Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst der christlichen Völker bis zum Ende des 15. Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930669
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3605283
Erbauung des Domes von Florenz. 
353 
Art Kreuzgang, der sich um einen offenen grünenden Mittelraum herumzieht. Nach diesem 
öffnet sie sich mit sechs Rundbogentoren und 56, nur durch Zroischenpfeiler voneinander ge: 
trennten mächtigen Rundbogenfenstern, deren Rundung mit edlem gotischen Maßwerk gefüllt 
ist. Die gewaltige künstlerische Wirkung liegt in der ernsten Größe der Verhältnisse. 
Arnolfo di Eambio aber setzte in Florenz seiner Franziskanerkirche CS. 351J zunächst 
den Dom S. Maria del Fiore an die Seite, der alle Kirchen Italiens in den Schatten 
zu stellen bestimmt war CAbb. untenJ. Der Bau wurde ihm 1296 übertragen, aber erst 
lange nach seinem Tode mit mannigfachen Um: 
gestaltungen vollendet. Die ganze florentinische .  . 
Künstler: und Bürgerschaft hatte dreinzuspreihen.  
Von 1334s36 leitete der große Maler Giotto  XI 
di Bondone, auf den auch der erste Entwurf des  0s0: 
berühmten Glockenturms CAbb. S. 354J zurück: O  es   V Hi   ; 
geht, den Bau. Zwischen 1357 und 1366 ent:   
stand das Langhaus in s einer jetzigen Gestalt, auf .  
die Francesco Talenti den Haupteinfluß L  H, 
hatte; 1367 aber wurde durch eine große Künst: F    X  T 
ler: und Laienkommission der Plan des öst:   
lichen Zentralbaues festgestellt, an dem bis tief   s. 
ins 15. Jahrhundert hinein gearbeitet wurde. : v  
Die Errichtung der Kuppel  durch  X L 
Filippo Brunelleschi gilt sogar als eine der  H 
ersten Großtaten der Frührenaissance auf dem il. .  s s 
Gebiete der Baukunst. Wenn der Dom von .  Xl , 
Florenz noch heute zu den Wunderroerken der D    
Welt gerechnet wird, so hat er das freilich zu:  I  
nächst seinem Glockenturm und seiner Kuppel zu H    l:  
verdanken, deren große, reine Linien weithin X X JHX, 
das schimmernde Arnotal beherrschen. Der Ein:   X  
druck des Inneren ist zwiespältig. An das mäch: T is.   
tigex  geWölbte  LanghaUsy Der Grundriß des Domes zu Florenz. Nach W. Lübke. 
dessen hohes Mittelschiff aus vier gewaltigen 
quadratischen Jochen von unerhörter Spann1veite besteht, schließt sich, Chor und Querhaus ver: 
tretend, ein dreiflügeliger, von achteckiger Kuppel überragter Zentralbau an. Das Langhaus 
bleibt trotz der oft getadelten, auf Kragsteinen ruhenden Galerie CAbb. S. 388J, die lkEh Uns 
organisch über den Gewölbeansätz,en entlangzieht, ein Bau von schlichter Kraft und Größe, 
dessen vorbildlich gegliederte, mit breiten Vlattkapitellen geschmückte Viereckpfeiler stark genug 
erscheinen, die mächtigen Bogen, die von ihnen aufsteigen, zu tragen. Der dunkle Kuppel: 
raum aber leidet vor allen Dingen darunter, daß nur vier seiner acht Seiten sich öffnen, 
wogegen die anderen, nur von kleinen Durchgängen zu Nebenräumen durchbrochen, in starrer 
Geschlossenheit zu der Kuppel emporstreben. 
An dem berühmten Glockenturm aber offenbarten nacheinander Giotto, Andrea Pisano 
und Francesco Talenti, unter dem er 1358 vollendet wurde, ihren Sinn für edle Verhältnisse, 
anmutige Marmorinkrustierung und feine bildnerische Einzelheiten. Die höheren Stockwerke 
KunftgesGichte. 11. 23
        

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