Bauhaus-Universität Weimar

874 Milchverfal1chung  Milchwirtschaft 
scheint sie dem bewaffneten Au e um 6-7" breiter oba tet er einen a     "olc)e 
als dem unbewaffneten. Schoä Demokrit soll von Tier? sii1d s1ioPenig  
der M. die richtige Ansicht gehabt und dieselbe aus heiten, und dadurch sind der Zucht auf Milcbleist11i1O 
dem vereinigten Glanze unzähliger Fixsterne erklärt ihre natürlichen Grenzen gesetzt. Ein hoher"WaffeT- 
haben. Dieselbe Behauptung sprach"Galilei bald gehalt des Futter-Z (Grünfutter Rüben SchceMVe 
nach der Erfindu3Z der Fernrohre mit Bestimmtheit u. s. w.) und eine warme Verabreichung desselben 
ans; aber erst illiam Herschel vermochte durch oder des Tränkwasser-Z, reichliche Gaben von Salz- 
seine vortrefflichen Jnstrumente die  wirklich in welches die Tiere zu größerer Wasseraufnahme AU- 
einzelne Sterne aufzulösen. Kant machte bereits regt, befördern die Menge und erniedrigen den Pio- 
um die Mitte des 18. Jahrh. darauf aufmerksam, zentischen Gehalt der Milch. Medikamente und Ge- 
das3 sie, wenn anders Galilei recht habe, auf eine heimmittel, die zur Erhöhung des Milchertrags TM- 
1mgleiche Verteilung der Sterne im Weltraume gepriesenwerden, habenkeinenWert. Durch fleißige3- 
sch ießen lasse. Die Ansicht wurde durch Herschels sorgfältiges Melken der jungen Kühe können dielC 
Beobachtungen vollkommen bestätigt, und gegen- zu größerer Milchleistung erzogen werden. Die W- 
wärtig nnd die meisten Astronomen der Meinung, Milchzeichen (weiches, kräftig ausgebildetes Enkel) 
daß die M. nichts anderes als eine linsen"- oder großer Milchspiegel, feiner Schwanz Knochenb(1U- 
vielleicht auch ringförmige, an einer Stelle in zwei Haar-wuchs u. s. w.) lassen nicht mit Sic)erheit auf 
Teile gespaltene Sternschicht sei, in deren Mitte gute Milcherträge schließen, sind aber nicht ganz Von 
oder nahe bei derselben unser Sonnensystem sich be- der Hand zu weisen. Arbeitsleistung (Zug) beein- 
finde. So erklärt sich ganz ungezwungen, warum trächtigt die Milchmenge. Die hygieinischen BedenkeiT 
die Sterne immer dünner gesät zu sein scheinen, gegen die auf hohen Milchei-trag gerichtete Fütterung 
se weiter lscch unser Auge von der M. entfernt. Den und gegen die meist sehr mange"lhafte StallwirtschE1lt 
in Mitte europa sichtbaren Teil der M. hat Heis in den Städten sowie die Furcht vor der Tuberk1i- 
in seinem Himmelsatlas: (cAt1as coe1estis novus)) lese haben zur Errichtung kostspieliger Kindern1ilci)- 
lKöln 1872), sowohl der Ausdehnung als auch der anstalten geführt, in welchen tierärztlich beaufsiTV7 
Heiligkeit nach möglichst genau verzeichnet.  Vgl. tigte Kühe nur mit Trockenfutter ernährt werdeI7 
EaBcä)n, I-a v0ie 1aotee di-ins l7hcämisphere bot-ea1 dürfen; nachdem man heute aus weiterer "UmgebU1I43 
Flchverfäls6)tmg, s. Milch. s(Par. 1893). der Städte bei gut geregelter polizeilicher MilchkD"- 
M1lcl)wage, Laktodensimeter, ein Aräo- trolle gehaltreiche Milch beziehen und den Tages- 
meter zum Bestimmen des specifischen Gewichts der bedarf jin Haufe selbst sterilisieren kann, hat sich diese 
Milch behufs ihrer Prüfung. Die auf der Skala Einrichtung so ziemlich überlebt. Die MilchVeV- 
angegebenen Zahlen 20-40 entsprechen dem lPec- s orgung der Städte und die polizeiliche Kontrolle 
Gewicht 1,o20 bis 1,o40 und heißen c(Milchgrade)). des Milchhandels hat eine große "hhgieinische Ve- 
Ein Milchgrad drückt mithin die Anzahl Gramme deutung. Die Milchleistung kann durch richtiges 
aus, um welche ein Liter Milch schwerer ist als ein Melken qualitativ und quantitativ gesteigert wei- 
Kilo ramm.  M. ist auch eine Wagezum Abwiegen den; besonders in Dänemark wird dem Handmei- 
der Milch. (S. Butter nebst Tafel, Fig. 9.) ken die größte Bedeutung beigemessen. Der Tiek- 
Milchwein, soviel wie Kumr)s  moussie- arzt Hegelund in Ladelund bei Brörup erzielt dUTc7 
1"eNVeV M--  Kefik-  planmäßiges Nachmelken für den Tag und die Kuh 
MiIkhWktß- f. Annaline. durchschnittlich 1-2 Pfund Butter mehr als New 
Milchwirtfchaft, Meierei, im engem Sinne dem gewöhnlichen Melkverfahren. Durch den Mol- 
die vornehmlich auf Milchnut3ung gerichtete Vieh- kereikonsulenten Mitte-lstaedt in Oldenburg wui"Ve 
haltung, welche bei verhältnismäßig geringen Be- dies auch inDentfchland bestätigt. Das zZegelundlc?e 
triebskosten einen raschen Geldumsatz gestattet; im Melkverfahrenko1nmtgegenwärtig auchin"Ofterrei0H 
weitern Sinne rechnet man zur M. auch die Ver- und andern Ländern in Aufnahme. Die FeststellUi19 
arbeitung der selbst gewonnenen oder gesammelten der Milch- und F-etterträgnisse geschieht durch Probe- 
Milch auf Butter und Käse, das eigentliche Molkerei- melkungen nnd hat den Zweck schlechte Milchtiete 
wesen  Während in leyterm ein besonderer auszumerzen, gute für die Nachzucht zu bestimmS"- 
Wert auf hohen Gehalt und gute Beschaffenheit der  Da die Anlage zur Milchleiftung auch durch W 
Milch gelegt wird, begn1"1gt man sich beim Verkauf  Vatertiere vererbt wird,prämiiertderschweiz.ZUc?t- 
der Milch zum direkten Konsum meistens mit den  verband für Braunvieh sog. icStierenmütter)), di H- 
ortsüblichen polizeilichen Anforderungen. Jn den  Kühe von hervorragender Milchleistung wenn dek9" 
Milchviehhaltungen in den Städten selbst oder in männliche Nachkommen zur Zuchtverwei1det werden- 
Dei? Nähe derselben iWc)iet Man deshalb, mög- Jn Dänemark begnüat man sich aber mit der Se- 
lichst milchergiebige neumelke Kühe zu halten, und nauern Feststellung der erzeugten Milch- und Fett- 
wenn die Milchergiebigkeit nachläßt, durch andere menge noch nicht sondern erhebt gleichzeitig den 
zu ersehen. Jm allgemeinen ist der Gehalt, also der -;-utterverbrauch, -um die besten F-utterverwekkeV 
wahre Wert der Milch um so niedriger, je größer kennen zu lernen und für die Zucht aus-uwähW" 
die ermolkene Milchmenge ist; in der Stadt wird In mehr als 300 (cKontrollvereinen)) dFren ellM" 
die Milch aber nicht nach ihrem Gehalt, sondern I.895 gegründet wurde, stellen eigene icKontrollaslI- 
Z1,ac,h der Anzahl Liter bezahlt. Die Milchleistung stenten-) das Verhältnis von Milch- bez ButterertrtiS 
iJt1ndividuell; manche Rassen und Schläge zeichnen und S-utteraufwa11d an den einzelnen Kühen leit- 
"Ch Indes VU1?eh besondere Milchergiebigkeit aus- iund Besondere ((Zuchtcentren-) wirken darauf hin- 
iV ekzielt man von den Niederungsrassen (Holländer"  daß die zucht- und leistungsfähigsten Bestände Der 
Oldenburger) und dem einfarbigen Gebirge-viel;  allgemeinen Lande-szucht erhalten werden (S.OUc7 
(Schwvzer- Allgduer) Jahkesektkcige von 30(")0 bis  -uee1kmc-schine )  Vgl Heft Leitfaden  
5000 I- Sehr hohe Milcherträge (es wurden bis zu  j896)- Stohmann Die Milch- und MolkereiPkV- 
9947,1sg bei dem vom Preuss. Landwiktschastsmi-  dicke "(Vkckunschw. "1898); Kikchnek, muri-act) Dei 
1UsieiiiMi 1896i97 VeMNli0lteten Probemelken be:  M. (4.Aufl., 
        

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