Bauhaus-Universität Weimar

Jtalienische Kunst 795 
 Baptiste- Was Giovanni Pfand angestrebt und nach ihm 
rien in Parn1a und Ida. Steife, regungslose Ge- noch entschiedener oiiatello versucht uiid bewert- 
staltfenk iii schtlechtdln Verhältnissen, ai(?jsdriickslose Lt,elligtlhattc, das ging dann als Vcrmäcl)tnis aus 
Köp e, oiiven ioiie gezogene;3-a tender ewandung ie Fo gezeit ü er nnd wurde ini16. a rh. niit den 
sind allen diesen Werken gemeinsam. umsassendsteiiMitteln der Da:-stelluiiF End im aus- 
Erst gegen die Mitte des 13. Jahrh. begann, und gedechntesten Kreise der Anschauung zu vdlligem 
zwar in Tosdana (Pis.a), ein Aufschwung der ital. Abs lus3 gebracht. Den,übergang in die freie For- 
Bildnerei. 9iiccolo P-isano (gest. 1278) befreite sie meiibehandliing des Ciiiqiiecento fanden zuerst 
aiis der Gebundenheit zu neuer Entwicklung. Er Giov.Franc.Rustici,AndreaSansovino uiidJacopo 
folgte aiitiken Vorbildern iind gelangte dadiirch so- S-ansoviiio(s.Tas.  Lonibardiaus 
wohl als durch eigene Naturbeobachtiiiig zu einer F-ei-rara, Ante-nio Begarelli aus Modena, Giovanni 
für jene-Zeit üherrasihendeii  der Form da Nola, der Pan-ptrepräseiitaii-t der neapolit. Bild- 
und Gediegenheit der Technik, wie Je die Prachtkan- hauerschiile, gehoreii gleichfalls zu den ausgezeich- 
zeln -un Baptisterium zu Pisa (s. Taf. 1V, Fig. is iieten Meistern derselben Zeit. Doch über alle ragt 
und imDoin zuSiena zeigen. Sein Sohn Giovanni seh-on am Ende des 15. -Jahrh. der Florentiner 
Pisaiio lenkte von der E)iachal)miiug antiker Skul- MichelangeloBuonarrotihinaiis,welcherdiemensch- 
pturen wieder ab; sein Streben ging mehr aiis das liche Gestalt groß und frei -in der meis,terhaftes-ten 
Natürliche und Maiin.igsaltige, auf eknen bewegtern, Weise darstellte. Die von ihni geschaffenen Bild- 
leidenschastluhern Stil; Aiidrea Pi1ano wußte den merke, wie der triiiikene Bacihus,die PietZi (s. Taf. V, 
harten Pealisinus des E-)iiceolo durch Sinn für Fig.4),der David, der Moses (s.Tcif.J, Fig. 2), die 
Sihouheit und Einfachheit zu maszigen "und voll- Statuen an den Mediceergrabern (s. Hasel: Grab- 
endete1330 ein gros3artiges Werk, die alteste mit mal des Lorenzo del Medici, beim Artikel 
Reliess geschmi"1ckte Ei-zthi'ir des Baptisteriiinis zu M"ichelangelo), sind l)ervoi-ragend durch die tiefe 
Florenz-, die unter den plastischeii Erzeiignissen des Kenntnis der Anatoniie, die treffliche Behandlung 
ital. Mittelalters nur an den 1359 von Orcagna des Marmors sowie die vorzügliche Charakterisie- 
aiisgefi"ihrte,n Skiilpturen des Altartabernakels iii riing der Gestalten. Nur brachte er seine Figuren 
Or Sau Michele daselbst würdige Seiteiisti"icke hat. oft in gewaltsciine Bewegungen, deren Absicht nicht 
NebendenFlorentinernbildetGiovaiinidiBalduccio selten schwer verständlich ist. Bei seinen Arbeiten 
da Pisa in Ober-italien eine Schule, deren Haupt- halfen ihm Rassael da Monteliipo und Fra Gio- 
werke die Scaligcer-Graber.zu Verona, Skiilpturen vanni Aiigelo Montorsoli. Zu seinen tüchtigern 
zu Bergamo, P on,za, Mailand durch die Künstler- Nachsolgern-gehören: Gugliel-nio della Portci, Ven- 
saniilie der Cainpionen wahrend des 14. Jahrh. venuto C(-llini (s. Taf. V, Fig. 5), Niccolo Peri- 
ausgesührt wurden. coli, genannt Tribolo. Sein Nebenbuhler Baecio 
Das schon beidiesenMeisteriisehrhervortretende Bandinelli (s. d.) unterliegt, ohne es zu wollen, 
Natnrstudium wurde nun die Grundlage, aiis der seinem Einfluß. Alle diese überiiahnien von Michel- 
in; 15. Jahrh, eine Reihe toscan. Künstler die ital. angeln die Größe der Auss;assuiiK und die idealistisihe 
Bildnerei weiter entwickelte und- in selbständiger liberkraft der Formen. hre "unstart erweist sich 
Weise erhob. Jacopo della Qiiercia, in seinen Bild- als äußerlich musterhaft-, doch mit fertigen Schul- 
merken am Hauptp,ortal,von Sau Petroiiio zu Po- motlven arbeitend, se bst in Moniimentaliverken als 
logna (14-29), nnd in. seiiien Skulpturen it; seiner dekorativ. Aber iniiercgalb ihrer Grenzen entwicelt 
Vaterstadt Siena, iiaherte sich der vollen Freiheit sie eine hohe Meisters ast im Aufbaii sowohl wie 
des neuen Stils,.der fast gleichzeitig zu Florenz von ini.einzelnen. Namentlich erhält seit dem letzten 
Lorenzo Ghiberti mit den berühmten Peliess (s. die Drittel des 16. Jahrh. die Bildnerei durch Gio- 
Tafel: Bronzereliess vom B.aptisteriuin zu vanni da Bologna (s. Taf. If, Fig. Z) neue An- 
Florenz, beim Artikel Ghiberti-) an den beiden reguiigen,,der in seiiien Arbeiten Anmut der Form 
neuern Thüren des dortigen Baptisteriunis begrun- nnd Geschick in der Gruppieriiiig zeigt. 
det und von Donatello in seinen Marmorstatuen an Durch die letzten Meister des 16.Jahrh. waren die 
Or Saii Michele ii. a. (s, Tas.JV, Fig. Z) bis zu rück- Grenzen und Gesetze der Skulptiir schon mehr und 
t1Cbks-I,Os et NUtUVWOk)Vl)e,1t getrieben wurde. Lucadel1a mehr, ost über das Gebührliche erweitert worden. Die 
Robbia entfernte sich niFht so weit wi,e1en.e voii dem ital.Bi dhauer des 17.?ahrh. überschritten vollends 
ältern Stil, indem er her aller Patürlicl)keit, Lebens- das Maß des rein Pia tischen. Bei der in der Zeit 
fülle und Mannigfaltigkeit seinen Gestalten einen liegenden Vorliebe für starke Wirkungen strebten He 
Zug feierlicher Idealität und e-igeatüinliiher Zart- einen inalerischen Stil an, der fortan sowohl die 
          
iin ronze üren im omziiForeiiz. u er ein e e äu ert i in tar nianierier er u a ung, 
war er der Schöpfer einer neuen Gattung der Bild- i"ibertriebeiien Stellungen , geziertem Ausdruck, 
n-erei, der Terrakotten mit einem weißen oder far- schlasseii, aiisgedunsenen Formen, bauschigen und 
bigleii Glasiiri"öbd7rzu3F,Udie diirih ihn usw Eine Fa- 8iitterigen geivänderi;, cd)eick)?m Zietrat,g:iIt aber als 
nii ie zu einer o en o on1men)eit ge ra twurde egengewi t einen o .ge pA,M1 M )wun in 
ls-,Taf. V, Fig. 1). Die Mehrzahl der übrigen der Erfindung, eine mächtige Wirkung des Unir?sses 
Zeitgenossen, wie Andrea del Verrocchio (s. Taf. IV, und ungewöhnliche F;ertig eit.in der Behandlung. 
             
na e o e re enen iia iira iti en "i tung. ndere -gar i   un. orenzo ernini    km 
toscan. Bildhauer zeigen sich minder natiiralistisch beiden finden Eil) di Rom berühmte Werke, unter 
und dem Luca della Robbia verwandt;,so die meist welchen für Alg3ardi das Marmorrelzef der Umkehr 
in Marinor(a.rbeitendeii Künstler Aiitonio Nossellino Attila-s in der S ,eterskirche, für Bernini die Gruppe 
(s- TM- IV- itzt. 6), Desiderio da Settignano, Mino de-r heil. Teresa in Sta. Maria della Vittoria am be- 
d,E  F-ig.2), Benedetto da Majaiio zeichnendsten sind. Stesano Madernos heil. Cäcilia 
(t- Of- IV, F!g- 4) U- s- w. in der Kirche dieser Heiligen zu Rom und Duciues-
        

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