Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leitfaden zur Perspektive für Maler und Dilettanten
Person:
Green, B. R.
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-908738
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3674809
16 
-wir nun unser Augenmerk auf die Linien richten, die man aus 
oben angeführten Gründen als ,,Dächerlinien" bezeichnen könnte. 
 . . Dieser Teil der Gebäude macht häufig dem 
Studierendeu viel Kopfzerbrechen. Wenn er 
indessen sich nur klar macht, welche Stellung das Gebäude 
dem Auge des Beschauers gegenüber einnimmt (parallel oder 
schräg) und zweitens sich erinnert, daß Linien, die parallel 
laufen, stets denselben Verschwindungspunkt haben 
müssen, so wird die Schwierigkeit zu beseitigen sein. Jn 
Fig. 1 und 2, Tafel 5, sind zwei ganz gewöhnliche Dächer- 
formen dargestellt. Da die Gebäude selbst parallele Position 
einnehmen, fällt der Verschwindungs-Punkt für die abschüssigen 
Dächerlinien auf die Hauptvertikale. Man setze desshalb 
die Linien der ersten Seite von Fig. 1 fort bis sie die Haupt- 
vertikale schneidet und führe die zweite entfernte Linie dem 
gleichen Punkte zu, oder zeichne sie einfach leicht nach innen 
geneigt auf. Die Linien des Daches von Fig. 2 folgen den 
gleichen Grundsätzen und schneiden sich gleichfalls auf der Haupt- 
vertikalen; der Gipfel aber liegt auf der Mittellinie. Jndessen 
ist es kaum nötig, diese Linien alle zu berechnen. Läßt man 
nur deren Richtung nicht aus dem Auge, so vermag die Hand 
sie ohnedies korrekt zu ziehen. Was die auf Tafel 5 dar- 
gestellten Möbel anbetrifft, so sind sie Beispiele, auf welche 
trotz der Unregelmäßigkeit ihrer Konturen, was in solchen Ob- 
jekten ja beständig vorkommt, das geschulte Auge rasch die An- 
wendbarkeit der gegebenen Regeln, insofern sich diese auf die 
allgemeine Richtung der Linien, die Lage der Verschwindungs- 
punkte und die Verkürzung der zurücktretenden Teile beziehen, 
erkennen wird. Die punktierten Bodenlinien geben die Manier 
an, wie die Stelle der Füße zu finden ist. Solch eingebildete
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.