Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kinderkunst
Person:
Ricci, Corrado Lamprecht, Karl Roncali, Else
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-939224
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-940050
scheel blickenden Kind steckt vielleicht der Kern eines 
VerbrecherS. Heute lachen und schwatzen sie in den 
Straßen, die sie vielleicht einst in einem Ausstand mit 
ihrem Blut beneZen werden. Heute noch unbedeutend 
und unschuldig, morgen glorreich und gefährlichl 
19s 
Unter ihnen habe ich, auf eine vorzeitige Offens 
barung hoffend, den Künstler gesucht, aber die unbei 
kannte Sphinx de: Zukunft blieb stumm. 
Die Biographen der berühmten Männer haben mit 
jenen Untersuchungsrichtern eine gewisse Ahnlichkeit, die 
keine Ruhe finden, bis sie nicht bewiesen haben, daß 
der Angeklagte als Kind einen Apfel oder ein Stück 
Brot gestohlen hat. So wollen die Biographen um 
jeden Preis herausfinden, daß ein berühmter Mann 
in feinen Kinderjahren irgend einen Beweis staUnenss 
werter Frühreife geliefert habe, und wenn dieses 
staunenswürdige Beispiel fehlt, wird es kurzweg erfunden. 
Giotto soll als Hirtenknabe von Cimabue in dem 
Augenblicke überrascht worden sein, als er auf einer 
Platte mit einem Stein ein Lamm zeichnete. 
Masaccio malt in seinen ersten Jahren wunders 
bare Figuren Cdie niemand gesehen hatD in S. Giovanni 
Valdarno.  
Taddeo Zuccaro erweckt mit zehn Jahren in seinem 
Vater den Glauben, einen großen Kiinftler erzeugt zu 
haben. 
sFilippino Lippi, perugino, Montorsoli und andere 
bringen in ihren Kinderjahren große Kunstwerke hervor. 
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