Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst der christlichen Völker bis zum Ende des 15. Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-930669
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3602041
Zweites Buch. 
Die christliche Kunst des frühen Mittelalters vom 8. 
s11. Jahrhundert. 
Stils der zweiten Hälfte des 11. nnd des 12. Jahrhunderts anzusehen sind. Seine ,,vorlom: 
bardischenU, hauptsächlich langobardischen Bauten dieser Art, auf die die Langobarden, deren 
Herrschaft in Italien von 568 bis 774 dauerte, jedoch keinen Einfluß 
 O ausiibten, werden im Äußeren durch Lisenen mit Blendbogen und durch 
:   ,  Bogensimse, die aus kleinen aueinandergereihten, manchmal auf Krug: 
  s,.z IF steine gestellten Hängebogen bestehen, gegliedert und geschmiickt. Die 
 Ziermotive dieser Art, die wir schon in der christlich:syrischen Vaukunst 
   fanden, sind hier offenbar älteren Gebäuden Ravennas entlehnt. Jm 
U H   Inneren der dreischiffigen Kirchen ist das Mittelschiff noch mit Holz 
J   gedeckt, während in den Seitenschiffen sieh hier und da Kreuzgewölbe 
   melden. Als Vorstufen der späteren äußeren Säulengalerieen aber 
    treten oben zwischen den Vlendbogen der Außen1nauern der Apsiden 
   oft schmucklose, oben halbrunde Nischenreihen hervor. 
  D In der Karolinger: nnd Ottonenzeit zeigen die Pfarrkirche zu 
  E Arliano bei Lucca und der ältere Teil der Peterskirche zu Toscanella 
aus dem 8. oder 9. Jahrhundert, wie dieser Stil sich in Mittelitalien 
gestaltet. Jm Norden des Landes stehen S. Salvatore in Brescia und 
die älteren Teile von S. Ambrogio in Mailand voran. Die ältesten 
Beispiele von Glockentürmen, die nach östlichen Vorbildern mit dem 
Kirchenkörper verbunden erscheinen, finden sich am Dom von Jvrea 
 und an der Marienkirche zu Susa ClO21J. Der Dom 
von Jvrea zeigt auch bereits einen niedrigeren, mit einem Tonnen: 
  x gewölbe bedeckter: Ehorumgang; in S. Abbondio bei Eomo C1013J 
Gkundxiß you S. Am: befinden sich, nach Nivoira, die ältesten eigentlichen Wiirfelkapitelle 
 Nach mit unten abgerundeten Ecken, in den Seitenschiffen in  Flaviano 
zu Montefiascone die ältesten Kreuzgewölbe mit aufliegenden Rippen. 
Zentralkirchen kommen in dieser Zeit in Jtalien kaum vor. S. Satiro in Mailand C879s, 
eine Kirche quadratischen Grundrisses mit einer Halbrundnische nach altarmenischer Art CS. 25J 
an jeder Seite, Tonnengewölben in den Kreuzarmen, Kreuzgewölben in 
 den Eckräumen und einer Kuppel über der Mitte macht eine Ausnahme. 
  Als Tanfkapelle schloß das merkwürdig gestaltete, an vier Seiten mit 
  einer Apsis ansgestattete Baptisterinm beim Dom von Biella Cum 975J 
 sich an. Weitaus die meisten Kirchen Italiens aber waren in dieser 
 ganzen Zeit dreischiffige, slachgedeckte Basiliken. Sogar in Venedig folgte 
 die Markuskirche des 9. und des 10. Jahrhunderts diesem System. Erst 
L im nächsten Zeitraum erhielt sie ihre jetzige Gestalt, in der sie eine byzan: 
  tinische Fiinfkuppelkirche ist. Eigentümlich war den italienischen Kirchen: 
 pl basiliken dieser Zeit aber die dem Osten entlehnte Gestaltung der Altar: 
 is fette, an der jedes der drei Schiffe in eine besondere Apsis 1niindete: so 
 zuerst in S. Maria in Cosmedin  dann in S. Maria in 
Domnica  in Rom, so in der dem Ende des 8. Jahrhunderts 
angehörenden Vasilikalkrypta unter der von Eattaneo mit Recht erst dem 11. Jahrhundert zu: 
gewiesenen Rundkirche CLa rotondaJ zu Brescia und so in dem aus dem 9. Jahrhundert 
stammenden Teile der Kirche von S. Ambrogio zu Mailand lAbb. obenJ. Auch die italienischen
        

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