Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Holbein und seine Zeit
Person:
Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-939202
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3793499
Sein Gebnrtsjahr. 113 
,,Ungefähr" hinznfügtI). Schon 1676 aber, ein Jahr nachdem Sandrarts 
Buch erschienen war, nennt Charles Patin2) das Jahr "t495, freilich 
ohne seine Quellen dafür zu bezeichnen. Die Füßli3), Fiorillo4) und ihre 
Zeitgenossen führen meistens beide Nachrichten an, ohne sich siir eine zu 
entscheiden. Horace Walpole Z) nnd Ulrich Hegner S) aber traten für 1498 
ein, und ihre Ansicht blieb für die neuere Kunstwissenschaft bestinnnend. 
Patin hat das frühere Geburtsjahr für wahrscheinlicher gehalten, weil 
sonst die Entwicklung des Künstlers eine unnatiirlich zeitige sein n1iißte, 
indem er schon aus den Jahren 1514 und 1516 bedeutende Werke desselben 
gesehen. Jetzt kennen wir sogar Ge1nälde Holbeins vom Jahre r1512 
und Zeichnnngeu selbst ans noch früherer Zeit. Jene Ge1nälde in der 
L)-lngsburger Galerie, vier an der Zahl, ursprünglich Aussen- und Innen- 
seiten von zwei Altarfliigeln, liefern dabei für Patins Annahme nicht blos 
einen gewissen inneren, sondern auch einen sehr bestin1n1ten äußeren Beweis. 
Auf einem der Bilder, dem Tode der heiligen Katharina, steht die 
Jahrzahl 1512, und noch eine andre Inschrift ist auf der früheren Rück- 
seite desselben, einer Vorstellung desI Christuskindes zwischen Anna und, 
Maria, zu lesen. Erst vor wenigen Jahren, bei einer Reinigung nnd Her- 
stellung der Tafel, ist jene zum Vorschein gekommen. Nun pflegen wir 
gegen Bezeichnnngen, die auf solche Weise an das Licht treten, zwar von 
vornherein etwas 1nißtranisch zu sein; hier aber müssen wir in Allem, im 
Styl und im Charakter der Schriftzüge, die Zeichen nn3weifelhafter Echt- 
heit und Jntegrits"it erkennen. Die heilige Anna hält auf den Knieen ein 
aufgeschlagenes Buch nnd darin steht auf beiden Seiten zu lesen: 
    
P11i:N"r(2v1-; Mo. ne AUG- 
   
ON! . . . XVII 
W .  . I-J .  
I) ,,Wie denn Carl von Mandern darfür gehalten, daß dieser Künstler zu Basel 
ungefehr Au11o. 1498 gebohren worden." 
T) Vita Halb-nii in der Baseler Ausgabe des Jahres 1676 von Era8mus Laus 
StuItiIiae mit den Holbeinschen Randzeichnungen. 
I) H. H. Füßli. Allgemeine9 Künstlerlexicou. Ziix-ich 1779-18l4.  J. C. Fijß1i, 
Geschichte der besten Künstler in der Schweig. 1769. 
 Geschichte der zeiehne11de11 Künste in Deutschland se. II. 1815-l820. 
Z) Anec(10tes of painring in England. I. P. 102 f. 
C) Hans Holbein der Jüngere. Berlin 18"Z7. 
Woltnmnn, Holbe-In und seine Zeit. S
        

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