Bauhaus-Universität Weimar

Ostindien (Geschichte) 761 
v. Chr. einen Vertrag. Jm nächsten Jahrhundert Nawwab Siradsch-nd-Daula erlaubte, griffen die 
eroberte Eukratides das heutige Haidarabad in Engländer zu den Waffen und besiegten ihn zuerst 
S-indh und sandte Expcditionen nach Katschh und unter dem Generalgouverneur Lord Clive (f. d.) 
Gudschrat (181-161 v. Chr.); am weitesten aber bei Plassey 23. Juni 1757, dann in mehrern Feld- 
nach Jndien hinein wurde das Baktriscl)-Griechische Zügen so völlig, daß Ach ihre Herrschaft am un- 
Reich (um 100 v. Chr) von dem König Menander tern Laufe des Ganges ebenso sehr erweiterte als 
ausgedehnt. Mit dem Verfall jenes Reichs gingen befestigte. Inzwischen war nach dem Tode Aurang- 
auch die ind. Grenzprovinzen der griech. Herr-s-chaft febs (1707) das Reich der Großmogul immer mehr 
verloren, aber der griech. Einfluß auf Jndien ist seit in Verfall geraten. Mehrere Statthalter oder tribu- 
fenen Zeiten ehr.mer.klicg; Später traten auch die täre Fürsten machten sich unabhängig; so der Nisam 
.)iömer mit ndien in erbindung, und mehrere v-on Haidarabad (s. Nisam), der Nawwab von Oudg 
ind. Gefandtschasten an. röm. Kaiser werden von (s. d.) u. a. Die Sikh  bildeten im Pandscha 
den zeitgenöfsischen Schriftstellern erwähnt.  das Reich von Lahaur. Den Löwenanteil aber nah- 
Vom ersten vorchristl. bis zum Ende des zweiten me1i die Mahratten  die s(hlies3lich die wahren 
nachchristl. Jahrhundert, währte die Frenidherrschast Herren Jndieiis waren, während der Großmogiil 
der (-F-akas oder Jndoski)then. Dieser turanifdbe als Titularkaiser seinen HoMaat in Dehli behielt, 
Bolkss"tamm eroberte um 25 v. Ehr. einen grossen doch wurde die Macht der ahratten 1761 durch 
Teil Vorderindiens. Von seinen Fürsten war der den Afghanen Ahmad Schuh (f. d.) in der Schlacht 
bedeutendste Kanischka oder Kanerki, der zum Bad- bei Panipat ebrochen. Während des Kampfes, der 
dhismus übertrat und sich 78 n. Chr. krönen ließ. Ver- zur Zeit des Eiebenjährigen Krieges in allen Teilen 
kiängnisvol1 für Jndien war das Auftreten des Js- der Erde zwischen Engländern und Fraiiiosen aus- 
am mit feiner fanatisihen Krieg-Z-lust, infolgedessen gefochten wurde, stritten diese auch in O. um die 
vom 11.Jahrh. an eineReihe Eroberer in Jndien ein- Herrschaft. Im Frieden zu Paris (1763) erhielten 
drangen, dieeigentümliebeKulturentwicklungstörten, die Franzosen den größten Teil ihrer von den Eng- 
die Unabhängigkeit der nördl. Staaten vernichteten läi1dern eroberten ostind. Besitzungen ziiri"ick; doch 
und fremde politische, religiöse und sociale Elemente als bald darauf beide Mächte wieder miteinander 
zur Geltung brachten. Nur-in dem südlichern Dekan in Zwist gerieten, weil die Franzosen die nordamerik. 
erhielten sich 1mab,häng-ige ind. Dynastien, während Kolonien in ihrem Freiheitskampfe iinterstüyten, 
das eigentliche Hindustan seitdem, einzelne .Teile dehnte Ich der Krieg auch wieder nach O. aus. Ein 
ausgenommen, nie wieder zur Unabhängigkeit ge- mohammed. Heerfi"1hrer .6aidar Ali (f.  der sich 
langte. -Um das J. 1()00 trat Mahmud v oii zum Sultan von Maisur (f. d.) gemacht hatte, suchte 
Ghasni (f. d.) als Ero.berer aus, der ein großes mit den. Franzosen im Bunde die Eiigländer aus 
Reich begründete (s. Persien, Geschichte), nnd -dessen Si"idindien zu vertreiben. Der Nisam von Haidara- 
Nachkommen, die Ghasne-widest, bis 1i83 herrschten. bat; und die Mahratten traten ebenfalls auf die 
Jhnen folgtendie Dynastien der Ghuriden-, mehrerer Seite der Franzosen. Nur der Energie des engl. 
afghan.Eroberer und diejenige Timurs (f.  der Generalgouveriieurs Warten .55astings (s. d.) ves- 
1398 einen roszen Teil Jndiens eroberte, bis end- dankte die Compagnie ihre Rettung. Er bewog die 
lich Babar (fi  ein Nachkomnie Tiniurs, 1526 das Mahratten zu einem Separatfrieden, und auch 
ReichderGroßmoguls  gründete, das iiiderZeit Tipu Sahib (s.  der Sohn und Nachfolger 
seiner Blüte unter Atbar(s.d.) iind Aurangseb  Haidar Alls, mußte 1784 mit der Britisch-Ost- 
anzHindustan und den größten Teil vom Dekan um- indischen Eompagnie Frieden schließen. 
faßte. Es gab unmittelbare, von Nawwabs regierte, Lord Cornwallis, zweiter Nachfolger von Warten 
und inittelbare, eigenen Radschas erblich iinterwor- Hastings, sah sich dur Tivu Sahibs Verhalten ge- 
fene Provinzeii, die dem Mogul nur tributär waren. nötigt, 1789 egen diFen den Kampf wieder auf U- 
Die Entdeckung des Seetoegs nach O. durch Vasco nehmen. Dieser Krieg, der dem Sultan von Maifur 
VI Gk1MC (149;3) brachte die europ. Völker in nähere die Hälfte seiner Besiyungen kostete, steigerte nur die 
Verbindung mit diesem Lande. Zuerst waren es die Ei-regiing der eingeborenen Fürsten gegen die Eng- 
PVklUSiEi9U- Die TM Anfang des 16 Jahrh unter länder umso mehr als die Franzosen durch Eniissare 
Almeida und Albuquerque an den Küsten Jndiens und Offiziere die sie zur Ausbildung der ind Trup- 
bEVCUkEUVS VOsiBungen (s.Goai erwarben mit denen den sandten sie darin kräftig unterstiltzten Die Ex- 
skE fast 100 Jahre den oftind. Handel bLherrschten. pedition Naholeons nach Ägypten war ebenfalls nur 
ZU Anfang des 17. Jahrh. traten die Niederländer egen die engl Machtstelluiig in Indien gerichtet. 
an ihreStelle, und fast gleichzeitig mit ihnen traten ZUaraiiis Well"esley der neue Generalgouverneur 
auch die Engländer als Mitbewerber auf. Große (1798-1805) begriff die drohende Gefahr. Er ge- 
 m-it staatlichen Machtbefug- wann ziinäehstdenNisam zu einemfür dieEngländer 
nissen eF1tftM1deU (s- OsUt1dIsc7e, CDMPcsgUien), von sehr vorteilhaften Vertrag, und als kurz daraufTipu 
denen DE, 1600 gegründete EUgIlfOk)-OfkkUdifc)e CVm-  Sahib nochmals losbrach, verlor er Thron und Leben 
pagnie die größte Bedeutung erlangte. Aber auch tap er kämpfend aussen Wällen seiner Hauptstadt 
den Franzosen, gelang es, in O. einige Territorial- Srirangapatan (4. ai1799). Jndessen noch stan- 
besi3ungen mit- dem Hauptort P,ondichery zu er- den den Engländerii die Mahratten drohend ent- 
werben, und mit viel Gewandtheit,und.Glück ver- gegen und erst nach langen Kämpfen vom Ende des 
folgte der fra1iz. Gouverneur Dupleix seinen Plan 18.Jahrh.bis1818gelangihrevölligeUnterwerfung. 
zur Vertreibung der Englander. Allein seine Re- Seitdem sahen die Engländer ihre .(5errBcehast über 
gierung iinterstüt3te.ihn, nicht und rief ihn 1754 ab (s. Indien gefestigt. Nur der Radsehan von epal, die 
denK"arton: Vorderindien gegen Ende des 17.Jahrh. niire von Si-ndh, der Maharadscha von Lahaur und 
zur Ü b e r si  t s ta.rt e d e r  o l o n i e n eiir o p. der Maharadscha Sindhsa von Gwaliar blieben noch 
Staaten, beim Artikel Kolonien). Zu,gleicher Zeit unabhängige ind. Fürsten. Der 1824 zwischen der 
tvar auch ein Umschwung der Dinge in Be-ngalen Eonipagnie und Birma (s. d.) ausgebroihene Krieg 
(f. d.) erfolgt. Müde der Bedrück1ingen, die sich der endigte ebenfalls zum Nachteile der Birmanen, die
        

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