, 
hatte er mit seelisch noch nicht zureichenden Kräften begonnen. 
Er gab die großgeplante Folge, die an stolzem Umfang der 
Apokalypse nicht nachiiehen sollte, bald wieder preis. Einer 
neuen Aufgabe sah er sich, endlich des schweren Jahrhundert- 
druckes ledig, gegenübergeskellt: das Leben unserer lieben 
Frauen im Bilde zu erzählen. Die Muttergottes, das war 
unter den ,,viel andern guten Ebenbildern" neben dem Er- 
löser die reinske Erscheinung, die sich ihm im Dienst der 
Kirche bot.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.