Bauhaus-Universität Weimar

Hohenzollern (Bergschloß)  Hohenzollern (Furstenhaus) 253 
lande im Gebiet der Donau und dem figmaring. und eine Saale mit dem Bronzestandbild-des Kö- 
Unterlande im Neckargebiet gebildet und Umfaßte nigs Friedrich Wilhelm 1V. von Bläser in einem 
770,7 qkm. Das Fürstentuni bestand aus dem un- got. Turinchen.  Vgl. Nachrichten über die königl. 
mittelbaren FürsteiitiimHohenzollei-n-Sigmaringen, Stammburg H. (Berl. 1863); Stüler, Bauwerke 
aus den unmittelbaren fürstl. Obervogteiämtern (Abteil. Z, ebd.1866); Graf Stillfried-Alcantara, 
Achbergund Beuei;n,aus den stcindesherrlichenfürstl. H. Beschreibung und Geschichte der Burg (Nürnb. 
Thurn und Taxisschen Obercimtern Ostrach und 1871); Sii)ulte vom Brühl, Deutsche Seh Wer -und 
Strasberg und den fürstl. Fürstenbergscheii Patri- BurgZn, Heft 6u. 7 (LsZ. 1888); Manns, Geschichte 
monial-Obervogteitimtern Jungnaii und TrochteJ- und eschreibung der arg H. (Heching. 1898). 
fingen. Durch den Luneviller Frieden verlor es die -Hohenz.olleru, das alte deutsche Fürstenhaus, 
Feudalrechte in den niederländ.-Herrschaften und dem das seit 18. Jan. 1871 die deutsche Kaiserkrone 
die Domänei-i in Belgien, wofür ihni die Herrschaft tragende preuß. Kdnigshaus sowie die Fürsten 
Glatt und die Klöster Jnzighofen, Kloster Beuron von H. angehören, hat seinen Stammfig auf der 
und Holeschein zu teil wurden. Jnsolge der Auf- alten Bergfeste Zollern oder Ho3enzollern (s. d.) in 
nahme des Fürsten Anton Aloys Maiiirad in den Schwaben. Die Tradition, na welcher als älte- 
Rheinbund wurde es 1806 souverc"iii und erhielt die ster bekaniiter Ahiiherr des Hauses der schwäl). 
Herrschaften Achberg und Hohensels, die Kloster Gras Thass"ilo (um 800) gilt,.der auch die Stamm- 
Klosterwald -und Habsthal, ferner die Soiiveränitat burg gegründet haben soll, ist ertveislich eine Er- 
über alle -ritterschaftlichen Besi;ziiiigeii innerhalb sindiiiig d-es is. Jahrh. Ansprecheiid, aber nicht 
seines Gebietes und der Territorieii im Norden der bewiesen ist die Vermutung, daß die H. von dem 
Donau, sowie die Oberhoheit über die Thurii und Geschlecht der Burkardinger, das im 10. Jahrh- 
Taxisschen Herrschaften Ostrach und Strasberg. die herzogl. Würde von Alanianiiien besaß und bis 
Haupt- und Residenzstadt war Siginaringen. (S. aus Hunfrid, den Grafen beider Rhätien, zur Zeit 
H-)henzollem,Fürstenhaus.)  N Karls d. Gr. z-urückge(sührt wird, abstammen. Die 
Vgl. Barth, Hohenzoll. Chronik (Sigmar.1860); ersten.unte-r ihrem zFaniiliennan1en auftretendeii 
C-:amer, Die Gragchaft H. (Stuttg. 1873); Keßler, Zamilieng1ieder nnd Burchard und Wezel von 
Beschreibung der ohenzollernschen Lande (Sigmar. olre, welche 1061 während der Minderjährigkeit 
1893); Egler, Mythologie, Sage und Geschichte der Kaiser Heinrichs 1V. erschlagen wurden. Ob sie 
Hoheiizollernschen Lande (ebd.  und Nachkommen hinterlassen haben, ist nicht bekannt. 
Laur, Die Bau- uiid Kunstdenkmaler in den Hohen- Auch die zwischen den im 12. Jahrh. lebenden Mit- 
zollernschen Landen (Stuttg.1896); Manns, Ge- gliedern des Hauses obwalteiiden genealog. Zu- 
schichte der Grafschaft H. im H. und 16. Jahrh. sainnienhtinge sind nur zum Teil aufgeklärt. Doch 
(Hechin en 1897); Gemeindelexikon von H. (Berl. gehörte das Geschlecht unzweifelhaft schon bei Be- 
1897); ?3ingeler, H. Bilder aus der Gegenwart und ginn des 12..Jahrh. zu den durch Griindbefix- und 
der Vergangenheit der Stammlande des deutschen Gerichtshoheit heroorragendsten Familien Schwa- 
Kaiser auses (Stuttg. 1897).   beiis. Denn, abgesehen von dem als Mitstifter des 
Ho enzolleru oder Zoller.n, in alten .53;iten Klosters Alpirsbach genannten (1omjmis Adelbertus 
Zoli:e, Zolra, Zolro, Zolrin genannt, erg- de Zolre,werden schon um 1100 Fridericus deZolre, 
fä)losz im Oberamt Hechingen des  in welchem man den ersten Vogt des enannteii 
Si maringen, 2 km südlich voii Hechingen (s. d.) Klosters erkennt, und ebenso 1125 Biircgardus de 
aus dem 866 m hohen Z ollerb erge, einem steilen Zolre als comites bezeichnet. Dieser Gras Fried- 
Bergke el der Alb gelegen, ist die Stammburg des ritt) (na(h einer spätern Quelle Graf Burchard) 
fükstl. gaufes H. ie erste Erbauung fällt in das hatte mehrere Söhne, von denen Gras Burchard 
U. Jahrh., aus welchem nur noch der Grund der Stanimvater der 1486 erloschenen Linie der Grafen 
Kapelle St. Michaelvorhanden ist. Die Burg wurde von Hohenberg, Graf Friedrich aber der Stamm- 
15. Mai 1423 von der Gräsin Henriette von Wurst- vater der spätern Burggrasen von Nürnberg wurde. 
temberg und den schwäb. Neichsstädten erobert und Als solcher wird- zuerst aus diesem Gesch echt dei- 
zerstört, seit Mai 1454 aber pon.Jos. N-icolaus in der zweiten Haljs)te des 12.Ja rh. in den Urkun- 
wieder aufgebaut, Im Drei,sziä1ährigen Kriege er- den Kaiser z)-riedri II, und Heinrichs Vl. als.Zeuge 
oberten und verwi"iiteten sie die chweden und Würt- oft erwägnte Gras z)sriedrich von H. urkundlich ge- 
temberger, so daß ße.alln-iählich bis auf die Kapelle nannt. ui:ih seine Gemahlin Sophie, die Erb- 
in Verfall geriet. Friedrich Wilhelm IV. von Preu- tochter Konrads, des letzten. nümbergischen Burg-. 
ßen ließ die Stammburg seines Hauses 1850-67 grasen aus der osterr. Familie von Ragze oder Näh, 
nach demaltenGrundris3 undimStildes14.zahrh. kamen seine Nachkommen Zugleich in den Besit- 
nach den Plänen Stülers in ein stattliches chloß sränl. und österr. Allodia guter dieser Familie. 
iiiit sechs Türmen verwandeln und zugleich be-  
festigen und armieren. (S. Tafel: Burgen 1l, (gest. um 1251) werden anfänglich beide sowohl als 
Fig. 6.) Neuem Anordnungen zufolge ist jedoch Grasen von Zolre wie als Burgk3rafen von Nürn- 
die Feste nicht weiter als militär. Position bestimmt. berg bezeichnet. Wahrscheinlich ebten die Brüder 
Die Besalzung der Burg bildet eine Eompagnie des daher in gemeinschaftlichem Giiterbef1tz- bis nach 
6. bad. Jnfantei:ieregiments Kaiser Friedrich Ill. 1227 eine Teilung statthatte., in der Konrad die 
Nr.114. Neben der alten kath.Kapelle, die eriieuert Burggrasschast und die wichtigen neu erti;orbeneii 
ist, hat die Burg auch eine kleine evaiig. Kirche. Beßxzungen übernahm, Friedrich aber die ange- 
Voni ersten Burgbau herrührend befinden sich in stammte Grafschaft und die zollernschen Familien- 
der St. Michaels-Kapelle noch drei Steintafelii, güter in Schwaben erhielt. So entstanden die noch 
die Evangelisten Johannes und Markus, sowie den jetzt fortdauernde frank. und fchwäb. Linie. (Hierzn 
Erzengel Michae , dem Trüber die Kirche geweiht die genealog. Tafeln: Hohenzollern1-1V. Zur 
war, darstellend. Die Ar eit stammt aus dem ersten Erläuterung der Tafeln sei bemerkt: Es sind stets 
J0-hk3Chnt des 11.Jahrh. Jiii Hofe ein Zierbruniieii nur die Kinder der männlichen Vertreter des Hau-
        

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