Bauhaus-Universität Weimar

734 Meister  Meister-gesang 
dingnugslosen)) Mitgenuß der dritten Staaten zu ken. (S. auch Disfereutialzblle.)  Vgl. Arndt, Die 
gewährenden Begünstigungen gesprochen. Ja einer Zweckniäßigkeit des Systems der M. (Berl. 1901); 
diesem Sinne entsprechenden Form, die im einzelnen Calwer, Die M. der Vereinigten Staaten von Nord- 
wechselt, ist dann die M. in die meisten neuern ainerika(ebd.1902).  
Handelsverträge übergegangen. Dabei schließt die Meister (aiis tat. mag,-ister), im allgemeinen 
Unbedingtheit der M. nicht ohne weiteres auch ihre jemand, der es in einer KJzinst, einem Handwerk- 
1naterielle Unbefchräuktheit in sich. Jhr sachlicher einem Sport zu einer gewissen Vollkommenheit ge- 
Geltuugsbereich wird in den Verträgen verschieden bracht hat (inleßtererBedeutungs.Champio1i), iml1e- 
bezeichnet. Zum Teil erfaßt sie ohne jede Beschrän- sondern jemand, der ein Handwerk (s. d.) selbständ1(1 
ku1ig jedweden Vorteil, der einem dritten Staate betreibt. Zur Zeit des Zuiiftzwanges (s. Zünfte) 
eingeräumt wird, wie z. B. im Vertrage zwischen war die Erwerbung des Meisterrechts (s. d.) von de! 
Deutschland und Japan vom 4. April1896  allen Ableiung einer Meisterprüfung (s. d.) abhängig- 
anf Handel und Schiffahrt bezüglichen Angelegen- Durch die Einführung der Gewerbefreiheit (s. V-) 
heiten jede Art von Vorrecht, Begünstigung oder wurde dieser Zwang beseitigt und jedem das Recht 
Befreiung))). -Zum Teil ist ihr sachlicher Geltungs- zur Ausübung des selbständigen Betriebes eines 
bereich enger bezeichnet. So bezieht sich nach Art. 11 Handwerks verliehen, doch dürfen nach der Novelle 
des Frankfurter Friedensve1"trags vom 10. Mai vom 26. Juli 1897 zur Deutschen Gewerbeordnung 
1871 die M. auf (cdie Eingangs- und Ausgangs- (5. 1;33) den Meistertitel in Verbindung mit del 
abgaben, den Durchgangsverkehr, die Zollförmlich- Bezeichnung eines Handwerks nur Handwerker füh- 
keiten, die Zulcissung und Behandlung beider Nu- ten, wenn sie in ihrem Gewerbe die Befugnis zUk 
tionen und ihrer Vertreter)), nach dem deutsch-österr. Anleitung von Lehrlingen erworben und die Meister- 
Hcindelsvertrag vom 6. Dez. 1891 auf Betrag, prüfung  bestanden haben. Die Befugnis zU,V 
Sicherung und Erhebung der Ein- und Ausgangs- Anleitung von Lehrlingen steht aber nur denjeni- 
abgaben und auf die Behandlung der Durchsicht. gen Personen zu, die das 24. Lebensjahr vollendet- 
Dieinile3tern Vertrage genanntenAngelegenheiten eine dreijährige Lehrzeit zurückgelegt und die Ge- 
stel)en thatsächlic-h ini Vordergrunde bei allen Ver- sellenprüfung (s. d.) bestanden oder 5 Jahre hin- 
einbarungen über die M. und erstrecken sich meist durch persönlich das Handwerk selbständi oder als 
auf alle Boden- und Gewerbserzeugnisse des Ver- Werkmeister ausgeübt haben. Manche ZnnungeU 
tragsstaates, zum Teil auch auf fremde, in dem (s. d.) machen die Ablegung der Meisterpri"ifuug 
Vertragsstaat durch Zollentrichtung nationalisierte ebenfalls zur Aufnahmebedinguxig.   
Waren. Es fehlt aber nicht an Beispielenf1"1r eine In der Kunstgeschichte wird M. mit einem 
bestimmte Beschränkung des von der M. zu erfassen- näher bezeichnenden Zusatz gebraucht, um Ki"instleV 
den Warenkreises, sei es, das; bestimmte Waren aus- zu benennen, deren Namen nicht genau bekannt sind. 
genommen werden, sei es, das; die zu erfassenden So von Malern: der ccM. des Kölner Do1nbildes))- 
Warengruppen einzeln aufgezählt werden. Auch in ein Kölner Maler zu Anfang des 15. Jahrh., neues- 
räumlicher Beziehung kommen Beschränkungen vor. dings als Stephan Lochner festgestellt; der c(M. del 
Im Art. 11 des Frankfurter.Friedensvertrags er- Lyversbergschen Passions (um 1463-80), der IM- 
fas;t die M. nur die .Vergünst,igu13gen an England, des Bart-holomäus)) (um 1509), der  vom Tode 
Belgien, Holland, die Schweiz, Osterreich-Ungarn der Mariae (um 1515-30; jetzt als Joos van de? 
und Rußlaiid. Südamerik. Staaten haben wieder- Beke, genannt Joos van Cleve, erkannt), alle -drei 
holt von der M. diejenigen Begünstigungen aiisge- benannt nach den Werken in der Münchener Pins- 
schlossen, welche sie ihren Nachbarstaaten gewährt kothek; ferner M. von Flemalle (wahrscheinlich R 
haben. Als allgemein übliche Ausnahmen von der van der Weyden). Namentlich benennt man HVIZ- 
M. sind die Begünstigungen für den Verkehr in den schneidet und Kupferstecher mit dem Meist(-rnameIi 
Grenzbezirken anzusehen, weildiese Vereinbarungen und dem hinzugefügten Monogramn1; daher faßt 
auf die Verhältnisse bestimmter Grenzstrecken zuge- man diese zusammen unter dem Namen Mo1IVJ 
schnitten nnd, einer Verallgemeinerung also nicht grammisten. So: der  von 1423-), der END- 
zugängig und auch nicht bedürftig sind. Auch die E.  der  mit den Bandrollen)) (Mi-ritt-e  
durch eine Zollunion zwischen zwei oder mehrern banderol1es), weil seine Blätter fast alle mit Band- 
Staaten zugestandenen Begünstigungen werden all- rollen versehen sind, der (cM. mit dem Würfels) (s; 
gemein ausgeschlossen, weil sie nur den internen  Naqlerund Andresen, Die Mo1iogWM' 
Verkehr des durch ZolIunion zusaminengehaltenen misten (5 Bde., Münch. 18fj7-79).   
Wirtschaftsgebietes betreffen. Die allgemeine und Mcistergesang, die Dichtung, die seitdem An' 
unbedingte M. giebt allen Zugeständnissen, die ein fange des 14. Jahrh. von Bürgern der deutscheI! 
Staat einem andern, auch gegen bestimmte Gegen- Städte gepflegt wurde. Sie kann als eine Hort' 
leistungen desselben, gewährt, eine allgemeine Wir- segung der im 12. und 13. Jahrh. von den höfIsÖe" 
kung, was nicht immer den Jnteressen des Landes Dichtern, den adligen Minnesingern (s. Minnescm5f)k 
entspricht, und ermöglicht den Mitgenuß dieser begründeten und ausgebildeten lyrischen KU"tJ 
Vorteile unter Umständen auch solchen Ländern, dichtung gelten. Die Dichter selbst werden Meift"" 
die lediglich die M. zugestehen, ohne dritten Lein- singer genannt. Ihren Ursprung führt die s(1gE7" 
dern irgend welche bestimmte Tarifzugeständnisse zu hafte Überlieferung der Singschulen auf 12 alte 
Wachen- und die deshalb ohne Verletzung ihrer Ver- Meister zur Zeit Kaiser Ottos, darunter vor Allem 
Trag?-PfHCI)tenihre eigenenZöllenachBc-liebenherauf- auf Heinrich von Meißen den Frauenlob (s.  ZU- 
UUd be.UMkeVseBen können. Zur Vermeidung solcher riick, und es prägt sich darin wenigstens die richkISe 
Nachteile UT Mek)tf(ICh empfohlen worden die be- Erkenntnis aus daß die gelehrten Spr1tck)dkc?M"- 
d.I"SUUSslVse M- je nach den wirtschaftliihen Be- wie Frauenlob - die (cMeister)) des ausgehenden 
z1,ehUUgeU- de! einzelnen Vertrags-staaten auf be- 13. Jahrh., die unmittelbaren Vorläufer des M- 
it1MMte Wakeng1Juppen oder auf die Zugeständnisse waren. Der älteste wirkliche MeistersinlgeV W? 
M! besk1MMt bezeichnete dritte Staaten zu beschrän- aber nicht der theologisch gebildete Frauen ob, sV""
        

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