Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben Albrecht Dürers
Person:
Pastor, Willy
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-942043
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Die neue Zeit. 
zeichnend ist für die Kraft, mit der es die Geister herumriß, 
so ist es die Wandlung in Wohlgemuts Werkstatt. Vom 
rein Handwerklichen wurde gesprochen. Damit aber ist die 
Sache noch nicht abgetan. Die Umgestaltung wurde geleitet 
von einer antiker Form sich nähernden Behandlung des 
Figürlithen, die alle wertvolleren Abbildungen der ,,Welt- 
chronik" in Gegensatz bringt nicht nur zur herkömmlichen 
Gotik, sondern in Gegensatz auch zu der philiii"rösen Kleinlich- 
keit und dem lauten Naturburschentum, in denen Wohlgemut 
vorher befangen war. 
Und zu diesem Fortschritt gab der Humanismus die 
Anregung. Der Träger des Doktorhutes Hartmann Sohedel 
war zugegen bei der Vorbereitung seiner ,,Weltchronik", er 
hatte mitzusprechen bei der Buchaussiattung und arbeitete 
im Einverständnis mit dem Künstler, wie dieser mit ihm. 
Schedel hatte in den Jahren 1463 bis 66 die Universität zu 
Padua besucht, sein Aufenthalt dort fiel ,,gerade in die Jahre, 
da Andrea Mantegna mit Hilfe gelehrter Freunde von der 
Universität seine antiquarisch-realistische Renaissance aus- 
bildete" (Thausing). Als Sammler, der er war, hat er ohne 
Zweifel auch Stiche nach Norden mitgebracht, und es ist un- 
recht, die künstlerisch anregende Kraft des Humanismus hier 
irgend verkleinern zu wollen. Wie hätte auch Dürer bald 
nach seiner Heimkehr in ein so inniges Freundschaftsverhält- 
nis zu den Nürnberger Humanisten kommen können, wenn 
sie ohne innere Beziehungen waren zur bildenden Kunst! 
2. 
In dieses, dem gefürohteten Jahr entgegengehende Nürn- 
berg mit all seinen religiösen Spannungen und küniklerisc1)en 
Hoffnungen kehrte Dürer nun heim. Seine große Seele 
nahm beides in sich auf, die bange Not der Zeit wie die Freude
        

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