Bauhaus-Universität Weimar

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dieselbe ür bestimmte Zwecke. Zu erstern gehören niaterialien). Durch mechan. Zerkleinerung des H. 
Kernri se (Waldrisse), die sich oft schon im mit oder ohne chem. Veränderung erhält man die 
lebendigen Baume infolge des Schwindens der Cellulose (s.  den Holzstoff (s. d.) und das kunst- 
innern Holzsc-hichten bildeii; Frostrisse oder liche  (s. weiter unten); durch trockne Destilla- 
Frostspalte no (s. d.)  Drehwüchsigkeit, tion die Holzkohle (s.  Holzefsig (s.  Holzgas 
d. h. ein spiralig um die Achse des Stammes  Aus den leben- 
gerichteter Verlauf der Holzfasern. Rechts oder den Nadel9h?ölzern gewinnt man Harz (s. Harz- 
((widersonnig)) edreht ist ein Baum, wenn die nutzung). ancherlei Gerb- und Farbstosfe werden 
von unten nac?) oben verfolgten Fasern beim aus meist ausländischen H. gewonnen. Der Kam- 
stehenden Baume von der linken nach der rechten bialsaft der Nadelhölzer liefert Vanillin u. s. w. 
Seite des vor ihm stehenden Beobachters laufen; Über die Sortiniente des H. s. Holzaufbereitung; 
verlaufen die F-afern von rechts nach links, so ist über das Fällen des H. es. Holzfällung; über den 
der Baum links oder ((nachsonnigv gedreht. Star- Holzhandel s. d.; über die Holznies3kunst f. Forst- 
ker Drehwuchs macht das H. zu manchen Nutz- Mathematik und Xyloin-eter.  
Zwecken ganz unbrauchbar, es spaltet nicht, ist we- Litteratur. Nördlinger, Die technischen Eigen- 
niger tragfähig u. s. w. Schwacher Drehwuchs  
schadet wenig, in manchen Gegenden schreibt man 100 Holzarten (11 Bde., deren jeder 100 natürliche, 
dem nachsonnig gedrehten H. grössere Verwendbar- dünne BlättchenHirnholz mitText enthält, ebd.1852 
keit zu als dem widerfoniiigen. l rfache des Dreh-  wichtigsten deut- 
wuchsesift unbekannt. (S.Drchwüchsigkeit.) sjistig- schen Wald- und Gartenholzarten (ebd.1881); ders., 
keit des H., d. h. eingewachsene Äste, machen das- Die gewerblichen Eigenschaften der H. (ebd. 1890); 
selbe unbrauchbar für Spalt- und feinere Schnitt- J. Wie-L-net, Einleitung in die technische Mikroskopie 
waren; durch Erhaltung des Bestgndesschlusses, (Wien 1867); ders., Die Rohftoffe des Pflaiizenreichs 
auch durch künstliche Eiitfernu-ng der Aste mit Messer (Lpz.1873);  Exnei-, Die-mechan. Teihnologie des 
und Säge ersieht der Forstwirt möglichst astreines H., Bd. 1: Die mechan. Eigenschaften des H. (nur 
H. Ein nützlicher Fehler des H. ist für manche Ver- 1.Hälfte erschienen, Wien 1871); Ab. Maher,Chem. 
ivendungszwecke verschlungener und wellenförmiger Technologie des H. -als Bauniaterial (Braunschw. 
Verlauf der Fasern; hierher gehört M as erwuch s, 1872); R.Hartig, Die Zersehungserscheinungen des 
hervorgerufen durch örtliche Wucherung zahlreicher H. der Nadelholzbäume und der Eiche (Berl. 1878); 
Proventiv- initunter aiich Adoentivknospeii, manch- Burkart, Sammlung der wichtigsten europ. Nui3höl- 
mal infolge von Verlehiingen, besonders bei Pap- zer (40 Tafeln mitHolzdiirchsihnitten, Brünn 1880); 
pelii, U-lnieii, Erlen, Birken, Eichen, Ahorn, Linden Gottgetreu, Physifche und chein. Beschaffenheit der 
(Fouriiierholz, H. zu Tabaksdofen, Pfeifenköpfen Bauniaterialien  
 Nicht verschliingenen, sondern nur weilen- Prinx2,, Die Bau- und Nul3hölzer oder das H. als 
giE;rmigen Verlauf der Fasern zeiFt der wimmerige Rohmaterial für technische und gewerbliche Zwecke 
uchs, -am meisten zu finden ei Buchen, Eschen, (Weim. 1884); Kai-mars(h, Handbuch der mechani- 
Erlen, Eichen, besonders am Wur3ela-nfahe; der- schen.-Technologie (6. Aufl., Z Bde., bearbeitet von 
cirtiges H. ist gut für Tifchlerware, weniger gut als H. Fischer, Lpz. 1887-93); K. Gayer, Die Forst- 
Bauholz zu brauchen. bemit;ung (8. Aufl., Berl.1894); von Thümen, 
Fehler des H., die durch Krankheit d er H olz - über das H. und seine wichtigsten Eigenschgfte1sl (1M 
fas er verursacht werden, FäiIlnis und Krebs,  
find immer nachteilig für dessen Brauchbarkeit. schaften und forstliihes Verhalten.der wichtigern in 
Die Rotfäule (s. d.) und Weiszfäule (s. d.) Deutschland einheiinischen und eingefuhrten Holz- 
werden meist eingeleitet PUVTh parafitische Pilze, arten (2. Aufl.,Berl. 1895),: Mellinann, Chemisch- 
die entweder von oberii:dischen Wundstellen oder technisches Lehrbuch des Beizens, BleicJhens, Schlei- 
von den Wurzeln aus in den lebenden Baum fens u.f. w. der Hölzer (ebd. 18Fz9); Stubliiig, Tech- 
eindringen. Fäulniss scheint aber auch hervorge- nischer Ratgeber auf dein Gebiete der Holzinduftrie 
rufen werden zu können durch Einwirkung von Luft (Lpz. 1901); .R. Hartig, Holzuiiterfikchungeii (ebd. 
und Wasser auf Wundflächen, wobei sich Pilze nur 1901);, Kontinentale Holz-zeitung (Wien); Deutsche 
sekundar beteiligen, oder als Wurzelfäule durch Holzzeitung (Königsberg i.   
ungenügenden Sauerstoffgehalt des- Bodens. Bei Über feuerg1Ch,eres H- J- HDIz1mprägnierung. 
der Zersetzung des H. durch parafitifche Pilze ver- Fossiles  ist Versteinertes,. besonders ver- 
liert es seinen Zusammenhang durch Auflösung der kieseltes oder v-erkohlt,es H., d-as sich in fast allen 
Zellw"ande uiid nimmt ver chiedene Farben an. Nach geolog. Formationen findet. Viele Teile der Braun- 
dem örtlichen Auftreten der Krankheit spricht man kohlen und die Faserkohle der Steinkohlenperiode 
von Wurzel-, Sto  Ast- und Kernfäule. Außerliche find weiter nichts als jossiles H. Verkieseltes H. ist 
Fäulniss bezeichnet man gern in-it dem Ausdruck ungemein weit verbreitet, in Deutschland z. B. im 
c(Krebs)). Beschädigungen,Froftrisse,.Jnsekten sind Rotlie enden am Khffhäuser, bei CheniniY u. s. w. 
oft Ursache, obgleich auch hier Pilze eine HauptrolIe Im begsondern bezeichnet man wohl aber auch als 
spielen. DieFäulnis tritt noch häufiger als iii leben- fosfiles H. solihe Stücke in geologisch jungen Ab- 
den Bäumen in totem, bereits-.verar eitetem H. auf, agerungen wie im Torf, die, nur wenig cakbvni- 
und auch -hierin sie von verschiedenen Pilzen beglei- fiert, noch so viel Festigkeit besitzen, daß ne be- 
tet oder eingeleitet. Ein höchst gefährlicher Feind ist arbeitet werden können. 
in dieser Vezeehung der Haus-sehwamm (s.  über ge.bogenes H. s. Holzbiegniaschineii. 
Das H. wird zu den verschiedensten technischen Künstltcheg H. (fkcmz. be-is du:-ei) ist eine erst in 
Zweckenverwendet. Jn chemisch unverändertem Zu- neuerer seit, zuerst von Latry in Paris, aus den 
stande dient es zu baulichen Zwecken (s. Bauholz)- fe1ngepu verten Sägespänen harzreicher H., die mit 
 u. . w. (s. Holz- Albumin, einer Leimlösung oder andern Klebstoffen 
ware11), sOWIE Als VVEM1k)VIz ZUM He!zS11( .He!Z- SCM1sCht End, unter Anwendung von erwärmten
        

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