Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Frey, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923952
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-925338
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Arbeit 
bis etwa 1887, so ziemlich alles mit Lasuren, was sich da: 
mit machen ließ. 
Gewöhnlich setzte er eine leichte Deckfarbe auf den Kreide: 
gmnd und veränderte diesen einzelnen Lokalton durch La: 
suren. Ohne Not mischte er nicht. Er behauptete, er 
operiere immer mit wenigen Farben, und damit könne man 
jedes Problem lösen, wenn man sichs nicht mit Zwischen: 
farben bequem machen wolle. Die violetten Gewänder zum 
Beispiel im ,,Gang nach dem Baechustempel7t erzielte er 
nicht durch Mischung von Blau und Rot, sondern dadurch, 
das; er sie zuerst blau malte und dann mit Rot lasierte. Auch 
das Dnrchscheinen nackter Körperteile durch gazeartige Stoffe 
brachte er mittels Lafieren zustande: über das Bein der einen 
weiblichen Figur in ,,Fsrühlings Erwachen77 legte er ganz 
diinnes Rot, das er nur in den Falten deckend austrug. 
Trotzdem er Weiß als Lokalsarbe für die Lüfte, zur 
Modellierung der Gesichter und so weiter nicht umgehen 
konnte, so vermied er doch tunlichst, es mit anderen Pig: 
menten zn mischen, und ftrengte sich nach Kräften an, wenn 
er einen Lokalton im Licht verändern wollte, eine Farbe 
heranszufinden, die diese Niiance ohne Zusatz non Weis; 
ergab. In diesem Punkte deckte sich seine Technik durchaus 
mit derjenigen des Rubens, dessen oberster Grundsatz war, 
niemals Weis; in den Schatten zu benützen. 
Später, als er sich dem Kirschgummi zuwandte, hat er, 
was schon durch die Natur des Materials bedingt war, die 
Lasurtechnik weniger ausgiebig verwendet. Sondern er 
setzte womöglich gleich die Nüance, die er haben wollte, aus 
den weißen Grund und veränderte sie nur ein oder höchstens 
zweimal mit halbdeckendem Pigment und lief; auch oft stärker 
als früher den Kreidegrund durchschimmern. Dadurch er: 
hielten die Bilder etwas Helleres, U11mittelbareres und, 
wenn man will, mehr Pleinairistisches. Aber jene Wunder: 
bare Einheit des Tones, die feinen früheren Schöpfungen
        

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