Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Katechismus der Farbwarenkunde
Person:
Heppe, G.
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-908740
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-909217
schöne blaue Farbe künstlich zu bereiten, auf mühsame Weise 
aus dem sehr seltenen Lasursteine präpariert wurde. Da 
das Kunstprodukt jek-t eben so schön hergestellt werden kann, 
wie das Naturprodukt, so ist letzteres aus dem Handel ganz 
verschwunden. So benuk,te man früher auch den natürlichen 
Zinnober als Farbe; da aber der künstliche viel schöner 
und feuriger dargestellt werden kann, scheidet man jeHt aus 
dem natürlichen Zinnober erst das Quecksilber ab und führt 
dieses wieder in künstlichen Zinnober über. 
Natiirliches Operment (Auripigment, Arsentrisul- 
fid) und natürlicher Realgar (Arsenbisulfid) werden nur 
noch im Orient zuweilen als gelbe und rote Farben benuHt; 
bei uns geschieht dies längst nicht mehr und auch die ent- 
sprechenden Kunstprodnkte finden, ihrer Giftigkeit wegen, eine 
nur noch sehr beschränkte Verwendung. 
S. 3farbwaren aus dem ZIs1"anzenreiclje. 
7. Was ist im allgemeinen über dieselben zu bemerken? 
Als Farbwaren ans dem Pflanzenreicl)e gelten alle die- 
jenigen Pflanzen oder Pflanzenteile, welche einen verwert- 
baren Farbstosf entweder schon fertig gebildet enthalten, oder 
einen solchen bei passender Behandlung liefern und demnach 
einen Handelsartikel bilden. Man benutzt diese Farbwaren 
nach genügender Zerkleinerung entweder direkt zum Farben, 
oder stellt daraus Extrakte dar nnd verkauft diese an die 
Färber. Diejenigen Pflanzen oder Pflanzenteile, die den 
Farbstoff nicht schon fertig gebildet enthalten, wie z. B. Orseille- 
flechten, müssen erst einer chemischen Behandlung unterworfen 
werden, damit der Farbstoff sich entwickele. 
Man pflegt solche, in Pflanzen enthaltene, an und für 
sich farblose Stoffe, die aber durch Einwirkung Von Luft, 
Alkalien und anderen Körpern in Farbstosfe übergehen können, 
mit dem Namen Chromogeue zu belegen. Die Pflanzen
        

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