Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Hütten-Geheimniß vom gerechten Steinmetzen-Grund in seiner Entwicklung und Bedeutung für die Kirchliche Baukunst des Deutschen Mittelalters dargelegt durch Triangulatur-Studien an Denkmälern aus Hessen und den Nachbargebieten
Person:
Drach, Karl Alhard von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-904245
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-904488
IF,-F-Heorie 
Ser- 
TFjria1tgukaiure1t. 
Der Gedanke eines jeden wahren Kunstwerkes ist, seinem letzten Grunde nach, wesentlich mathematischer 
Natur, seine obersten Gesetze sind die Gesetze der Mathematik. A.  
I 
 
 w1r Voraussetzung und Forderung, was  ,,Geometria Deuts ch" 1), verzeichnet als: ,,2lus der 
 einem Baukünstler im Mittelalter an  geometrei2 etliche nutzparliche sti"ick di) hernach ge- 
3)3j"s;Tzt T Wissenschaft nothwendig gewesen, auf das  schriben sten". 
THE- (1lIErgeringfte Maß beschränken2), so erscheint  Die wichtigste Ausgabe von allen, sowohl für die 
J-Es die Kenntniß und Beherrschung von einer Unzahl  Zeichnung des Entwurfs, als auch später bei der 
D geometrischer Conftructionen unerläßlich, weil  praktischen Ausführung desselben, ist die, einen 
es ohne dieselben nicht möglich sein würde, auch  rechten Winkel zu construiren. Mit Stellung 
nur den allereinfachsten, nach einem gewissen Plan und  und Lösung derselben beginnt das Schriftchen, indem 
System erdachten Bau auszuführen.3) Dies e Ton-  es darin heißt: ,,-Zum ersten behend ein gerecht 
structionen finden sich denn auch ohne Beweise und  winckel maß zu machen. So mach zwen riß (gerade 
daher theils correcte, theils falsche Resultate liefernd  Linien) vber ein and an gefart (ohngefcihr) wie du 
mit einigen weniger wichtigen in einem von l-Zank,  wilt vn (und) wo die riß vber ein ander geen da setz 
17Z)ösch aus Gmi"1nd verfaßten und 1472 im Druck  ein se- Darnach setz ein zircleel mit eine ort (Spitze) 
erschienenen Tralitcitlein, welches den Titel führt  aufs den punclit -e- vn zeuch in (ihn, den (Zirkel) 
 vermischte Sc)kiften iik-ex christliche Kunst. s. es.  auf als Welt du. wll.t M mach-auf We HEXE) Hm eF" 
Aus der ,,Einleitung zu dem Büchlein von der 5ialen Gerech-  PUncFt- DE- few We PUd?Eabe  dZ alle? Un 
tigkeit von Mathias Roriczer--. ; weite sei. ,Darnach mach ei linj vom -a- in dz sb- 
2) IN dem ZU  2IUf1O1ge eTstI7ieN-weit J vnd vom -b- in dZ sc- So haftu ein gerecht winckel- 
,,1?itruv1us Teutsch, Durch Gualt1Jei-um H.lR1u1um" lesen  maß des ei exemPeI hie steht- mit Letzteres-H ist die 
wir auf Sol. IIIa: ,,Da-cum ist von noten. das ein furtresflicher      
berümbter volliomener Bawmeister sur das. aller erst gelert sey,  aHf Tafel, I Unter Z rePrc?duc1rte 5kgUr gM,1emt-,de1en 
vnd der Schrifft wol erfarn, Er sol auch des Reissens vnd Malens  2Ud?t15ZkeIt durch veVgleId7Ung Mc der M 5IEIUr 1 
einen guten bericht haben. auch der Geometri, -das ist des sZirckels  gegebenen Lösung der geometrischen Aufgabe- A-Uf 
vnnd Rid?ksd?eTdtS getEOk21igkskt- dEßgIE1CI?EN der PE0fpEtkiUa vnnd  eine Strecke AB im einem Endpunßt A ein 
Rechenkunst, der l7ziftorien oder alten geschiiht sol er voraus zim- ? perpendjkel zu errichten, sofort erhellte) 
lich wissen haben, auch der Philosophei etwas bericht seyn, die J 
Maßen können, vnnd der Reglen der Ert;-znei) etwas erfarnen ;       
sein, wie auch der Satzungen der Juristen, in der 2lstrologe.hwist  l)-Dasselbe Ist AbSEdkUOkk M s-K)eIdEI0ff- Ists BAU7?UkkE 
jin auch nit wenig uon nöien, das er ein wissen hab dZs"1Fimels ? MS mIttelaUeV5 in DeUtfC7?IC"d" A- S- 95 fl- 
lauff" und ersehen dakau5, we1d7e Fülle Von Wissen zu Kaiser  2) Für die Praxis eignet sich die angegebene Construction 
Augustus Zeit für den römischen 2lrchiteleten" wtinsihenswerth  WEUkgC175 fis hat W? deßhalb Mc? nicht 9k"b1Ik9eM können- THIS 
schien.  dem Vitruv des Rivius ersehen wir, daß die Steinmetzen anders 
S) Bei BEgU"MdLMg der in der vorigen Anmerkung mit-  verfuhren; es heißt daselbst auf Sol. cCXXVIIb: ,,Vnsere werde- 
getheilten 5orderungeI1 VIII!-MS heißt es: ,,Die Geometri lernet leuth brauchen zwei linial oder richtscheid in gleiche winckel ge- 
jn die messung, gibt jin auch grundt vnd bericht der gerechtigkeit schlossen, wo du aber nach Vitruvianisiher vnterrichtung ein solch 
Zirckels vnd Richtsoheidts, das im nit wenig vortheil bringt in ; winckelhaoken machen woltest, so nimb (hierzu gehört unsere 
der außtheilung, niderlegung vnd auffziehung der werde in grundt,  5ig. Z auf Tafel I) drei) linial oder richtscheid, die ein sei) drei) 
mit aller messung mit Plei)wagen, oder dergleichen abwegung in  -schuh lang, die ander vier, die drit fi"jnff, leg diese dreh--lin"iiiT" 
eck vnd winckel, wie dann solches alles in der gerechtigkeit  zusamen, das sie sich alle an der e"usfersten spitzen der lenge auffs 
Zirckels und Richtscheidts begriffen    2lus der 2lrithmetica  siherpffest ri"iren, so hastu ein gewisse prob eins rechten wincliel- 
oder Kunst der Rechnung mag er den kosten des Baws vnd aller  hacken, wie dir dise figur anzeigt". In dieser Weise, auf Grund 
nottursft bei; dem allergeringsten heller vberschlagen vnd verrechen,  des Pi2thagorLiis eh en pIehrsatzes, konnte die Bestimmung zu 
auch mancherlei) messung vnd proportion erfaren, so etwan durch  einander rechtwinliliger Baufluchten auch im Großen ausgeführt 
die Geometri nit mag Z)-Wegen bracht werden." ; werden. 
        

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