Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rembrandt
Person:
Neumann, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-868606
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4409986
Rembrandt haben kennen lernen, kann Tlnbesonnene zum Glauben verführen 
 dies ist der Fall der sogenannten formalen Hesthetik  die Kunst sei 
in diesen formen beschlossen. Die Wahrheit ist aber, dass der Künstler die 
macht und den Bann der form nie abstrakt, sondern immer untrennbar mit 
tausend Smpfindungen und Gefiihlsinhalten zugleich verspiirt"s). Dies ist 
es, was die kiihleren, verstandesmäßigen I2aturen selten begreifen und des- 
halb misZve1-stehen; sie ahnen nicht die tiefe Symbo1ik des Welt3usammen- 
hangs, der keine Trennung zwischen Jnnen und Hulden, zwischen form und 
Gehalt kennt, dem alles Kern und Schale zugleich ist. In dieses wahre 
Wesen sehen nur die GrosZen, fühlend und erschaue:-nd, hinein. 
kehren wir nach dieser Hbschweifung zu Rembrandt zurück, so ist die 
Antwort auf die frage, ob die SIcplosion der späten Rembrandtfarbe einen 
,,Rückfall" in die sinnlichen Bande der malerischen Ausdrucksmittel bedeute, 
gefunden. Diese Farbe hat allen sinnlichen Reiz, wie er die Kinder blendet, 
wie er Rembrandt, das grobe Kind, geblendet hat, aber sie hat zugleich 
tiefsymbolischen Gehalt und mystisohe Wirkung. Das Symbol ist das Ver- 
ständigungsmittel, der Schlüssel vom Sinnlichen zum k2ichtsinnlichen, worin 
das Vergängliche als Gleichnisz des Unverg"a"nglichen erkannt wird. In der 
symbolischen Kraft hat die Kunst ihr mächtigstes Oittel, die Sinnlichkeit zu 
einer unermeßlichen Derspektive der Hhnungen, ja der GewiBheiten zu er- 
weitern. Ist einem erst dieser Geist und diese Kraft in Rembrandt aufge- 
gangen, so wird man immer deutlicher die Spuren des Werdens dieses 
Geistes gewahren. 
l5oubraken erzählt als einen der seltsamen Streiche Rembrandts, den 
er natürlich nicht begriffen hat, wie er auf dem Gemä1de einer Kleopatra 
V) Zeugnisse dafür sind natürlich nicht ganz leicht beizubringen. Doch erinnere i-b an 
Böcs;lin5 iarbensymb01ische Spekulationen, die durch die Mitteilungen 1Ienbachs schon für 
ciie T(Ieima1-er Zeit belegt sind. 1Tenbach erzählt, das; er ihnen widersprochen und sie nicht 
verstanden habe! (c(1yl, Deutsche Reime XXII, I [1897] 297 f.) ferner Gustav Z-I-eytag5 
Zeugnis; über die Un-form von Richard Wagners T(1a1kii1-en, wovon freilich die unbegreiflich 
hämische Kritik freytags abzuziehen ist. (Srinnerungen aus meinem Leben S. 2o4 f.) 
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