Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Frey, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-923952
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-925188
Arbeit 
LT 
E 
er, ,,ein Bild nicht nur, wie die Eornelianer tun, in Linien 
aufbauen; die Linien geben nicht überall den Ausschlag, 
vielmehr spielt die Verteilung der Farbe in ihrer ver: 
sihiedenen Kraft und Fleikenstärke eine ebenso große Rolle. 
Ebensowenig soll man das Bild, wie die Helldunkelmaler, 
nur in Licht und Schatten aufbauen. Das ist unnatürlich, da 
das Licht überall hinfitillt.lJ 
Bezüglich der Anordnung des Gegenständlichen war er 
ein Anhänger der alten Schule. Er forderte, daß die 
Hauptsache in der Mitte stehen solle. Das Gemiilde eines 
neueren Franzosen, das bedeutend Furore machte, erregte, 
als er es in einer Zeitschrift in Kollers Atelier reproduziert 
fand, seine Galle in nicht geringem Maße, weil die Figuren, 
die letzte noch vom Rahmen halbiert, nur die eine Bild: 
hälste füllen, während die andere leer ist. 
Tritt er nun nach reiflicher Überlegung an die Staffelei, 
so begann er mit grüner Erde, selten mit Umbra, aus der 
blanken Fläche die Zeichnung zu suchen. Mit spitzem Pinsel 
setzte er einen feinen Strich neben den andern und wusch 
mit dem Schwamme wieder weg, was nicht paßte. Zuerst 
war alles sehr dünn und verblafen, so daß er gleichsam wie 
aus dem Nebel heraus arbeitete. Schritt für Schritt kam 
er tiefer in die Bildwirkung hinein, fügte Braun und Schwarz 
hinzu und mitunter sogar etwas Weiß. 
War es nun an dem, daß der Entwurf, auf den ein 
Hinzutretender nicht leicht einen Reim zu machen sich ge: 
traute, Böcklins oorgreifender Phantasie genügende Hand: 
haben bot, so ging er meistens sofort zum Fertigmalen über, 
und zwar sing er mit dem Himmel an, malte also von 
hinten nach vorn. ,,Es ift sehr wichtig,V sagte er, ,,wo man 
beginnt. Ein Bild soll man von vorn nach hinten ent: 
werfen, malen dagegen soll man es von hinten nach vorn, 
das heißt von dem Hintergrund nach dem Vordergrund. 
Dadurch wird vermieden, daß man hinten im Dreck ab:
        

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