Bauhaus-Universität Weimar

216 Lithographie und lithographischer Druck 
von Glas auf der Lichtdruckpresse vorgedruclt, und Nach vollendetem Auflagedrucke werden die Um- 
die Koloritplatten werden lithographisch hergestellt drücke in der Regel wieder abgeschliffen, weil 
und auf der Steindruckpresse eingedrückt. sonst ein zu großer, kostspieliger Steinapparat fest- 
Die kombinierten Verfahren werden noch mehr gelegt würde;nur die Originalplatten, die korrektur- 
durch den Unidruck gefördert. Was für den Buch- fähig und jederzeit neu umzudruiken find, werden je 
druck die Stereotypie, sowie für diesen und den nach Vereinbarung mit dem Auftraggeber längere 
k?ii)pferdrZck Ixkie Galoanopshastik b9eJ1?eutet, list für den oderSkürzere Zeit augewahrh. Da die Druckplatten 
it ogr. sru die intere ante anipu ation des der pannung des ruckcy inders wegen eine ge- 
Um- oder überdrucks. Mit Hilfe dieser Methode, wisse Stärke haben müssen, werden die schwachen 
die sich auf besonders mit Kleiter und Gelatine Steine auf mii1derwertige Steine gleichen Formats 
präpari,ertes. Papier u-nd zähe. Fettfarb,e gründet, crusgekittet.  Auf idem lithogr. Steine werden 
   
tionen, Kupferttiche, Roten von Zinkplatten u. dgl. säuert und mit Bimsstein oder SchiefercLlach heraus- 
aFuf ;ir?)dere Steine odF Met?kUplattensübertgigen. geschliffFn oder dem Schaber herausges abtwZrden, 
(-in e r eigenartiges mdrii papier i t das tein- um die ieuzeichnung oder Neugravur aufzune men. 
papciker  Die Vervielsältigungen auf der (?tEin- Die S L; es) ndruckfarben werden is allgemeinen 
dru pre e erfo gen übrigens vorwiegend von i er- wie die n druckfarbe (s. d.) unter enut-,ung des 
drucken, weil einerseits der Auslagedruck vermöge gleichen Rohmaterials, jedoch mit Ausschluß von 
der Nebeneinanderstellung oder Vereinigung meh- Harz und Harzöl, hergestellt. Seinersettigen Grund- 
rererUmdrucke aufeinem Stein vereinfachtund ver- zeichnung wegen verlangt der Steindruck nur fett- 
billigt und andererseits die Originalplatte geschont reichere, mit stärkerm Firnis verbundene Farben, 
wird, abgesehen davon, das; Gravurplatten auf der die mit Ausnahme der schwarzen meist in trocknem 
Fch;iellpresshe gar Iiichtdruckfähigsein würden. Die Zustande aus lder Fabrik bezggen, in der Stegn- 
ei age: C romo itl)ographie ist zu 12 Nagen um- druckerei mitte s des Handrei ers oder der Far e- 
gedruckt und auf der Schnellpresse vervielfältigt. reibmaschine angerieben und beim Drucke je nach 
         
origina er re, von enen mi ei ig ei gro e a te gu en i ogr. eine immer e euer 
Auflagen gedruckt werden können, hat sich das werden, schwer zu handhaben und verhältnismäßig 
Brennäxzverfahren sehr bewährt. Nachdem der teuer sind, hat man seit langer Zeit schon nach 
Umdrucl mit gesteigerter Spannung in der Hand- einem geeigneten Ersatze gesucht. Als die besten 
oder Motorpresse aus den Stein übergezogen und ErsaHmittel für den Solnhofener Stein dürften die 
zunächst analog der Federzeichnung behandelt wor- bleifreien, mit einer dem Lithographiesteine ähn- 
den ist, wird er mit strenger Fettfarbe eingewalzt, lichen dünnen Steinschichtüberzogenen und chemisch 
sodann mit Kolophoniuinstaub anglepui;fert in? näh präparierten Z änktaseln sowEZ das Alumäniun1 
Talkum gut abgerieben, um mitte D o euer ti - gelten die mit usnahme der ravure die nwen- 
flamme aus einer zu diesem Zweck: konstruierten dungcillerlithogr.Manieren geftattenundsastebenso 
   
er .cinoon He ei r e sr an au er ein ru pre e ru igu 
1nitdem geschmolzenenKolophoniiimzi1einerS(huy- entweder aus einen Spannblock befestigt oder ge- 
decke verbunden ist, wird eine stärkere Äßung der bogen auf den Cylinder der Rotationsma-schine ge- 
Platte vorgenommen, durch welahe die obere, un- spannt. Obgleich das von Joseph Scholz in Mainz 
     
ieei g a-riaia .uoegraie,i r. O 
Weise können sogar vertieste Zeichnungen hochge- der Zinkdruck und schon recht beachtenswerte Erfolge 
cis-,t werden.   aufzuweisen hat, dürfte der lithogr. Stein trotzdem 
Auster deni Uberdruck wird der Probedruck und noch lange nicht entbehrlich sein. 
der F-ortdruck kleiner Auflagen auf der Handpresse, Von München aus hat sich Senefelders Kunst 
die Vervielfältigung größerer Auflagen hingegen sehr schnell verbreitet; er selbst hat sie in London 
fast ausnahmslos arg derkhurckch DIscicE)i1vf oder Ehekk;ri- Tini? Wieg ei3geführt. Jn Lo13Lh3on wiir(h; die vers-te 
cität angetrie enen tein tu nia ine ausgeü rt. it o r. ru erei 1801, in ien 18  un in 
 Berl3i1804 gegründet. 1804 wurde auch die kur- 
den selbstthätigen Feuchtapparat und die Feucht- fürstl. Steinornckerei in München uiid 1815 eine 
walzen erneut mit Wasser überwischt und der darauf Schule für Litl)ographie in Berlin durch Maj.or 
befindliZen Zgicl)i?uiigfmätteZ dki;s FarbewerksNso- von Reiche i1I1Zs Leben gler1l;fen. Z;: Einer n?)irklich 
wie der rr" w    t. u k" stl  d it en de sit ograp iezu- 
wiki, der Dosen  eHIäqT4E?kf2 ais?  Iris. -Zins, Do--as 
den Stein gezogen 1ind automatisch ausgelegt. Für und später Franz Hanfstaengl oerholfen; in gleicher 
Jede Farbe ist ein besonderer Gang durch die Presse Richtung wurde ne in Berlin durch die Künstler 
erforderlich. Wenn genügend breite Spatien vor- Wilh. Schadow, Karl Blechen, Hosemcini1,Feckert, 
handen sind, können niitunter auch zwei oder drei C. .85ildebrandt, Ad. Menzel und in Wien durch von 
i)"-Erben gemeinsam, allerdings niir nebeneinander Schwind,Schnorr von Carolsseld,Joh.Nep.Geiger, 
oder Memanderla1isend, gedruckt werden. Dieses Kriehuber u. a. gefördert. In Paris ward die erste 
VE1jf(1l2kCU- bei dem die Farben im Farben-erk durch Steindruckerei durch die Unterstützung des Grafen 
BlelklOBe z,U scheiden iind die Verreibwalzen für ge- De Lasteyrie zum Dasein erweckt,während G. Engel- 
WDE VeMIVUUg ZU stellen sind, nennt man Jris- mann, F-. Delpech und Lemercier die Lithographie 
druck. Satter Druck mit strenger (konfistenter) dort rasch zu hoher Entwicklung brachten, so daß 
Fckkbe lIEdMgk doppelte Einwalz1ing nnd infolge- sich ihr die namha.ftesten franz. Maler, wie Horc1Ce 
dessen Stellung Ver Maschine aii Do el an  Vernet C arlet abe Gerieault B(-llan E Ra et- 
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