Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Katechismus der Farbwarenkunde
Person:
Heppe, G.
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-908740
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-909845
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Zweite Abteilung. 
einen bräunlichen Ton wieder entf'cirbt wird. Die so erhaltene 
reinere blaue Lösung heißt Blaue oder abgezogene Jndig- 
komposition; will man damit färben, so setzt man ver- 
dünnte Sc)wefelsäure zu. Anstatt der abgezogenen Jndig- 
solution verwendet man jetzt vielfach den Jndigocarmin des 
Handels. Bei der Behandlung des Jndigos mit Schwefel- 
säure entsteht hauptsächlich Jndigblauschwefelsäure und 
je nach der Temperatur und der Menge der Säure nebenbei 
noch verschieden große Mengen von Jndigblauunter- 
schweselsäureund Phönicinschwefelsäure; letztere 
bildet sich namentlich bei einer unzureichenden Menge von 
Schwefelsäure und läßt sich aus der saueren Lösung durch- 
,8usaH von Wasser als purpm-farbige Masse aus-fällen. 
Der Jndigo gehört zu den sehr echten und nicht- 
giftigen Farben. 
2. Zfarlicaaie. 
84. Was hat man unter Farblacken zu verstehen? 
Farblacke, besser Lackfarben oder auch bloß Lacke 
sind Verbindungen organischer Farbstoffe (meist Farbstoff- 
säuren) mit anorganischen Busen, namentlich aber mit Thon- 
erde (Aluminiumoxyd), Zinnoxydul, Zinnoxyd, Bleioxyd, 
Kalk u. s. w. Häufig wendet man gleichzeitig zwei ver- 
schiedene Busen an, so z. B. Thonerde und Zinnoxydul. 
Die Bereitung dieser Farblacke geschieht so, daß man die 
betreffenden Farbftoffe zunächst in wässrige Lösung bringt und 
dann den Alaun (für Thonerdelacke), das Zinnsalz u. s. w. 
in Lösung zusek3t; nach Hinzufügung einer Sodalösung oder 
auch von Salmiakgeist fällt dann der Farblack in Flocken 
zu Boden, indem sich der Farbstoff mit dem aussc)eidenden 
Thonerdehydrat u. s. w. verbindet. Man läßt nun absehen, 
zieht das über dem Niederschlage stehende farblose Wasser 
ab; wäscht mit Wasser nach und verkauft den Farblack 
entweder als dicken Brei (en päte) oder trocknet ihn voll- 
ständig aus.
        

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