Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rembrandt
Person:
Neumann, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-868606
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4404483
cians un tableau noir. Tlenn er aber weiter die Sigenschaften des spä- 
teren Rembrandt vermissend findet, das Hnatomiebild lasse überhaupt  
so will uns scheinen, dass er zu weit gehe, dass vielmehr bei wieder-holtem 
Sehen das Bild immer mehr zum Rang eines Hauptwerkes (und nicht nur 
der ersten Deriode) sich emporhebe. 
Denn ist schon die 1Jich"töhonomie des Bildes als Hebel der Kom- 
position bewundernswürdig, so ist es vor allem die koloristische Haltung. 
Können schon- mit Schwarz und cc1eiI3 z. B. in der Radierung erstaunlich 
farbige Wirkungen gewonnen werden, so hat man jedenfalls die Farben der 
IInatomie nicht beschrieben, wenn man sagt, die Kleider seien schwarz, die 
Kragen und Oanschetten weiss (bis auf das Kostüm einer Figur, das matt- 
violett ist), der Grund sei grünlichgrau, stellenweise zu braun erwärmt, und 
im übrigen auf Gesichtern und Händen der Fleischton. Das TIeberraschende 
ist, wie die allerdings nicht zahlreichen Farben über die ganze Leinwand mit 
dem Grün der Leiche zusammengestimmt worden sind. Grün flimmert überall 
durch das Bild, gehoben und ergänzt durch die Hi-(zente des Rots der 
Lippen und der Muskeln und Sehnenbänder, die an Vor-derarm und Hand 
die Scheere des Hnatomen bloszgelegt hat. Man braucht nur die eigene 
lebende Hand gegen die einzelnen Gesichter des Bildes zu halten, um sofort 
der eingemischten grünlichen Töne inne zu werden. Die Behandlung der 
schwarzen Stoffe zeigt den vollendeten Farbenhiinstler; denn das Schwarze 
bleibt immer farbig und ist an manchen Stellen wie Ousi1-X. Euch von 
wirklichem ccleisZ kann kaum die Rede sein-H"). Und so beruht auf dieser 
vereinheitlichenden conltimmung nächst der 1Jichtleitung und -verteilung noch 
weit mehr als auf der Gruppierung der Figuren das, was man an diesem 
Bild Komposition nennen muss, und womit es einen ungeheueren Schritt 
über das Niveau der Zeit hinaus bezeichnet. Der Gesamtton ist wirklichkeits- 
gemäszer und daher für die nüchterne anatomische Szene passender als der 
V) Eebnlicb Blanc, la vie de R. et s0n g6nie, p. XXI. 
-H) Das kenc1entucb der Leiche es-scheint, etwa gegen ein cA1"cbevt1Id) gehalten, quitten- 
ge1b, wobei freilich der fis-nif3 mit1ps-erben mag. 
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