Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Katechismus der Farbwarenkunde
Person:
Heppe, G.
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-908740
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-909260
16. Wo wird l)auptfa"chlich Krapp gebaut nnd welche Sorten 
hat man im Handel? 
Die Hanptproduktion findet in der Levante statt; in G1ropa 
baut man ihn namentlich in Holland, Frankreich (Gegend von 
Avignon) und Deutschland (Elsaß, Pfalz), früher auch in 
Schlesien. Der Krappbau ist jedoch seit Entdeckung des künst- 
lichen Alizarins mit jedem Jahre mehr und mehr zurückge- 
gangen; während z. B. Frankreich im Jahre 1862 noch 
20 463 Hectaren mit Krapp bepflan,2,te Bodenfläche hatte, so 
oem:g diese-me 1873 mir mich 6528 und 1874: 5o69. 
Dieser Ver-r1"ngernng der Produktion entspricht auch die Ver- 
minderung der Aus-fuhr; dieselbe hatte für Krapp (ink1. 
Garancin) im Jahre 1868 einen Wert von 38 850  Frcs., 
sankl872 ans 23 413 000Frcs.11I1d 1876 auf 4607 0()0FrcL5. 
Bedenkt man, daß seit dem Jahre 1871 die Färbereien des 
Elsaß zur Steigerung der Exportziffern beigetragen haben, so 
ist der Rückgang der letzteren thatsächlich noch größer, als er 
nach obigen Ziffern erscheint.  Als beste Handelssorte gilt 
der levantinische oder tiirkische Krapp von Cypern und 
Kleinasien; von den enropäischen Sorten steht obenan der 
holländische oder seeländische; man erhält ihn in Fässern 
von 800 bis 1000 le. Der Elsässer ist frisch gelbrötlich, 
später dunkelrot; man erhält ihn in Fässern von 800 le, 
sowie auch in 1X2, 1X4, 1X8, 1X1e Fässer-n. Der französische 
Krapp (Garance) ist ebenfalls eine gute Sorte, namentlich der 
von Avignon. Schlesischer K-rapp kommt nicht mehr in den 
Handel. Oesterreichischer steht den übrigen Sorten nach. Nach 
der Behandlung?-weise unterscheidet man ferner noch b er aubten 
und unberaubten Krapp; letztere Sorte ist die geringere 
und wird durch Mahlen der rohen Wurzeln ohne vorhergehen- 
des Schälen hergestellt, während bei der Gewinnung der 
besseren Sorte, des beraubten Krapps, die getrockneten Wurzeln 
zunächst unter fortwährendem Wendeu gedroschen werden, wo- 
durch die äußere, fast wertlose Korkschicht der Rinde nebst den 
Wurzelfasern sich los-lösen; der Holzkörper dagegen, welcher
        

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