Bauhaus-Universität Weimar

     
unter einem andern als dem wahren Namen des Vorschriften über Benennung der Personen des 
Verfasscrs oder ohne Namen erscheinen (pseudo- Eigentümers.-oder H. oder Redacteiirs genü t, die 
nymen oder anoiii)men Werken) ist der H., falls aber Kaution geleistet ist, wird mit Haft bis I Jahr uiid 
ein solcher nicht angegeben ist, der Verleger zur Geldstrafe bis 500 F-l. bestraft. 
Wahrnehmung der Rechte des. Urhebers berechtigt Nach dem schweiz. Biitidesstrafg,esetz vom 4. Febr. 
 moralischeVerantwortung, 1853, Art.  haftet für Preszdelikte der Verfasser. 
wenn aiich nicht für den Jnhalt-der Druckschrift, so Ha-t aber die Herausgabe ohne sein Wissen und 
doch für deren ösfent.liche.Mitteilung ob, und er ist Willen stattgefunden, oder kann er nicht leicht 
strafbar, wenn er (wie er immer sollte, und wie auch, ermittelt werden, oder ist er außer dein Bereich der 
wenn er besondere Umstände für seine Unkenntnis Bu-ndesgewalt, so haftet der H., in Ermangelung 
nichtdarlegt,.ineistthatscichlich angenommenwerden dessen der Verleger, und wenn dieser nicht heran- 
wird) dieVeroffentlichung initK.enntnis"des Jnhalts gezogen wer-den kann, der Drücker. Der H. oder 
vorgenommen hat, sofern die Veroffeiitlichung Verleger lsastet subsidiär für die Pl-o3es3kosten und 
dieses Jnhalts unter das Strafgesetz füllt. Nach Entschädiguiigen, die von dem Verfasser nicht er- 
dem Deutschen Strcifgeseyb. F. 4l unterliegen der hältlich sind, Regres; dabei vorbehalten. Nach dem 
im Urteil über den strafbaren Jnhalt einer Druck- Voreiitwiirf zu einem Schweiz. Strafgesetzbuch gilt 
schrift auszusprechendenl1.nbrauchbarmachung auch auch für Preszdelikte allgemeines- Strafrecht, also 
die iin Besitze des H. befindlichen Exemplare. Nach keine Strafe ohne Schuld.  
dem Deutschen Presigesex3 vom 7. Mai 1874, J. 6, Hei-b., bei naturwissenschastlicheii Namen Ab- 
musz auf jeder im Geltungsbereich dieses Gesetzes kürzung für William Herbert, Pfarrer in Man- 
erscheinenden, zur Verbreitiing (Mitteilung an einen chester, geb. 1778, gest. 1847 in London; er schrieb 
individue-ll unbegrenzten Personenki-eis)bestimmten besonders über Aniaryllidaceen. 
Druckschrift bei deren Selbstvertrieb der Name des I-le:-da  Kraut, pharinaceiitische Bezeich- 
VEkfUlfeVsk, OV,Ek des  genannt sein (unter der niing der in der Heilkiinde verwendeten Kräuter. 
f:Elbstverstandlichen Ausnahme von Forinularen, Im Arzneibuch für das Deutsche Reich werden auf- 
ts15zetteln, Stimmzetteln it. s.  hier tritt Ver- geführt: H. Absinthji, Wermiit; H. Ca1-duibene- 
fasser oder H. an Stelle des Verlegers. Dabei kann (1ictj,Kardobenediktenkraut;H. Centaakji,Taiisend- 
(s(OdEV)) der Verfasser als Verfasser anonym blei- güldenkraut; H. Coch1eariae, Löffelkraut;H. Conii, 
Den- Wenn et Reh als H. nennt. Zuwiderhandlung Schierling; H. Hyoscyami, Bilsenkrautblätter; 
gegen F. S ist strafbar mit Geld bis 150 M. oder H. I-obe1jae, Lobelienkraut; H. Meliloti, Steiiiklee; 
mit Haft; wenn durch falsche Angaben mit Kenntnis H. Sei-py11i, Quendel; H. Thymj, Thymian; H. 
der UnFichtigkeit begangen, mit Geld bis 1000 M. Vio1-re trico1oris, Stiefiiiütterchen. 
oder mit Haft oder mit Gefängnis bis 6 Monaten. Herbar"ien  Saminlungeii getrockneter 
uber die bei solchen Drui:kschriften erfolgende Be- Pflanzen, ausgenommen diejenigen Botanischeii 
schI9gUAkZME is V- BE! UND! pSkIVVIsCl)eI1 DkUtk- S-aminlungen (f.  die bloß bestimmte Pflanzen- 
schriften ist der H. st-rafrechtlich vor dem Verleger, teile enthalten, wie Samen-, Frucht-, Holzsamm- 
Drücker und Perbreiter haftbar (s. 21). Bei peri,o- langen u. s. w. Allerdings ist es nur in wenigen 
discheii Druckschriften, d. h. Zeitungen und Zeit- Fällen möglich, ganze Pflanzen getrocknet auszube- 
schriften, die in monatlichen oder kurzem, wenn auch wahren; ei er immerhin müssen doch in einem Her- 
iinregelmäßigen Fristen erscheinen, ist der H. nach bariuni die charakteristischen- Teile der. Pflanzen 
der herrschenden Meinung ideiitisch mit dein ver- sämtlich vorhanden sein. Ein nach wissenschaft- 
aiitwortlichen Redacteur (s.  lichen Principien Fesammeltes und geordnetes Her- 
Das österr. PreßgeseH enthält Bestimmungen barium ist deshal der wichtigste Teil aller botan. 
nur über den H. periodischer Driickschriften. Ihm Sammlungen; keine Abbildung iind auch keine Be- 
liegt die Anmeldung der beabsichtigten Heraus- schreibuiig kann es ersetzen. 
ga e bei dem Staatsanwalt und der Sicherheits- Die Anforderungen, die an ein Herbarium ge- 
behörde des Ausgabeorte,s ob unter Mitteilung ftelltwerdenmi"issen,siiidvorallem: möglicl)steVoll- 
des Titels, der Zeitabschnitte des Ei-fcheinens und täiidigkeit sowohl in der Artenzahl als auch in der 
des Programms ( Übersicht der zu behandelnden einzelnen Pflanze, und zweitens genaue Angaben 
GSSMskäUdS); des NaMsUs,UUd WVhs1O17kEsdet per- über den Standort, die Zeit des Sammelns und 
cmtivortlichen Redacteure mit  den Namen des Scimmieks. Ferne: is; eine leichte 
Eigenschaften und Verhältnisse den gesetz when An- Uberfichtlichkeit dringend notwendig; diese wird am 
forder1ingen entErechen; endlich des Namens und besten dadurch erreicht, dass das erbariuin nach 
Wohnortes des ruckers und des Verle-ge.rs, wenn einem großem Komz)endium der Systematik, wie 
dieser nicht H. ist. Der H. hat auch die in diesen etwa Beiitham und Hookers ((Gener-. pla11tarum)), 
Beziehungen eintretenden Änderungen anziizeigeii. oder auch die einzelnen Familien nach bestimmten 
Nichtbeachtung dieser Vorschriften.wird mit Geld Monographien geordnet werden. Für pflanzeii- 
 von 5() bis 200 Fl., wisseiitlich falsche Angabe mit geogr. Zwecke empfiehlt es sich auch, Specialher- 
50 bis 500 Fl. und mit Arrest von einer Woche bis arien der-einzelnen Florengebiete anzulegen. 
-einem Monat bestraft. Auch kann die Herausgabe Beim Eins (1MM2IU De! PfkUUzeUfÜkdi8 H- Muß 
in beiden Fällen bis zur Erfüllung der gesetzlichen zunächst darauf Rücküchtgenommen werden,die zum 
Bedingungen eingestellt werden. Die früher für Trocknen bestimmten Individuen in gesiinden, kräf- 
Herausgabe periodischer Druckschriften bestehende tigen Exemplciren und möglichst vollständig zu er- 
Kai.itionsyflicht ist durch Reichsgesetz vom 9. Juli halten. Jst die Möglichkeit vorhanden, von einem 
1894 beseitigt worden. Standort mehrere Exemplare derselben Pflanze mit- 
Nach -dem ungar. Preszgesetz vom 11. April zunehmen, so ist es am empfehlenswertesten, solche 
1848 wird wegen Pres3vergehen der H. bestraft, zu sammeln, die in der Größe des Stengels, der 
wenn -der Verfasser nicht bekannt wird. Wer ein Blätter, überhaupt in allen Merkmalen am meisten 
periodisches Blatt herausgiebt, ohne daß zuvor den voneinander abweichen, was bei der großen Varia-
        

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