Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Katechismus der Farbwarenkunde
Person:
Heppe, G.
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-908740
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-910081
Die Bildung dieser Rosanilinsalze kann auf sehr ver- 
schiedene Weise erfolgen und hat man hierzu früher Queck- 
silbernitrat, Quecksilberchlorid, Zinnbichlorid, Antimonpenta- 
chlorid u. s. w. angewendet; jeHt benuht man hierzu am 
häusigsten die Arsensäure. Das Anilinöl und zwar das 
Rotöl mit höherem Toluidingehalt wird mit Arsensäure aus 
120-1400 O. erhiHt, wodurch die Arsensäure zu arseniger  
Säure reduziert und das Anilin in Rosanilin verwandelt 
wird, welches mit der entstandenen arsenigen Säure und 
etwa vorhandener noch nicht zerseHter Arsensäure verbunden 
bleibt. Das Produkt dieser Einwirkung wird mit siedendem 
Wasser behandelt und mit Salzsäure zerseyt, wodurch der 
größte Teil der arsenigen Säure und der noch unzerse'Hte 
Teil der Arsensäure abgeschieden wird. Die Ausfällimg 
des salzsauren Rosanilins geschieht durch Zusatz von Chlor- 
natrium (Kochsalz), durch Umkrystallisieren wird die Farbe 
gereinigt; doch gelingt es selbst durch wiederholtes Um- 
krystallisieren nicht, alles Arsen zu entfernen; indessen hat 
man Sorten, die nur ein tausendstel Proz. davon enthalten. 
Das fertige Produkt ist demnach salzsaures Ros- 
anilin, richtiger Chlorwasserstoffrosanilin, von 
neueren Chemikern sehr unpassend Rosanilinchlorhydrat 
genannt; im Handel führt es den Namen Fuchsin oder 
gewöhnliches Anilinrot; früher wurde es auch Magenta- 
rot, Tyralin, Solferinorot genannt. Es erscheint in 
prächtigen dunkelgrünen, metallischglänzenden Krystallen, die 
mit Wasser eine intensivrote Lösung geben, in Alkohol wenig, 
in Aether gar nicht löslich sind. Man hat es wieder in 
verschiedenen, durch Buchstaben bezeichneten Sorten, sowie 
in kleinen und großen KrystalIen und auch als Teig (en päte). 
Das essigsaure Rosanilin oder Rosanilinacetat, 
auch Rose"1"n genannt, ist hauptsächlich in England gebräuch- 
lich, es bildet ebenfalls dunkelgrüne, goldgl"c'aizende, pracht- 
volle Krystalle, die sich nicht nur in Wasser, sondern auch 
in Alkohol sehr leicht mit roter Farbe lösen. Man erhält 
dieses Salz leicht durch ZerseHen des salzsauren Rosanilins
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.