Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Murillo
Person:
Justi, Carl Murillo, Bartolomé Esteban
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-870512
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-870974
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Murillo. 
beschäftigt haben. Jst manchen Schöpsungen Murillos ließen sich wol einzelne dem 
Autwerpener Maler und seinem größten Schüler entlehnte Motive aufzeigen, er hatte 
sie warscheinlich aus Kupferstichen kennen gelernt. Heiterkeit, Lebenssülle, Lichtherr- 
lichkeit rückt Murillo dem Rubens näher als jenen dreien. Aber dies sind Eigen- 
schaften die in den er,sten Jahren nach seiner Rückkehr am wenigsten hervortreten: er 
hat sie erst später,--das eigenen Wegen gefunden. Voraus hatte er, wenn man ihn 
mit jenem größeren vergleichen darf, den besonnenen romanischen Sinn fiir Maß in 
Form, Farbe, ,"Hewegnng: er ist auch trunken gewesen, aber nicht von des Fleisches 
Herrlichkeit und dem Pomp der Weltlichkeit. 
Yet kleine F-.kosterhof von g-. Franck--ca. 
Jm Jahre 1645 kehrte Murillo nach Sevilla zurück. Früh hineingeworfen ins 
Schaffen, ist er ungeduldig mit diesem Nachtrag der Lehrjahre abzuschließen.  
drängt ihn zu versuchen, wie seine verbeszerte Manier daheim gefallen werde. Und es 
zeigte sich wirklich, daß der Wind seines Glückes eine Drehuug gemacht hatte. Es bot 
sich ihm eine umfangreiche Arbeit, die zwar weder als pekuniär vorteilhaft, noch als 
besondere Auszeichnung gelten konnte  er erhielt sie als der wenigst fordernde  
wol aber ganz gemacht war, ihn ,,auf dem Präsentierteller der Osfentlichkeit" zu zeigen. 
Das Kloster von S. F-rancisco war das größte der Stadt: sechs patios, ein 
Garten, 24 Brunnen, der große Kreuzgang mit zwei Galerien auf maurischen Doppel- 
säulen und schimmernden Wandfliesen (alieatados); die Kapellen meist Patronate der 
ersten Geschlechter, voll kostbarer Deukmäler, die Altarkapelle mit einem reich figurierten 
Marmorretablo und den knienden Statuen des Marques von Ayamoute und seiner 
Gemahlin, die Antouio Maria de Aprilis aus Carona und Bernardino Gazini aus 
Bissone, Bildhauer zu Genua, einst hier ausgestellt hatten. Aber 1841 hat ein erleuchtetes 
Aynntamieuto S. Francisco uiederlegeu lassen, an seiner Stelle steht die langweilige, 
menschenleere Plaza nueva. 
Damals sollte das kleine c1austro, hinter der p0rte1-ja, von dem eine Marmor- 
treppe in den großen Kreuzgaug führte, ausgestattet werden, obwol die verfi"cgl)aren 
Mittel gering waren. Murillo übernahm diese elf Gemälde, zwei sehr lange, und 
neun nahezu quadratische Franziskanergeschichten. Der Ordeustister, die heil. Clara, 
Sau Gil u. a. waren mit je einem bedacht; mit fiinfen aber ein andalusischer Bruder, 
der in Alcalc'1 gelebt hatte (f 1423), der heil. Diego, der auch eine Kapelle in der 
Kirche besaß-""). Er war ein schlichter ungelehrter Mann gewesen, Laienbrnder, aber 
E) Ja einem Gemiilde des Martin de Vos, gestochen von A. Collaert, wo S. Diego mit 
S. Franciseus zusamn1engestellt ist, befindet sich unter den elf Wundern ringsum keines der hier erzählten.
        

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