Bauhaus-Universität Weimar

Hausindustrieschulen  Hauskommunion 879 
L) einfache Technik, die es gestattet, mit wenigen und Schniyerei, teils auch für Schlosserei verbun- 
und nicht lsostspieligen Vorkehrungen thätig zu sein; den find. Nur teilweise verwandt nnd hiermit die 
3) künstlerischer Sinn oder besondere Fähigkeit für F-rauenarbeitsschulen (s. d.) in Württemberg und 
die A1isfi"ihrung der Arbeit; 4) bequeme Transport- die J3ndustrieschulen in Baden, während die Indu- 
fähigkeit der Erzeugnisse von den Produktionsstätten strie chulen in Bayern höhere gewerbliche oder mitt- 
zum Verleger nnd von diesem zu den Konsumenten. lere technische Schulen sind. (S. auc) Handarbeits- 
Die wichtigsten Gewerbearten, gemeHen nach der Hauskaplan, s. Kaplan. [unterricht.) 
Zahl der beschäftigtenHaiisindustriellen, waren 1895 Htmskass en, f. FabrikkaH en. 
in Deutsihland: H Z- Haiiskatze, s..Kaye.  
Gewe:i-kosten.  Hauskind, eine in der Wissenschaft geläiifige 
Skh:ieii;ecci.              70o34 Übertragung des Recl)tsbegrisfs des röm. Rechts 
                    
   J J J J J J J J J J J VII! misch-rechtlichen Begriffs der t"ami1ia s. Familie. 
Skkikxexei und Wikkkkki  Ursprünglich hatte im röm. Recht der Vater in sei- 
fabrik-1tivn),-             27 760 nem eigenen Jnteresse eine Gewalt (patrja potestas) 
FecPiYekii7YvT(i?FZiL I I I I I I I J I I J J  über das Kind; er verfi"igte über.das Kind under- 
Si-we-iwei-ekei             189oz hielt den gesamten Erwerb des Kindes für ü(h;das 
 F;iiisk)te11 Und -U1dsr11Wurcn   Kind selbst galt als vern1ögensunfähig. Jm deut- 
   
Psls!-1s"tevfebVskstlD11-         12650 destowenigervermögensfähig und hatteRechteselbst 
Weiteres über die Ausbreitung der H. in Deutsih- gegenüber dem Vater. Darüber, wie das Verhältnis 
land s. unter Gewerbeftatiftik, über ihre geogr. Ver- im geltenden Rechte sich entwickelt hat, s. Eltern. Die 
teilung s. Deutschland und Deutsches Reich (Jii- Stellung alsH.dciuerte nach dem bisher-t1berwiegend 
Dust-vie und Gewerbe). geltenden Rechte (jedoch nicht nach Ostern Bürgerl. 
Geset-,lichen Beschränkungen, abgesehen von den Gesetzbuch und franz. Recht) selbst nach Vvlljährig- 
aus der landesgeset3lichen Schulvflicht und der Feier keit des Kindes noch fort; doch fiel die Tochter mit 
der Sonn- und Festtage sich ergebenden, unterliegt der Verl)eiratung (s. Heirat) und jedes Kind durch 
die H. in Deutschland nicht. Eine Ausnahme bilden die von den Eltern genehmigte Errichtung eines 
nur das Verbot der Besihäftigung von Kindern bei eigenen Hausstandes (nicht nach Oo(i(- cis-il) und 
der Anfertigung von Züiidhölzern und das auih für durch eine an gewisse VorausfeHungen geknüpfte 
Hausindustrielle.geltende Verbot des Trucksyftems VolljähF-igkeitserklärung aus der viiterlicl)en Ge- 
(s.  Lange Zeit hat man der ungünstigen' Lage walt.- (S. Eltern) Da das Bürgerl. Gesetzbuch die 
der Hausinduftriellen wenig -Aufmerksamkeit ge- elterliche Gewalt stets mit der Volljährigkeit enden 
schenkt, erst nachdem der Verein für Socialpolitit läßt (S. 1626), so versteht sich nach ihm von selbst, 
durch seine,Arbe1ten, die sich aus Deutschland und das; Eiitmündigte zu bevormunden nnd, auch wenn 
auf k")sterreich erstrecken, darauf hingewiesen hatte, sie sich noch im Hausstande der Eltern befinden, ent- 
winden auch in Deutschland vom Reichsaint des gegen frühem landesrechtlichen Vorschriften. Nach 
Innern, in Osterreich vom Handelsministerium um- eutsche1ii Bürgerl. Gesegb. Es. 1617-1619 muß 
fassende Erhebungen angestellt. (S. auch Haus- das Kind, solange es dem elterlichen Haus-stand an- 
induftrie, Bd. 17.)  Vgl. Statistik des Deutschen gehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten 
Reichs, Neue Folge, Bd. 2 n. 6" sowie Bd. 102, 103, wird, in einer seinen Kräften entsprechenden Weise 
113, 115, 116, US? (Berl. 1884-85 u. 1897-99); den Eltern im Hauswesen und Geschäft unentgelt- 
Schwiedland, Kleingewerbe und H. in Osterreich lich helfen. Aufwendungen des volljährigen H. 
(2 Tle., Lpz. 1894); H. und Heimarbeit in Deutsch- oder Beisteuern zum Haushalt erfolgen im Zwei- 
land und Osterreiih, Bd. 397-42 u. 84-88 der fel ohne Absicht, Ersatz zu verlangen. l1berläszt 
((Sihriften des Vereins Dir Socialpolitikv (ebd.1889 ein solches H. sein Vermögen dem Vater zur Ver- 
-90 u. 1899-1900); T1efmann, über Wesen und waltung, so kann dieser die Einkünfte, soweit sie 
Formen des Verlags der H. (Freib. i. Br. 1899); nicht für das Kind erforderlich nnd, frei verwenden. 
ericht der Gewerbeinspektoren über die Heimarbeit -Haiisklaffcufte.uer, s. Gebäude teuer. 
in Osterreiih., Bd. 1 u. 2 (Wien 1,900-1); Artikel Hauskoinmunion (Hausgemeinschaft, slaw. 
Haus-industrie(mitaiisführlichenLitteraturango.ben) 2ac1kuga), bei den Südflawen eine Verbindung voii 
im i( Handwörterbuih der Staatsivissenschaften)), mehrern Abköinmlingen desselben Stamnivaters, 
Bd. 4 (2. Aufl., Jena 1900). welche in. gemeinschaftlichem Haushalte unter der 
Hnusinduftrieschulcn  oder Hand arbeits - Leitung eines von den Mitgliedern der Verbindung 
schiilen, Schulen, die zumeistden Zweck verfolgen, get gewählten Oberhauptes ihre wirtschaftlic)e 
in Gegenden, wo es namentlich, für den Winter der hätigkeit zu gemeinsamem Nun und Frommen und 
ärmeru Bevölkerung an Verdienst gebricht, durch auf gemeinsame Gefahr entfalten. Die H. erscheint 
Einführung leichter Handarbeiten vornehmlich dem als ein ljberrest der wirtschaftlichen Kulturperiode, 
heraiiwciiihLenden Geschlecht neue Erwerb-squellen in der das Sondereigentum an Grund und Boden 
aus uschlie en; hierzu eignet sich besonders Korb- noch nicht entwickelt war, derselbe Ich vielmehr im 
fleclsterei und Holzschnitzerei und für Miidchen weih- Kollektivbesitz der gesamten Sippe befand. Spuren 
liihe Handarbeiten. Der Unterricht wird am Tage einer solchen socialen Ordnung in der Familie lassen 
UND Abends erteilt UND zwar Vlclf0.ch In Ver Volks-  nicht nur  den verschiedenen Stämmcn asi- 
schule. Zu Sachsen bestanden solche Schulen seit schen Ursprungs, sondern fast bei allen Völkern 
1s83 zu chandau, Pirna, Wehlen, Hohnstein und nachweisen (s. Feldg-emeinschast). 
Hinterherinsdorf in der Säihfisihen Schweiz, sind Die H. hat sich bei den Kroaten, Serben und Bal- 
al;er wieder eingegangen. Ungarn besitzt 43 H., die Zum, mit Ausnahme der Städte und des dalmat. 
mit Lehrwerkstätten teils für Tischlerei, Dreihslerei üstenlandes, erhalten, und es sind die Rechtsver-
        

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