Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Reform der Frauenkleidung
Person:
Gummert, Ludwig Stryowski-Baedeker, Clara
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-916943
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-917288
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abermals dem Willen ihrer Freundin, der launenhaften 
Mode mit ihrem wechselnden Sinne, beugt, die, der Natur 
spottend, sich stets verjüngt und immer neue Kraft sich holt 
aus d-em Können der Jndustrie. Das aber steht fest im Reich 
des neuen Gewandes: d i e s e b e i d e n müssen uns aus Be- 
herrscherinnen zu Dienerinnen werden. 
Also Leibchen und Mied-er prüfen, die sie uns helfend 
schaffen! Jch soll sagen, welche da gut, welche schlecht? 
Das kann ich nicht. 
Sehet und tastet den eigenen Leib und vergleicht ihn 
forschend mit der unverbildeten Form, lernt seinen Bau 
kennen und die B-ewegungsmögli.chkeiten eures Knochen- 
gerüstes, der Glied-er, und sorget, daß kein Druck ihren 
Zweck schäd-ige. 
Daraus folgert, welch Unterkleid gerade dem einzelnen 
not tut. Auch hier paßt nicht eins für alle. Vor dem 
Zuviel und 3uschw-er der Unterkleider warnte der Arzt 
ja schon; bessere Wärme schafft uns Pflege der Haut, als 
Pflegse der Unterröcke. 
Schaut die Beweglichkeit eurer Kinder, ihre Lust an 
Luft und Licht und Wasser, und wenn sie des Morgens, 
von diesen umspielt, herumtollen, sich biegen und drehen, 
,,als hätten sie keine Knochen im Leib", sagt der Erwachsene 
dann wohl, staunend der jugendlichen Grazie. 
O ja, Knochen haben sie schon alle,  alle, die auch 
wir haben, aber no-eh kein Umpanzern machte diese un- 
geleniig und schnell ermüdend.  
Das Gerippe des Menschen ZU sehen, ist vielen nicht 
angenehm, ja erweckt Furscht und Grauen, seit Künstler, 
wie Holbein in seinen Totentänzen, in ihm uns den Tod
        

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