Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-941156
Zwischen zwei Welten. 
5 
von dem einst Fichte sagte, daß ihm die Kraft gegeben sei, 
den deutschen Geist zu heben. 
An welche aber unter ihnen allen sollen wir uns halten, 
wenn wir es nun wagen, die Fülle der Gesichte klarer zu 
erfassen?  
Wir suchen nach einem einzelnen Städtebild, einem be-" 
stimmten Bezirk, und ein Name klingt auf, der über alle 
Namen deutscher Städte ist: ,,Wie friedsam treuer Sitten, 
getrost in Tat und Werk, liegt nicht in Deutschlands Mitten 
mein liebes Nürenberg!" 
Nürnberg: wir heute sehen es gern durchs Ohr, erfüllt 
mit Orgelklang und Meistersang, Lehrbubengeschrei und 
minniglichen Liedern. Richard Wagner hat uns das gegeben, 
und sein Geschenk hat uns allesamt reicher gemacht. Wir wollen 
es in Ehren halten, wollen darüber aber auch jenes andere 
Nürnberg nicht vergessen, das nur dem Auge sich ganz gibt. 
Königlich ist es gelagert. Auf Felsenhöhe die alte Burg; 
wie ein Adler mit scharfen Fängen den Stein umklammernd, 
und wie ein Adler Auslug haltend übers Land. Drunten 
die herrlichen Kirchen. Sankt Sebald, schwer und wuchtig 
gleich einem Gotteswort; Sankt Lorenz mit dem Sonnenauge 
seines Nosenfensters; die Kirche unserer Frauen, von Bild- 
wert umsponnen wie von wucherndem Efeu. Und zwischen 
den viel stolzen Prachtgebäuden das Gewimmel der Häuser. 
Die Gassen ein ganzes Flußnetz für sich; die Plätze, in die sie 
münden, voll mächtigen Schmucks. Wenn es das Zeichen 
eines guten Künstlers ist, daß er ,,inwendig voller Figur- sei, 
dann ist auch Nürnberg eines dieser auserlesenen Wesen, die 
Königin der Städte  die deutsche Stadt selbst. 
2. 
,,Weißt du, wie das ward?" Die Frage der Norne raunt 
uns im Ohr. Die Stadt des späten Mittelalters hat Sonne
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.