Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst der christlichen Völker bis zum Ende des 15. Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930669
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3602514
Die karolingifch: 
Goldsch1niedekunst. 
:ottonische 
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entfaltete sie sich schon in karolingischer, hauptsächlich aber in ottonischer Zeit auch in Deutsch: 
land zu immer kräftigeren: Leben. Egbert von Trier und Bernward von Hildesheim e örten 
hier zu den kunstliebenden Kirchensürsten, unter deren glücklichen Händen auch diE 23old: 
schmiedekunst sich zu Prächtiger Höhe erhob. Der Glanz, den Gold, Silber und Edelsteine 
ausstrahlen, muß den Würdenträgern der Kirche als ein Abglanz des ewigen Himmelslichtes 
erschienen sein. Unter ihrer Leitung wurden die Einbanddeikel der heiligen Bücher, die 
Schreine, in denen die irdischen Überreste verklärter Heiliger verwahrt wurden, und die Säulen: 
baldachine, die sich über Schreinen und Altären erhoben, wurden Tragaltärchen, Vortrag: 
kreuze und heilige Gefäße jeder Art in den Goldschmiedewerkstätten der BischofssiHe hergestellt. 
Das meiste, was wir von den Werken kirch:      
richei: und merklicher Go1dschmiedekuust dieser Zeit    
wissen, danken wir der schriftlichen Überlieferung.   
Als ältestes beglaubigtes erhaltenes Werk aber tritt   x,,,sE   
uns der Tassilokelch im Stift Kremsmünster CAbb.       
    :MiT:.  VI    
nebenstehendJ entgegen. Seme Inschrift am Fuß:  p 
rande bezeichnet ihn als Stiftung des Bayernherzogs   Es.  
Tassil0. Eutsta11de11sei11 muß er demnach, wie wir    
mit Falte annehmen, um 780. Teils gegossen, teils     ,  
getrieben, ist er aus Kupfer; aber das Kupfer ist mit  , , H; H  
ovalen Silberfeldern und Goldplatten belegt, in die    
die Zeichnung eingegraben ist. Lehrreich ist, das; die   
Rand: und Fiillmuster noch fast ausschließlich aus    if    
Bandgeslecht und Geriemsel merowingischer, hier  
und da vielleicht irischer Art bestehen, und daß die  
Halbfiguren des Heilands und der Evangelisten noch U 
die biruensörmigen Köpfeund gespreizten Finger   V 
zeigen, denen erst die ,,kur0li1Igische Ne11aissm1cett  
ein Ende bereitete.      
Der karolingischen Bliitezeit gehören die drei Dei  
Werke an, deren karolingischen Ursprung W. M. 
Schmid gegen andere Auffassungen gesichert hat. Ihr fränkischer Entstehungsort ist auf heute 
französischem, nicht aus heute deutschem Boden zu suchen. Swarzenski weist sie seiner Cerwei: 
tertenJ Schule von Reims zu. Das älteste dieser drei Werke ist die Altaroerkleidung des Hoch: 
altars von S. Ambrogio in Mailand, die Bischof Angilbert II. 835 durch den inschristlich 
beglaubigten Meister Wulfwin CVVOLV1NVS las ichJ anfertigen ließ. Die Gold: und 
Silberreliess des Altars stellen Christus und die Apostel, sechs Bilder aus dem Leben des Er: 
lösers, Heilige und Engel, aus der schwächeren Rückseite aber die Geschichte des hl. Ambrosius 
dar. Zierlich und unbeholfen zugleich, deutet ihr antikisierender Stil doch nicht, wie man 
meinte, aus das 12. Jahrhundert hin. Dann folgt der Schmuck des VVVdMU Ek1Tba1Iddetkels 
des Coc1ex aureus von St. Emmera1n in der Münchener Staatsbibliothek C0im. 55; vgl. 
S. 109J. Die in Goldblech getriebenen Reliefs des Rahmens zeigen Christus in der Himmels: 
herrlichkeit, die vier Evangelisten und vier Darstellungen aus dem Leben des Heilands. Christus 
und die Apostel sind unbärtig. Die schlanken Gestalten sind äußerst lebhaft bewegt. Das letzte 
dieser drei Werke aber ist das Feldaltärchen Kaiser Arnulfs in der ,,NeiChe1I KapeIleit zu
        

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