Bauhaus-Universität Weimar

734 Osterrei(hisch-Ungarische Monarchie (Geschichte) 
Stanislaus Leszczt)nski und mittelbar an Frankreich, Zwei Jahre früher war es bei der dritten Teilung 
während 1ener 1737 Toscana erhielt. Jn dies alles -l3olens durch West alizien vergrößert worden. An- 
willigte Karl V1., um seiner Tochter Maria Theresia fang 1799 begann Kaiser Franz, mit Russland, Eng- 
die Erbfolge in de-r Monarchie durch die Prag- land, Neapel und der Türkei verbunden, den Krieg 
matisihe Sanktion (i. d.) zuzußcher-n. gegen Frankreich aufs neue; doch Bonaparte er- 
Als mit Karls VI. Tode 20.0kt.1740 der Habs- zwang I. Febr. 1801 den Frieden von Luneville 
burger Mannsstamm erlosch, übernahm dessen (s.  worin in der Hauptsache die Abtretungen 
Tochter, Maria Theresia (s.  die Regierung samt- von Eampo-For-mio bestätigt wurden. Durch den 
licher öfter-r. Erblande. Doch von allen Seiten er- Reicl)sdepiitationshauptfchluß (s. d.) von 1803 er- 
hoben sich Ansprüche gegen sie. Ein Krieg begann, hielt lI)sterrei(h die beiden Tiroler Hochstifter Trient 
in dem anfangs nur England auf ihrer Seite war. und Brixen, so daß es, mit Einschluß der letzten Er- 
(S.Osterreichischer Erbfolgekrieg von 1741 bis 1748 iverbungen in Polen, ungeachtet jener Abtretungen 
und Schlesisihe Kriege.) Jn den Ei-iedeiisscl7liiisen zu in den Koalitionskriegen, über 660000 qkm um- 
Breslau und Dresden mit Preu en 1742 und 1745 faßte. Als Napoleon sich zum Kaiser ausrufen ließ, 
mußte Maria Therefia Sihlesien nebst Glas, mit erklärte M) Franz 11. Aug. 1804 zum "Erbkaiser 
Ausnahme von Teichen, Jägerndorf und Troppau, von Ostei-reich, indem er unter dem Namen Kaiser- 
im Aachener Frieden (s. d.) 1748 die Her ogtümer tum Osterreich alle seine Staaten zu einem Gan- 
Parma, Picicenza und Guastal1a an den Fnsanten zen vereinigte. Noch einmal griff 1805 der Kaiser, 
Don Philipp von Spanien und einige Bezirke von im Bunde mit Russland und Gros3britannien, zu 
Mailand an Sardinien abtreten. Zur Wieder- den Waffen ge en Napoleon I. (S. Französisch- 
eroberung SchleHens verband sie sich mitFrankreich, Osterreichischer Krieg voii 1805.) Der Krieg endigte 
Russland, Sachsen und Schweden; aber nach sieben 26. Dez.18()5 mit dem Frieden von Preßburg (s.  
Jahren eines blutigen Krieges (s. Siebenjähriger worin Franz Vorderösterreich, Tirol, Dalmatien, 
rieg) behielt Preußen 1763 im Frieden zu Haber- Jstrien und Venetien abtreten mußte 1ind dafür Salz- 
tusbiirg (s. d.) Schlesien. Am 18. Aug. 1765 starb barg erhielt. Nach der Errichtung des Rheinbundes 
Maria Thereüas Gemahl Franz, und Joseph U. (12. Juli 1806) entsagte Kaiser Franz S. Aug. 1806 
wurde Mitregent der Mutter in den Ei-bftaaten und der deutschen Kaiserwürde und nannte sich nun 
Deutscher Kaiser. Nebenlinien des Hauses Oftei-reich Franz I., Kaiser von c)sterreich. Von neuem beschloß 
entstanden durch Maria Theresias jüngere Söhne, er 1809 den Krieg gegen Frankreich. (S. Franzö- 
Leopold, den spätern Kaiser Leopold 1l. (s.  in Esch-OsterreichischerKrieg von18()9.) DieOsterreicher 
Toscana und Ferdinand (s. Habsburg) in Modena. unterla en aber wiederum. Der 14. Oft. 1805) ab- 
Maria Theresia gewann 1772 bei der ersten Teilung geschlosizene Friede zu Sci)önbrunn kostete der Mon- 
Polens Galizien und Lodoinerien. Die Pforte archie 2000 Quadratmeilen mit E-If, MilI. E;: Salz- 
mußte 1775 die Bukowina an He abtreten, und im barg mit Berchtes aden, das Jnnvier,tel, die westl. 
Tefchener Frieden, der den Bayrisihen Erbfolgekrie Hälfte Kärntens, Kraut mit Görz, T-c,iest, Kroatien 
f. d.) beendigte, erhielt sie 1779 das JnnvierteP, am rechten Ufer der Save, Westgalizien und einen 
fo das; bei ihrem Tode (29. Nov. 1'780) öfter-reich Teil Ostgaliziens -und führte zum partiellen Staats- 
610000 gkm umafaßte. Die Zahl der Bevölkerung banlrott. löste-rreich suchte nun die franz. Allianz, 
war auf 24 Mi  gestiegen. Die Regierung der und 1810 erfolgte die Verbindung Napoleons mit 
Kaiserin Maria Theresia, welcher der Minister Kaki- Kaiser F-ranz" Tochter Maria Louife. Nachdem aber 
nit3 (s. d.) zur Seite stand, zeichnete sich durch zahl- Napoleons I. Macht in Russland gebrochen, und 
reiche, aber langsam und vornchtige Reformen aus, Preußen gegen die Fremdhekrsihaft ausgestanden 
auch begann sie eine größere Centralisation, wenig- war, erklarte Kaiser Franz an Frankreich den Krieg 
stens für die deutschen Erblande,,anzubahnen. Ihr 12. Aug. 1813.  Rufüsch- eutsch-Französisiher 
Nachfolger.Jofeph 11. handelte mit rastloser Thätig- Krieg von 1812 bis-.1815.) Jm ersten Parisert;4-Frieden 
teil im Geiste des aufgeklclrten Despotismus 1ener  von 1814 erhielt erden zum Lombardis -Vene- 
Peit, doch zu rasch und gewaltsam. Seine riick- tianischen Königreich erhobenen Teil Italiens und 
ichtslose Eentralisation und Germanisation ver- die früher abgetretenen Teile seiner Er länder nebst 
anlaszte Unruhen in Ungarn und den Niederlanden. Dalmatien zurück, zugleich wurden die öfter-r. Neben- 
Sein Plan, Niederbahern und die Oberpfalz zu er- linien in Toscana und Modena wieder eingeseyt. 
halten, scheiter-te an dem Vorgehen Preußens, und Durch die neue Gestaltung Europas auf dem 
als er die Niederlande als burgund. Königreich dem Wiener Kongreß J815 und den mit Ba3;ern zu 
KuHft"1rsten Karl Theodor gegen Bayern überlassen München 14. April 1816 cibgefchlossenen ertrag 
wo te, trat ihm der von Friedrich d. Gr. estistete erhielt die öfter-r. Monarchie einen Zuwachs von 
deutsche Fürstenbund (s. d.) entgegen. Nicht glilck- etwa 8260 qkm. Jn der folgenden Zeit war Oster- 
licher war der Kaiser im Kriege 1788 gegen die reich unter Leitun Metternichs d-er entsihiedenste 
Pforte. Erstarb 20.Febr.1790. Vertreter des Syliems der- Stabilität und Legi- 
Auf Joseph l1. folgte dessen Bruder Leopold lI. timitat und übte als Präfidialmacht des Deutschen 
Es gelang ihm, durch Nachgeben und Festigleit die Bandes (s.  namentlich durch die Karlsbadet Be- 
Niederlandezu beruhigen und die Ungarn zu befrie- fihlüsse (s.  einen drückenden Einfluß auf den 
digen. Er starb noch vor Ausdruck) des Revolutions- Gang der Dinge in Deutschland. Auf den Kong-.-essen 
krieges 1. März 1792. Dagegen erklärte Frankreiih zu Troppau 1820, Laibach 1821 und Verona 1822 
seine-in Sohne Franz kurz nach seiner Thronbestei- (s. diefeArtilel) war es di.e.führende Macht. Jnl1ber- 
Burg, noch ehe er (14. Juli 1792) als Franz 1l. zum einstiiiimung mit der Heiligen Allianz stellten often-. 
Zusehen Kaiser erwählt war, den Krieg. (S. Frau- Heere 1822 die alteii.Zustclnde in den Königrei en 
zVsis e RevolutionSkriege.) öfter-reich verlor 1797 Sicilien und Sardinien wieder her. Die Un:-u en 
in deni,eiZten F-kiedensfchlufz von Campo-For-mio in mehrern deutschen Staaten.feit 1830 ga en 
(s. d.) die onibcirdei nebst den Niederlanden, wofür Oster-reich Veranlassung auf die einzelnen deut- 
es den grdfzten Teil des venet. Gebietes erhielt. schen Regierungen im Sinne der Reaktion einzu-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.