Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aufsätze zur Kunst
Person:
Grimm, Herman Steig, Reinhold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-885480
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3586022
Etzählt, sondern, ankniipfend an dies Ereignis, eine symbolische 
Darstellung der siegreichen Berührung christlicher und heidnischer 
Philosophie. 
Die Geschichte der Scholastik macht klar, inwiefern diese 
Szene und dieser Apostel hier gewählt waren. Bis zum 
12s Jahrhundert waren die Bibel und die Schriften der Kirchen: 
Väter das Material, mit dem die theologischen Streitigkeiten 
geführt wurden. Da wurde von Abälard auf der Pariser Uni: 
VEkfittit der Versuch gemacht, die ,,menschliche VernunftH als 
drittes Element einzuführen. Paulus war der gewesen, der die 
Harmonie griechischer und christlicher Gelehrsamkeit im Dienste 
des Evangeliums ausgebeutet hatte: um die Vereinigung seiner 
Lebte Und der der heidnischen Philosophen handelte es sich zu: 
Weilt. Dem entspricht Vasaris Deutung der Schule von Athen. 
Wir haben oben gesehen, wie dem jedoch, was Vasari zur 
Erklärung der Disputa in etwas einseitiger und darum un: 
genügender Weise vorbringt, die Inschrift des gleichzeitig mit 
feinem Buche C1580J erschienenen großen Stiches der Disputa 
Erst den richtigen Umfang gibt: ebenso verhält es sich bei der 
Schule von Athen. Die Jnschrift des Blattes von Ghisi, der 
auch die Schule von Athen gestochen hat, enthält das eigentlich 
MCßgebende, daß Paulus, Eintritt unter die athenischen Philo: 
iVPhen von Naffael dargestellt worden sei; Vasari Cder die 
beiden Mittelsiguren irrtümlicherweise Plato und Aristoteles 
neUUkJ fügt hinzu, es sei die Vereinigung der heidnischen 
Philosophie und der christlichen Theologie gemeint. Noch andere 
Jkttümer finden sich bei ihm: so will er in der Gruppe am 
Fuße der Treppe unten rechts die Evangelisten erblicken, die 
Rasfael kaum an diese Stelle bringen wollte. Die Hauptfigur 
unter allen ist die des Paulus. Wie er uns entgegen den 
Arm UUSftreckt, scheint er Ruhe zu gebieten. Jugendlich kraft: 
VIII steht er da.  
Die Darstellung des Paulus ist eine der dauernden Lebens: 
TUfgaben Raffaels gewesen. 
Die Madonna di Sant, Antonio ist früher schon besprochen 
worden. Sie gehört zu den unzweifelhaftesten Gemälden 
NsIffUelS, zu den Arbeiten seiner Hand, die als feste Marksteine 
bei der Beurteilung seiner Entwicklung dastehen. Dieses Werk 
Grimm, AUffäkze zur Kunst. 7
        

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