Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Carl Ludwig Fernow
Person:
Gerhardt, Luise
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-885501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-887712
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teil, alle ihre Kraft und ihren Nationalgeist aufbieten, sie 
zu immer höherer Vollkommenheit auszubilden, so werden 
wir die Zeit der Trübsal nicht nur glücklich überstehen, 
sondern auch geläutert im Feuer derselben, und des eklen 
Wustes unserer Skribler entledigt, siegreich aus dem 
langen Kampfe hervorgehen, wenn längst die Gebeine 
unserer stolzen Eroberer zu ihren Vätern versammelt 
sind.   
,,Unser Weimarifches Theater bleibt beisammen, spielt 
aber noch nicht.  Am zweiten Weihnachtsfeiertage soll 
es seine erste Vorstellung geben.  Goethe will das 
Institut, wo möglich, erhalten, und er hat recht. Jn 
diesen Zeiten der Zerstörung muß man alles Bildende 
und Gebildete, was zu retten ist, retten und erhalten.   
Wir haben neue Hoffnung, daß es sich glücklich durch das 
Gedränge dieser Jammerzeiten durchwinden wird.  
Leider ist jetzt an der literarischen Tab1e d7hi5te des deutschen 
Parnasses Schmalhans Küchenmeister.   
 S. Der Druck meiner Ausgabe der Divina. 
C0mecIia hat unter sehr infernalischen Auspizien be: 
gonnen. Gerade als man in Jena brannte und plünderte, 
und bei Vierzehnheiligen 200000 höllische Teufel 
einander gegenüberstanden und, mit allen Werkzeugen 
der Hölle ausgerüstet, sich mordeten, schwit3te der erste 
Bogen des 1nfern0 unter der Presse. Kann man ein 
göttlicheres Omen ersinnen2 sitt 
In der nächsten Zeit bekam Fernow verschiedene 
schmeichelhafte Anträge. So machte ihm der berühmte 
Architekt Weinbrenn er in Karlsruhe  der Fernow von 
Rom aus kannte  den Vorschlag, sich als Professor der 
Kunstgeschichte und Ästhetik in Heidelberg niederzulassen. 
Weinbrenner ließ bei dieser Gelegenheit die für Fernow 
bestechende Aussicht durchblicken, Italien, wenn auch nur 
für kurze Zeit, wiederzusehen. Dieser leytere Umstand hätte
        

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