Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Carl Ludwig Fernow
Person:
Gerhardt, Luise
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-885501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-887008
,,Dem wahren Gotte nicht, dem Götzen 
Der römischen Religion, 
Vor dessen Bannstahl, mit Entsetzen, 
Vernunft und Toleranz zum rauhen Norden floh7n; 
Der blinden Superstition 
Ward von Europas Millionen 
Und von dem Golde aller Zonen, 
So weit die Oriflamm der Aberglaubens weht, 
Der stolze Riesenbau erhöht, 
Wo eines Doppelsdhlüssels Macht 
Zwei Welten zu verschließen wagt. 
Doch in des dicksten Aberglaubens Nacht 
Dringt endlich auch des Lichtes Schimmer: 
Das Reich der Täuschung währt nicht immer; 
Der Wahrheit heil7ger Morgen tagt. 
Das kronentragende Orakel 
Verstummt, von niemand mehr befragt. 
Des Fanatismus rohe Horden, 
Die  leicht von frommer Wut entbrannt  
Das Kruzifix, von Priesterhand 
Geschwungen, sonst so willig fand, 
Zur Ehre Gottes gern zu meueheln und zu morden, 
Sind, dank dem Himmel, seltener geworden, 
Selbst in des Fanatismus Vaterland. 
Einst sinkt  o daß die Zeit den Fittig rascher schlügel 
Einst sinkt auch dieser hohe Dom, 
Des Aberglaubens schön geschmückie Wiege, 
Dies Wunderwerk des neuen Rom, 
Jn Trümmer, jenes Trugphantom 
Stürzt bei der Wahrheit le3tem Siege. 
Die Zeit mit ihrer Hippe muß 
Das Ungeheuer niederhauen, 
Sonst windet sich der Genius 
Der Menschheit schwer aus seinen Klauen. 
Kein Despotismus wird ihm dann, 
Im Jrrgewinde seiner schlauen 
Politik, neue Stützen bauen, 
Die eigne Sicherheit ersann.
        

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