Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Murillo
Person:
Justi, Carl Murillo, Bartolomé Esteban
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-870512
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-872217
Murillo. 
an anderes als- Vertilgung der Mauren, wahnsinnigc Glaubensgericl)te, gelungene 
und 1nißlungene Attentate auf die Freiheit edler Völker, Entvölkerung und Verwüstung 
einst blühender Länder. 
di- F Di- 
Wendet man sich dem menschlichen Inhalt seiner Schöpfuugen zu, so wird man 
sich dem Eindruck nicht verschließen können, daß die von Murillo ins Leben gernfene 
Gestaltentvelt die Persönlichkeit ihres Erzeuger-Z selten ver-leugne. 
Nach allem was man von ihm weiß oder erschließt, war er ein treu fleißiger 
nnd bescheidener, feinfiihliger und gutmiitiger Mensch, frei von niederen selbstsüchtigen 
Trieben, wie Antigone ,,mitzulieben, nicht mitzuhaßen gemacht". Er schuf die Heiligen 
etwas nach seinem Bilde. Wir denken uns, ihm muß am wolsten gewesen sein, nächst 
dem Familienkreise, unter Menschen von einfachem, unmittelbar-lebhaftem, uuverstelltem 
Wesen, unter dem Volke und den Brüdern jener Orden, die Fühlung mit dem Volk 
bewahrten, obwol er auch mit Gelehrten und höheren Geistlichen Freundschaft ge- 
pflogen hat. Er war ein trefflicher und geliebter Lehrer; seinen Bemühungen verdaukte 
Sevilla die Malerakademie (1660). Aber nachdem er diese mit viel Geduld gegen 
Anmaßung und Neid von Collegen, wie Valdes Leal und Herrera, zustande gebracht, 
wurde ihm die Beteiligung an ihrer Verwaltung bald verleidet; nur im ersten Jahre 
erscheint er als Präsident. Genus war er frei von jener Leidenschaftlichkeit, die das 
Lebensbild vieler Künstler seines Jarhunderts entstellt und befleckt. Wie Leichtigkeit 
der augenfälligste Zug seiner Malweise, so sind auch die Menschen dieser Bilder von 
impulsiver Natur, ihr Gebahren von uatiirlicher Anmut, das Empfiuden einfach nnd 
gesund, die Gemiitsart gütig und harmlos. Seine Göttin ist die Freude. Von dem 
Bettler an, der seinen Maravedi empfängt, von dem gegenstandlosen Jubel seiner 
Engclkinder bis zu dem Widerschein himmlischen Lichts im Auge des Märtyrers und 
dem entzückten Schauen der Allerreinsteu, ist sein Werk eine große Symphonie der 
Freude. ,,Heiterkeit und Freudigkeit," sagt Jean Paul, ,,ist der Himmel, unter dem 
alles gedeiht, Gift ausgenonnnen." Jm Bund mit Güte, von der Baron meinte, das; 
ohne sie der Mensch nur ein geschästiges, schädliches, elendes Ungeziefer sei.8) 
Daher verstand er die Art der Kinder, ihre mntwillige Beweguugslust und ihr 
ahnungsvolles Träumen, die junge Frau deren Glück ihr Kind ist, den treuherzigen 
Greis der seine Hinneigung zum Kinde ertvidert findet. 
 Goo(incsse  This of all Ver-tues, and Dig11ities of the Minäe, is the greutest; being 
the Character of the Deitio- Am! without it, Man is a Basis, Misohievous, W!-stehet! Thing; 
No better then a Kinde of Ver-mit-e. Baron, Es--1ys 13.  Toute autro sciences est dom- 
mngeab1o D. celui qui u"- la sciences do la bont6. M(mtaiY-ne, Dass)-S.
        

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