Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rembrandt
Person:
Neumann, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-868606
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4411100
Museum wünschten. Diese Stimmen mehrten sich, als zur Feier des Regierungs- 
antritts der Königin Tlilhelmina 1898 eine Husstellung von Werken Rem- 
brandts eben in jenem städtischen Hmsterdamer Ouseum veranstaltet ward, 
und bei dieser Gelegenheit auch die I"2achtwache der Husstellung einverleibt 
wurde. Ss schien, als solle den I-Iufregungen der Pariser ,,akkaire"" ent- 
sprechend auch Amsterdam seine grosse Hngelegenheit bekommen. Die Leit- 
artikel, ,,Singesandt", die -feuilletons und Karikaturen bemächtigten sich der 
Sache, der Verein Atti et Amicitiae richtete eine Petition an die Stadt- 
verwaltung; der Plan eines eigenen Rembrandtmuseums kam zur Srörterung; 
dem Kongresz einheimischer und auswärtiger Kunsthistoriker, der sich in 
Amsterdam versammelte, wurde nahegelegt, einen Protest gegen die Rüd4- 
kehr des Gemäldes in das Reichsmuseum zu erlassen. Schließlich mußte 
die Diplomatie lich rühren, und sie hatte Ursache; denn der Streit 
hatte eine persönliche, eine politische, eine konfessionelle Zuspitzung er- 
fahren. Bei dieser I-Iusartung der Debatte verschwanden die sachlichen 
Gesichtspunkte; die entscheidenden Stellen versagten sich den Tlünschen, 
die besonders die Künstlerlchaft von Anfang an lebhaft vertreten hatte. 
Die Stadt Amsterdam machte von ihrem vertragsmäßigen Recht einer halb- 
jährigen Kündigung, wodurch sie das Bild hätte an lich nehmen können, 
keinen Gebrauch, und das Gemälde wanderte an seinen Platz zurück, 
nicht ohne das die Karikatur diese Rückkehr als einen 1Ieichenzug darstellte, 
bei dem die Verwaltung als ceichenordner, die Künstler als IJeidtragende 
fungierten.  
Die sachlichen Sinwände waren hauptsächlid7 zwei. Srstlich, dab das 
0berlicht des Reichsmuseums ungünstiger sei als das Seitenlicht in der Eus- 
stellung des städtischen Ouseums; zweitens, dass das Gemälde, statt isoliert 
zur Wirkung zu kommen, mit anderen, verschieden organisierten Bildern zu- 
sammen einen Shrensaal mit vor-dringlich reicher Dekoration schmücken solle 
und an dieser Buntheit leide. 
Diese Hnklagen richteten lich vorwiegend gegen den bauleitenden 
F1rchitekten des Ouseums, Peter cuypers, der, bei uns in Deutschland 
3umeist durch seine chätigkeit bei der Herstellung des Oainzer Doms in 
den siebenziger Jahren bekannt-"), den Aufgaben des profanen Ouseums- 
baus, wie man ihm vor-warf, nicht gewachsen gewesen sei. Dem clnbefangenen 
 Friedrich Schneider, Dom zu mainz, S. us. . 
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