Bauhaus-Universität Weimar

938 Passional  is3assioiisspiele 
der Gesang wie die Musik, die häufig am Karfrei-  Fruihtbrei erfüllte, seltener eine häutige Beete. Die 
tag mit Beziehung aiis das Leiden nnd Sterben Blüten kamen ini 17. Jahrh. nach Europa Sonn 
gen: in kath. und prot. Kirchen aufgeführt werden, Passiflora jncarnat-i  wo man in den drei ris- 
assionsmusik genannt. Die im Mittelalter feln die Nägel des Kreuzes Christi, in den fünf 
sehr verbreiteten dramat. Darstellungen der Leidens- Staubfliden die Wundinale, in dem Fadenkranz die 
eschichte Jesu heißen Pasgonss eh aus piele oder Dornenkrone erblickte. Daher der vom Jesuiten 
?Bassionsspiele (s.  ie kath. Kirche hat auch Ferrari aufgebrachte Name. 
Orden von der P. Außer dem von den Königen Von den zahlreiihen Arten sind die bekanntesten: 
Richard U. von England (1380) und Karl Vl. von P-issiflors. coekulea L. (Peru), seit 1625 bekannt; 
Frankreich (1400) für den Kampf gegen die Un- die weißen Blumen haben einen blauen Fadenkranz 
gläubigen gestifteten Ritterorden vom Leiden Christi und die Frucht ist eiförmiZl, so groß wie ein t5ühnerei 
und dem von Maria Laurentia Longa 1534 in und orangegelb. Diese rt blüht im Sommer im 
Neapel estifteten Nonnenorden von der P., Freien an einer sonnigen Wand auf das reiih- 
der zuersci die dritte Regel des heil. Franziskus und lichste. Zwei Blendlinge (Passit1ora coeku1e-i L. 
die Kapuzinertkacht (Kapuzinerinnen), später- liybkida.,  Tafsel: Warnihauspslanzen, Filg. S) 
M aber die urs rüngliche strenge Regel des heil. werden nicht elten in Wohnzimmerii unterha ten: 
anziskus annahm, ist namentlich der noch bis in Pa.ssiflotu eoe1-ii1ea-racemosi-. (Fig.  die den 
die neuesten Zeiten in Italien verbreitete, durch ganzen Sommer hindurch mit langen Trauben 
seinen Mission?-eifer bekannte Orden der Pas- violetter, und Passik1oi-a  welche mit 
ionisten zu nennen, auch Leid ensbrild er oder präihtigen,wohlriechenden,ausrechnen blauenBlumen 
regulierte Geistliche vom heiligen Kreuz mit weißemFadenlranz blüht.Passiflorakei-iaesiu-i 
und der Leiden Christi (C1eriei exca1ce-its sen Ue. et 0., in Rio de Janeiro einheimisih, blüht im 
etiicis et passionis D0minj nost1-i Jesu Christi) Sommer mehrmals zu verschiedenen Zeiten und 
genannt. Dieser wurde 1720 gestistet von Paolo schon bei einer Höhe von kaum 1 in. Die Blumen 
anei oder Paolo della Croce (geb. 1684 zu ind lebhaft karmeßnrot und der Fadenkran blau. 
Ovada in Piemont, gest. 1775 zu Rom) zum Zwecke PassjAo1-H. saiigujnea Colle- (s. Textsigur 1 zu Artikel 
der kath. Mission und der BußFredigt. Der Stifter Pasßflorinen), wahrscheinlich ein Hybrid zwischen 
wurde 1853 von Pius IX. feig, 1867 heilig e-  -data. Akt. und racemosa Brot, zeichnet 
sprochen. -Nach dem sranz. mission i t P. auch so- sich durch blutrote Blüten aus. Fa-Isidor--i rece- 
viel wie Leidenschaft, Liebhaberei; p a s i on i e rt- mass Brot. aus Braßlien hat scharlaihrote Blumen 
leidensiiiaftliä) für etwas eingenommen. und weißen Fadenkranz. P-issiAo1-o. inoarn-its. L. 
Pasfionäl, eine sehr um angreiche, durch die ge- klettert bis 10 m hoch und träg; große, 5 -7 ein 
wandte und warme Dar tellung ausgezeichnete im Durchmesser haltende weiße lumen mit purpur- 
Dichtung, die ein Geistlicher des deutschen Ordens- rotem Fadenkran ; die selbe, wie ein-Hi"ihnerei große 
landes ge en Ende des 13. Jahrh. verfaßte; He er- Frucht ist von süßem ,eschiiiack. Diese Art stammt 
zählt meis2 nach lat. Quellen deren wichtigste die aus Nordamerika und ist in Süddeutsi?land winter- 
il-egen(li-. aii1-end des Jak. a Voragine war, das Le- hart. P-.ssit1oka ua(1rangu1ai-is  amaika), die 
den geht, Maria, der Apostel und Heiligen (h  G:-en-della der Heruaner, hat bis 10 ein große, 
von ahn, Franks. 1845, und von Köpke,Quedling. höchst angenehm ,duftende, purpurrote Blumen, 
1852, die Höh erBnzen; einzelne Marienlegeiiden, deren Kranz,aus dicken, gekrümmtem rot, weiß und 
die zum großen ei Gottfr.Kel1ers geben Legen- viole,tt kolorierten Fäden-besteht. Die rotgelbe, fest- 
den zu Grunde liegen, h(g. von Pfeifser, tuttg.1846; schalige.Fruiht erlan t bis 15 ein Durchmesser und 
neue Ausg. 1863). in älteres Werk desselben gebt mit Wein und Zucker eine angenehme Speise. 
Dichters, cDer Väter Buch- (teilweise hg. von te wurde schon 16()9 naih Jtalien gebracht. 
Franke, Paderb. 1879), beruht auf den c(V1tae pas Die Mehrzahl der P. kann nur im Wai1nhause 
ti-um)s des Hieronymus.  Vgl. J. Haupt in den kultiviert werden. Alle aber erfordern einen etwas 
eWiener Sihnngsberichten D, Bd. 69. kompakten, Lehm und Sand enthaltenden Garten- 
Passions- I. osto1o1-tun, s. Apokryphen. boden und reichlikhes Begießen. Sie lassen sich 
Pafsioiiiert,  Pasßon. leicht durch Stecklinge und Ableger erziehen. Zwei 
Passioiiiften, geistlicher Orden, s. Passion. Verwandte Gattungen, 1)isem1n-r und T-iesonj-i, 
Pafsionsbliime (Passitiok-  Pflanzengat- finden sich in den Gewitchshäusern in mehrern Arten 
tung aus der Familie der Pasüfloraceen (s. d.) mit vertreten.  Vgl. Gablen , Die P. (Betl. 1892). 
Segen 120 Arten, größtenteils in den warmem Pasfivui8gre thicl1te,  Passion.  
egenden Amerikas, megt mit Ranken kletternde Passions eiiz, s. Kreuz nebst Texts-i  2. 
Sträucher mit gelasLIzpten lättern und ansehnlichen afsion8itmsik,Pqssiou31redigt,  Passion. 
lebhaft gefärbten E litten. Diese sind gewöhnliä) ,Pqfsion8spiele, geistliche -olksspiele, in denen 
zwitteriZ, regelmäßig und haben einen oft gesät-bten, dieLeidensges chichte Jesu dramatisch dargestellt wird. 
an der asis mehr oder weniger röhrigen Kelch mit Sie nnd wahrscheinlich durch das Beispiel der Oster- 
vier bis Lünf blnmenblattartigen Lappen, mit denen spiele (s. d.) angeregt worden. Das älteste Stück 
Blumen lätter in gleicher Zahl abwechseln. Ja der dieser Art (cl-i1t1i1F paschalis sit-e de Passions Do- 
Korol1e und um den Griffel herum befindet sich ein minis, abgedruckt in Sihmel1ers  but-.na-, 
"ele anter Kranz aus zahlreichen fadenförmigen, in derBibliothek des Litterarischen-Vereins,Stuttg. 
mehr oder weniger langen, gefärhten, oft strahlen- 1847) sälltnoch ins 12.Jahrh.und ist halb latet-us , 
artig aus-gebreiteten, duftenden Anhäiigse n. Der halb dEUg(b- letzteres UctmeUtltCl2 M Den k0Mll Pl! 
F-riichtknoten steht aus einem langen Träger und undlhris en Stellen;dassog.WienerPassionsspiel 
trägt drei keulenförmige, freie, ausgebreitete Griffel; PS- VIII HTUpk ZU WTgUW3 FAkO1V Bis die Ge- 
um den Trö er ist eine Röhre angewachsen, die fünf (b1czte deUtskhekSpti1cbS UI1d,D1d)tung-D, ien1i373) 
freie Staubf?i.den mit großen, beweglichen Antheren  erweitert und verdeutscht diesen lzuclus. Weitere 
trägt. Die Frucht ist meistens eine mit saftige-m  P. ans dem 14.imd15. Jabrb. teilt Mone in den
        

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