Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aufsätze zur Kunst
Person:
Grimm, Herman Steig, Reinhold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-885480
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3587241
Jakob 
Asmus 
Carfiens. 
k,sssss ie Natur scheint sich selbst zu widersprechen oftmals. 
 Sie schafft das Schöne und läßt es untergehn. Dem 
J Gemeinen verleiht sie Stärke und Gedeihen, dem 
TO Edlen versagt sie die Kraft, nur sich aufrechtzu: 
erhalten. Die Menschen läßt sie sich zu einer, jede Niicksicht 
wo nur immer möglich befriedigenden Organisation gestalten: 
diejenigen aber, denen wir am meisten verdanken, läßt sie oft 
eintreten in diese Ordnung, daß alles, was andere fördert, sie 
gerade hemmt, ja bis zur Vernichtung zu Boden drückt. 
Kein schmerzlicherer Anblick als die Laufbahn eines solchen 
Schicksals. Man möchte irre werden an der Vorsehung. Die 
auf gegenseitiger, liebevolIer Hülfe beruhende menschliche Ge: 
sellschaft erscheint uns dann wie ein trübes Gewässer, in dessen 
Tiefe ein Vogel hinabgerissen wurde. Das Element, das die 
Fische und das Gewürm da unten belebt, nimmt ihm den 
Atem, und bald liegt er tot auf dem Grunde, während die 
Fische kalt und teilnahmlos wie zuvor durcheinander eilen und 
ihre Nahrung suchen. 
Allerdings, es hat Männer gegeben, auf die dieser Ver: 
gleich nicht paßt; denen alles zu Hülfe kam, wo sie sich zeigten. 
Die, wie Horaz singt, bei der Geburt die Muse mit freund: 
lichem Auge angeblickt. Aber diese bilden die Ausnahme. 
Und sogar, wenn wir ihr Geschick betrachten, scheint ihm etwas 
zu fehlen, das dem jener anderen erst die rechte Wiirze gab; als 
sei dieses Leiden ein unentbehrlicher Zusah da, wo eine große 
Wirkung hervorgebracht werden sollte. 
Von einem Manne, dem so die Wege verbaut wurden 
sein lebelang, will ich heute reden. Beriihmt, aber in seinen 
Werken kaum gekannt; ein deutscher Künstler, aber nichts emp: 
fOcngend von seinem Vaterlande, und in Italien von Jtalienern
        

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