Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Frey, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923952
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-927012
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Unter 
Freunden 
Zürcher 
den 
Künftlergesellfchaft nachdrücklich auf die Erwerbung der da: 
mals zum Verkauf ausgeftellten Arbeiten ,,Hirtin bei der 
Herde7J, CersteJ ,,VilIa am Meer77, ,,Böcklin und FrauV. Ein 
Vierteljahrhundert später fiel der öffentlichen Kunftfamm: 
lung ,,Frühlings Erwachen7J aus einer Erbschaft zu, und 
im März 1891 erwarb die Künstlergesellfchaft ,,Die Garten: 
laube7J. 
Böcklin grämte diese Zurückhaltung eben nicht, obgleich 
er während der ersten zwei bis drei Zürcher Jahre mehr: 
sach recht froh gewesen wäre, eine Arbeit, wenn auch zu 
bescheidenem Preise, rasch an den Mann zu bringen. Er 
beurteilte diese Verhältnisse sachlich. ,,Der Schweizer Kiinst: 
ler,lt sagte er, ,,musz sich im Auslande durchschlagen, so gut 
es eben geht. Hat er sich dort durchgese1g,t, dann kommen die 
Eigenen schon nach.7t 
Etwas anderes lockerte ihn ferner im Zürcher Erdreich, 
nämlich die Steuerverhältuisse. Er hatte einmal eine un: 
gewöhnliche Jahreseinnahme erzielt und gab nun diese Summe 
der Steuerkommission irrtümlich als sein durchschnittliches 
Jahreseinkommen an. Die Behörde, die diese Einnahme 
als seine regelmäßige ansetzte, belastete ihn dem Gesetze ge: 
mäß mit einer solchen Abgabe, das; er, der vermögenslosc 
Mann, als einer der Meistbesteuerten der Gemeinde Hottingen 
sigurierte. Er empfand dieses Mißgeschick als eine bittere 
Ungerechtigkeit. 
Was ihn aber von Zürich wegtrieb, das war der Stoß, 
den seine Gesundheit erlitt. 
Kräftig und blühend wie das Leben selbst war er hinter 
dem Sorge Gottfried Kellers hergeschritten. Frische und 
Gesundheit schienen ihm noch lange vorzuhalten und das 
Ende der Erdentage noch weit hinausgerückt. Als er eines 
Abends mit Koller und einem Geistlichen zusammensasz, ge: 
rieten diese beiden zufällig darauf, daß ihre Väter das hohe 
Alter von vierundachtzig Jahren erreicht hätten. Da sagte
        

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