Bauhaus-Universität Weimar

218 Grauspießglanzerz  Gravelotte 
Graufpicfxgicmzerz oder Graus pieszglas- Gräve, f. Grc"ivius, Joh. Georg- 
0kz- is AUtkM0Mk- Gravedöna, Flecken iii der ital. Provinz uiid 
Grauvich , oft- iind si"idosteiirop. eiiifarbig dem Kreis Como,malerisch aiiiWestufer des Cornet 
graues Nindvieh, s. Rindviehzucht nebst Tafel: Sees gelegen, hat (1901) als Gemeinde 17()6 Cz, 
Rindviehrass en-I, Fig. Z.  zahlreiche Villeii, darunter der vierti'irniige Palazzo 
Gxauwacke, eiii konglomeratisches Trümmer-  delPero und ein schönes Baptisterium (12.Jahrh.). 
geftein von sehr verschiedenen Arten des Koriis, Grave1iiies (fpr. graw"lihii), s- Gravelingen. 
zu ammengesek-,t aus eckigen oder abgerundeten Gravelingeu, franz. Gravelines, Haup'tort 
Körnern von Quarz, die meist vorwalteii, aus Bruch- des Kantons G. im Arrondissement Dünkirchen des 
stücken von KieselfchieJFern iind Thonschiefern, wozu franz. Depart. Nord, 2 km von der Mündung der 
sich nicht selten auch eldspatkörner und in einigen kanalisierten An und an den Linien Calais-G.- -O tin- 
Abänderungen reichliche Glimmerblättchen gesellen, kircheii und G.-Watten (21 km) der Nordbahn, hat 
verkittet durch ein Biudeinittel, das gegen die Bruch- (1896) 3818, als Gemeinde 5907 E., einen kleinen, 
stücke meist zurücktritt und bald mehr kieseliger, bald nur zur LF.eitder Flut ziigä1iglichen Hasen mit Leucht- 
mehr thoniger Natur ist, bald ein Quarz-Glimmer- turm aii dem kleinen Fort Philipp, große Maga- 
Cement darstellt, bald auch zum Teil aus Carbo- zine; Schiffbau, Herings- nnd andern Fischfang so- 
nateii besteht und vielfach durch feinverteilte Kohle- wie Fifchsalzerei, Salzraffinerie, Segelfabrikation, 
ftäubchen d1inkelgefiirbt erscheint. Unter dem Mikro- Damp5fmehlmithlen, Ausfiihr voi1Friicl)te-n,8j1pfeln, 
kop gewahrt man oft noch Trümmer oder neu gebil- Gemü enund Eiern, Einfuhrvoi1Salz, Fi"iisern, Holz 
dete Kryftalle voii allerhand andern Mineralien, nnd Holzstäben ans Skandinavien.  G. wurde 
 1383 von den Eiigländei-n erobert iiiid gelangte 
blende, Au(git. Wegen der kieseligen Biiidemasse 1405 an Burgund. Beri"ihmt ist der Sieg der Spa- 
bent3t das et-Bein manchmal eine große Zähi keit nier unter Egmond über die Franzosen unter Mar- 
iind Härte. raiie Farben sind die geivöhnlici()eii, schalt Thermes13.Juli1558. Jm J.1644 eroberten 
doch bedingt die Beimengiing von Eisenoxyd und die Franzosen G.; 1659 wurde es im Pyrenäifchen 
Eifenoxydhi)drat auch rötlichbraiine und gelblich- Frieden an Frankreich abgetrete1i. Durch Vauban 
braune Färbung. Auf Grund des Gefüges unter- wurden die efestignngen erneuert und nach 1870 
scheidet man die körnige ui1d die sehr deutlich beibehalten iiiid verbessert, da G. initCalais, Dün- 
geschichtete, an parallelen Glimnierschuppen reiche kirchen 1ind Bergues zusammen ein durch Wasser- 
schieferi g e G., ferner den Grau w a ck ens chie f er, linien gesichertc-s, wichtiges verfchanztes Lager bildet. 
der noch feinkörniger, gOlimmerreicher und vollkom- Griivell, Martin. Karl F-riedr. Wilh., polit. 
mener gefehiefert ist. te G. ist vielfach fosßlhal- und philof. Schriftsteller, ge  28. Aug. 1781 zu 
tig: die Pflanzen- und Tierreste stellen fiel) aber Belgard in Pommern, studierte in Halle die Rechte, 
meistens nur als Abdrücke oder Steinkerne dar. wurde 1805 Assessor und trat iii sächs. Dienste, die 
G. bildet neben Thonschiefer und Kalkstein das er jedoch 1811 mit preiif3ifcheii vertauschte. Nach- 
Hauptmaterial, aus dem die ßlurische und devonifche dem er als Adjutant an den Befreiuiigskriegeu teil- 
Formation aufgeba11t ist; auch in der untern Ab- genommen hatte, führte er im preusz. Justiz- und 
teilung der Steinkohlensormation treten, wo dieselbe Verwaltungsdienst ein wechselvolles Leben, bis er 
als Kiilmbildung vorliegt, zahlreiche und mächtige 1837 pensioniert wurde. Seine Konflikte mit. der 
Ablagerun en von G. auf. Die G. steht übrigens Regierung hat er in ((Neueste Behandlung eines 
dem SandsJteiii recht nahe und unterscheidet sich preiif3. Staatsbeamten-) (2, Bde., Lpz. 1818) iiiid 
von diesem vorwiegend nur durch die mehr ver- ciGesii)ichte meines Austritts aus dem Staats- 
schiedenartige Natur der klastixjchen Elemente. dieiiste)) (2  Jena 1837) dargelegt. .18-18 
Grcmivakkeufrhicfer, f. rauwacke. wurde er in die Konstituierende D-eutsche National- 
Grauwerk, s. Xeh (im Pelzhandel). Versammlung gewählt und hielt sich zur loiiservati- 
 s. Grad  ven äiißerste1i Rechten. Nach dem Rücktritt des Mi- 
Gravalo8,Badeort in Spanien, s. Arnedo. nistet-iums Gager-n wurde G. 16. Mai 1849 vom 
 (lat.) hatte in der frühem Prozeß- Reichsverweser mit der Bildung eines neuen Mini- 
sprache die Bedeutung von Beschwerde. Gram- steriums beauftragt, aii dessen Spitze er die der Cen- 
min-. wurden im ältern Staatsrecht die Beschwer- tralgewalt zustehende Befugnis und Regierungs- 
den der Landstände über Justiz- und andere Ge- gemalt aufrecht zu erhalten suchte, bis auch er iiiit 
brechen genannt, weshalb manche ältere Gefeye unter dem Rücktritt des Reichsverwes ers sein Amt nieder- 
dem Kollektivnamen ((Res01utio gr-ivamjnum)) (Er- legte. Er lebte seitdem zurückaezogen in Frankfurt 
ledigung derLandesgebrechen)ergingen. Jiisbesoii- a. O. und starb 29. Sept. 1860 in Dresden. G. 
dere nannte man Gravamina n-iti0nis Gar-me-rnjcae veröffentlichte ((Kommentare)) zu den preiisz. Kredit- 
seit dem 14. Jahrh. alle Beschwerden des deutschen gesehen (4 Bde., Berl. 181:-z-20) u11d zii der All- 
Volks über Beeinträchtigung vonseiten des Papstes. gemeinen Gerichtsordnuiig für die Preuss. Staaten 
Hundert derselben wurden 1522 dem Papst über- (6 Bde., Erfurt 1825-:-31); ferner ((Der Mensih)) 
sendet und erschienen in demselben Jahre im Druck. (Berl. 1815; 4. Aufl. 1839) mit den beiden Fort- 
C-:-avaItla., Gravcition, s. Gravieren  sekzuiigen (cDer Bürgern (ebd. 1822) nnd ((Der 
  Bde., Stuttg. 1823), ((Mein Glaubens- 
ernst, feierlich, gemeHen.  bekenntuis, angehend den polit. Zustand Deutsch- 
Grabe (spr. chra-), Stadt in der niederländ.Pro- landsv (Frankf. 1849).    
vinz Nordbrabant, am linken Ufer der Maas, 13 km Griwelotte (sp-r. graw"lott), .siirchdorf im Kan- 
im SW. von Niinwegen, zählt (1899) 2440 E. 1586 ton Gorze, Landkreis Mars, d-es Bezirks Lothringeii, 
wurde G. von Alexander Far1iese erobert, 1602 10km iveftlich vonMet3 unioeitderfranz.Grenze auf 
von Mori8 von Oranien den Spaniern wieder ent- der Hochfläche zwischen der Mance und dem,Gorze-- 
rissen, 1672 von den Franzosen genommen, aber fluß, hat(1900) 573 E., darunter 14 Evangelifche, ist 
1674 wieder geräumt. denkwürdig diirc.h die Schlacht von Gravelotte-
        

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