Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Holbein und seine Zeit
Person:
Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-939216
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3580266
Bilder des Alten Teßamentes: die Pat"riarc)en. 
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und Kalt herbei geschleppt, Steine werden behauen, der Krahn ist in 
Thätigkeit, Alles zeigt frisches, rühriges Leben. Schließen wir hier, etwas 
vorgreifend, gleich noch einige Blätter an, in denen nicht einzelne handelnde 
Charaktere austreten, sondern die Menschen als Masse wirken und es auf 
die Gattung, nicht auf die besondere Persönlichkeit ankommt. So Phakap-s 
Untergang im rothen Meer, dessen Wogen unmittelbar hinter den 
letzten Männern der Jsraeliten zusammenschlagen. Da sind prächtige Mo- 
tive unter den Ertrinkenden, und roirkungsvoll, als eine zahllose Menge, 
zu Fuß, zu Roß und mit den Herden, stellt sich der Zug der Juden dar, 
der sich am Ufer entlang windet und in die Ferne verliert. Ferner Sesac"s 
Heer, das die goldenen Schilde und die kostbaren Gefäße aus 
dem jüdischen Tempel entführt. Der Zug, der aus dem romanischen 
Bogenthor kommt, birgt viele Motive, die an Andrea Mantegna's 
Triumph des Cäsar erinnern. Dann Sennacheribs Scharen von den 
Juden in die Flucht geschlagen  ein ungestü1nes Landsknechtgefecht 
ans des Künstlers eigener Zeit, an das schön gezeichnete Schlachtbild im 
Baseler Museum 1nahnend. Endlich die Juden, die reichbeladen aus 
der Gefangenschaft nach Jerusalem zurückkehren, das sie vom 
Bergesabhang überfchauen, mit seinen Mauern, Häusern und dem neuen 
Tempel, dessen Bau bereits beginnt. 
Unter den ersten Blättern befinden sich einige einfache, schöne Bilder 
patriarchalischen Lebens, deren Stimmung vollkommen dem Grundton der 
biblischen Erzählung entspricht. Ab,rahan1, der vor den drei Engeln 
nieder-k11iet, bärtigen Männern in schlichten Gewändern, nicht mehr ge- 
flügelt, wie in Holbeins früherer Cotnposition für Petri"s Altes Testament; 
Sarah, mit aufgelöste1n-Haar und Turban, wie ein Judenweib des 16. 
Jahrhunderts, steht lauschend in der Thüre der Hütte. Gleiche Tracht zeigt 
Rebekka ans einem der folgenden Bilder, da sie Jacob an das Bett des 
sterbenden Vaters führt. Rührend ist der schwache Greis, der mit einer Hand 
segnet, mit der andern das rauhe Fell auf dem Arm des Knaben befühlt- 
Klar prägt sich die bange Spannung über den Ausgang dieser Täuschung 
bei Mutter und Sohn aus, und zwar in der ganzen Gestalt, denn das 
Antlitz sieht man kaum. -Das weite Bogenfenster aber gewährt einen Blick 
auf Feld und Busch, worin Efau ahnungslos und huVtkg dem Vater MS 
Wildpret jagt. Großartiger ist das vorhergehende Bild- AbVahUMs 
Opfer (S. die Abbildung). Aus rohen Steinen ist de? Akks11" cIUfgeschichtet, 
denn in der Schrift steht zu lesen, daß Abrahan1 ihn selbst gebaut. Oben,
        

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