Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst der christlichen Völker bis zum Ende des 15. Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930669
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3604972
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Viertes 
Bachs 
des 
Die Kunst 
späteren Mittelalters 
c125o. 
s1400; 
und mit überreichen NeZgewölben bedeckte Langhaus, dessen Seitenhallen fast ebenso breit, 
aber freilich nur annähernd so hoch sind wie die Mittelhalle, wird gerade durch diese Ab: 
weichung vom reinen Hallensystem mit geheimnisvollem Helldunkel erfüllt und gehört mit 
seinen mächtigen Einzelbildungen zu den feierlichsten kirchlichen Jnnenräumen, die es gibt. 
Der in schlanker Pyramidenform zu gewaltiger Höhe emporsteigende Turm, der erst 1483 
vollendet wurde, nimmt die Stelle des 
nördlichen Quersdhifffliigels ein; daß 
 sein Gesiihrte an der Siidseite niemals 
   ausgeführt wurde, schadet der äußeren 
 K   Gesamtwirkung weniger als das Fehlen 
  eines zweiten Fassadenturms in Straß: 
  N    H  burg und Ant1verpen. Nordwestlich von 
; H; J.  J Wien folgte 1343 die Zisterzienserkirche 
 O    .  in Z1vettl, deren hallenförmiger Chor 
 H.    zuerst die Besonderheit zeIigt,.das3 die 
T    L  E  inneren Vieleckseiten größer sind als 
J      III: Mk   die vermehrten äußeren; der Umgang 
J Ists. , s  J    ;Is.ss ist mit sieben Sechzehneckteilen, der 
II     Chor selbst mit drei Achtecfseiten ge; 
;          schlossen; ein Kranz niedrigerer Kapellen 
 is ,        schließt sich de1nhohen Choru1ngang an. 
   J;    Ein Schritt zur Vereinheitlichung des 
        , BE  Kirchenraums ist hier getan. 
  1  H ;   Dasselbe System taucht gleich: 
L.   zeitig oder etwas später in Schwaben 
     .   H   sie auf. Die Heil1genkrenzkirche zu Schnitt: 
J    Z  Z    bisch:Gmiind ist eine Hallenkirche mit 
II    H      Hallenchor L1351J, der den niedrigeren 
    Kapellenkranz nnd die ungleiche Viel: 
  Jis:z  seitigkeit des äußeren und des inneren 
     K.     Abschlusses mit der Kirche zu Zwettl teilt. 
Hi     L   Die reichen NeHge1völbe steigen von 
  J   schlanken, mit niedrigen Blcitterkranz: 
se    kapitellen geschmückten Rundpfeileru 
   auf. Als Vaumeister wird Heinrich 
Das Jisnskse der Liebfr4aii7nkiFshe in Niirnbekg. Ase PhOtO: Parler genannt,der Stammvater eines 
graph1e von F. Schtmdt in Nuruberg. Vgl. Text, S. 3z9. bekannten Va1l1neiftergesck,lechts. Daß 
er aus Köln stammte, ist nicht erwiesen, aber doch eine nicht übel begründete Vermutung. Daß 
er den Plan seiner Gmünder Kirche aus Zwettl geholt, hat Dehio, der darin die erste Rück: 
Wirkung des gotischen Stils von Osten nach Westen sah, geschickt versuchten, Bach aber nicht 
minder geschickt bestritten. Jedenfalls wurde die Gmiinder Kirche, die erst 1414 vollendet war, 
für die schwäbischen Gegenden zum Schöpfungsbau. Ihr folgt, mit schlichterer Chorbildung, 
seit der Mitte des 14. Jahrhunderts die anmutige Frauenkirche zu Ef3lingen, die die besten 
Meister des 15. Jahrhunderts vollendeten. Auf etwas anderem Boden steht Nürubergs
        

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