Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Frey, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923952
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-926811
254 Unter den Zürcher Freunden 
tritt, wird das Märchen wieder im Wellenschaum vergehen, 
aus dem es gestiegen. 
,,Es heißt, daß Böcklin nur einmal in seiner Jugend zahls 
reiche und sorgfältige Studien nach der Natur gemalt habe 
und seither sich mit Spazierengehen und Anschauen be: 
gnüge. In diesem Falle ist die Kraft, die man Phantasie 
nennt, zugleich die Schatzmeisterin, Ergänzerin und Neu: 
hervorbringerin, und mit dem Gedicht des Gegenstandes ist 
auch schon das Licht: und Farbenproblem und die Logik der 
Ausführung gegeben.JI 
Damals sah Keller in Luzern auch Böcklins ,,Landschast 
mit maurischen Reiternll. Sie machte ihm keinen Eindruck, 
wie sich Rudolf Koller deutlich entfann. Aus diesem Grunde 
wohl beschweigt er sie in dem Aussätzchen. 
Bezeichnend ist eine spätere Äußerung, die er gegenüber 
einem zufällig mit ihm vor dem Bilde ,,FrühlingserwachenV 
im Künstlergärtchen zu Zürich zusammentresfenden Bekannten 
tat. Dieser hielt sich über die auffallende Länge der weib: 
lichen Figuren auf. ,,Ja,7l meinte Keller, ,,das kommt von 
seiner OriginalitätssuchtJ7 
Kurz und gut, der Altstaatsschreiber von Zürich besaß, 
ehe er ihn kennen lernte, von Böcklins kiinstlerischen Vor: 
zügen keine zureichende und von seinen menschlichen kaum 
irgend eine Vorstellung. Die letztere konnte er schwerlich 
haben, ließ sich7s auch nicht träumen, daß der Unbekannte 
einst in seinen Gesichtskreis treten und ihm nahe rücken 
würde. 
Als der Jüngere und besonders als der stärker nach 
persönlicher Berührung Verlangende unternahm Böcklin den 
ersten Schritt und stellte sich an einem Sommerabend 1885 
auf der ,,Meise7l ein, wo er ziemlich sicher war, den Ge: 
suchten zu finden. 
Diesen freute es aufrichtig, den Maler von Angesicht zu 
sehen, nnd sie behagten sich von Stand km. Einige weitere
        

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