Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Carl Ludwig Fernow
Person:
Gerhardt, Luise
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-885501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-887837
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die deutsche Nation von dem Vorwurf, keinen Geschmack 
in den schönen Künsten zu haben, befreit, und sich an 
den anderen Nationen, die sich über uns in diesem Punkte 
weit erhaben dünkten, dadurch gerächt hat, daß er, ein 
Deutscher, ihnen zuerst den wahren Schönheitssinn und 
Geist der Antike aufschloß.  
,,Goethe hat versprochen, die neue Ausgabe der 
Winckelmann7schen Muse, wenn sie zustande käme, durch 
eine Vorrede beim Publikum einzuführen und sich auch 
sonst durch Rat und Tat für die Unternehmung, die seinen 
Beifall sogleich fand, als ich ihm zuerst davon sprach, 
tätig zu interessieren. 
,,Hoffentlich wird uns Goethe auch einen AufsaZ, Ein: 
leitung oder etwas ähnliches dazu geben, welches bei 
dem Liebhaber:Publikum von guter Wirkung s ein könnte  . A 
Da trat ein Ereignis ein, welches nicht nur auf Fernows 
Schaffensfreudigkeit und Tätigkeit lähmend wirkte, sondern 
das ganze Land in tiefe Trauer versenkte. Am 12. April 
1807 klagte er dem teilnehmenden Böttiger: 
,,Weimars Sonne ist untergegangen. Unsere verehrte, 
unsere gute Herzogin Amalia ist nicht mehrl Ehegestern, 
Freitag nachmittags um 4 Uhr verließ dieser edle 
Genius uns auf immer. Wir sind alle traurig und in 
Tränen, vielleicht ist kein Haus in Weimar, wo dieser 
edlen Fürstin nicht Tränen fließen. Ach, obgleich sie das 
Gute, zu dem sie sich berufen fühlte, längst vollbracht hat, 
so haben wir doch viel verloren; wir werden es erst 
empfinden, nun wo wir sie nicht mehr besiZen2 Sie wußte 
den Fürsten und den Menschen in sich zu vereinen, sie 
zog die besseren Geister an, wo sie sie fand. Das wird 
nun in Weimar nicht mehr geschehen, und sind Wieland 
und Goethe einmal nicht mehr, so wird Weimars Glanz 
und Ruhm, den Amalia ihm erwarb, nur noch in der 
Geschichte leben; dann wird hier so wie an anderen Höfen
        

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