Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst der christlichen Völker bis zum Ende des 15. Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930669
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3607885
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Bachs 
Fünftes 
Die Kunst 
Jahrhunderts. 
neben der Kirche herrühren: die Evangelistengestalten an der Decke und die Bilder aus dem 
Leben Johannes des Täufers an den Wänden. Sie erscheinen stilistisch als Weiterbildnngen 
der Fresken jenes Chorgewölbes und gehen in der realistisch:räumlichen Richtung ein gutes 
Stück über sie hinaus, ohne jedoch zur vollen Freiheit der körperlichen und perspektivischen 
Durchbildung hindurchzudringen. Wir brauchten 
 uns mit Masolino daher nicht weiter zu befassen, 
  wenn Vasari nicht glaubhaft berichtete, daß er der 
    Lehrer des großen Neuerers Masaccio gewesen und 
   mit ihm in der Braucacci:Kapelle der Car1ninekirche 
   zu Florenz, der Hauptftätte der Wirksamkeit Ma: 
   Es  saccios, gearbeitet habe. Auf der Grundlage eines 
    älteren Verichtes, nach dem Masaceio und Masolino 
    in der Braneacci:Kapelle jeder die Hälfte der Bilder 
E   gemalt hätten, hatte Vasari, von den untergegange: 
  nen Decken: und Wandbogenbildern abgesehen, be: 
,     hauptet, zwei der Wandge1nälde, nämlich 1J die 
    Aufer1veckung der Tabitha CAbb. S. 581J und die 
   Heilung der Krüppel, und 2J die Predigt des Petrus, 
    riihrten von Masolino her. Die spätere Forschung 
    fügte als drittes noch den Siindensall hinzu. Nicht 
      dem Masolino, sondern dem Masaccio aber gab Va: 
  B  sari die vielgenannten Fresken in S. Elemente in Rom. 
   Mit diesen Zuteilungen Vasaris haben die neueren 
   Forscher, außer Knudtzon, sich nicht einverstanden 
is;T erklärt. Die einen lLiibkeJ meinten, das; Vasari in 
   beiden Fällen geirrt habe, daß Masolino zwar die 
  Y Fresken in S. Elemente zu Rom, nicht aber die in 
H;  D der Kapelle Brancaeci zu Florenz gemalt habe; die 
   anderen vertreten die Ansicht, daß Vasari nur in be: 
;   zug auf S. Elemente geirrt habe, daß also sowohl 
   die Bilder dieser Kirche als die älteren der Bra11cacci: 
 Kapelle von Masolino herriihren, und diese Ansicht, 
Des  Gemme Masa2kios Mc, as. die schon Rumohr anbahnte, ist seither von einer 
j;F;FhU  F; ZjFF;;H;s1s LjEgsHIsgj X F;fJ;j; Reihe dver.tucht1gsten Forscher CWoltmann, W1ckhoss, 
Ler1noliefs:Morell1, Richter, Frizzon1, VerensonJ 
weitergebildet worden. Noch andere aber vertreten die zuerst von Erowe und Cavalcaselle aus: 
gefiihrte Auffassung, das; Vasari nur in bezug auf die Bilder der Brancacci:Kapelle geirrt 
habe, daß also nicht nur die Fresken in S. Elemente, sondern auch alle erhaltenen Fresken 
der Brancacci:Kapelle von Masaccio herrühren. Diesen Standpunkt hat auch der Verfasser 
dieses Buchs schon vor einem Vierteljahrhundert dreimal verteidigt; und er hat heute um so 
weniger Veranlassung, ihn aufzugeben, als auch Bude ihn im ,,Ciceronell vertritt und Schmar: 
sOw ihn vor kurzem gründlich gestützt hat. Unzweifelhaft stehen die altertiimlicheren Bilder 
der Brancacci:Kapelle den Gemälden Masaecios näher als den beglaubigten Werken Masolinos, 
die, obgleich junger als jene, einer früheren Entwickelungsstufe angehören.
        

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