Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rembrandt
Person:
Neumann, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-868606
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4409840
opsert und verschafft neben dem Reiz dieses Rontrastes aud) noch der Phan- 
tasie des Beschauers eine wohlthätig empsundene Anregung, das etwa 
Fehlende nachschafsend zu ergänzen. 
Zu den Gewaltsamkeiten der Technik, zu der Ungleichheit und schein- 
baren Tlillkürlichkeit im Grad der Hussührung tritt endlich ein drittes 
hinzu, worüber keine ausdrücklichen Heuszerungen vorliegen, was aber 
zweifellos die allgemeine Verwunderung über das k(olorit der Spätwerke 
gesteigert hat, die eigentümliche farbenwahl. T,(1enn einmal die Studien 
über farbenwahl und farbengeschmack einzelner Meister, ganzer Generationen 
und Jahrhunderte begonnen haben werden, wenn einmal bestimmte Sinsichten 
und Anschauungen darüber bestehen werden, wird auch hierin die Sonderstellung 
Rembrandts ausfallen, von welchen Dingen wir uns mit einigen vorläufigen 
I-Indeutungen zu begnügen haben. Das sieben3ehnte Jahrhundert bringt zwei 
koloristische Richtungen, die sich wohl sogar bei dem nämlichen Meister be- 
rühren können, die aber, in der Hauptsache gesehen, auseinandertreten. Die 
eine entfaltet sich aus der Basis eines warmen kjelldunkels, die andere sucht 
eine vornehm zurückgehaltene, kühle Wirkung. Diese ist im ganzen die 
auss"a"lligere; ihre Vorliebe für kaltes Blau und jede reset-vierte Haltung 
geht Hand in Band mit der Srstarkung der Neigung für die Plastik der 
Hntike bei Guido Reni in dessen späterer Zeit und bei Doussin. clltra- 
marin und dessen Mischung mit Gelb, also "Violett, werden Hauptsarben, 
und es giebt gewisse IJieblings3usammenstellungen wie die Romplement"a"r- 
sarben Blau und Orange, denen man immer wieder  es sei bloß an die 
Immakulaten Murillos mit blauem Mantel aus orangeglühendem Molken- 
grund oder etwa an Guercinos Halbfigurenbild der Brera in Mailand, die 
Husweisung der 15agar, erinnert  begegnet. Bei Vela3que3 gehört die 
Bältung des Rot nach Violett und Blau hinüber zu den erstaunlichsten 
Zeichen des farbengeschmacks dieses Meisters und dieser Zeit. Hus. der 
anderen Seite stehen die meisten I2iederländer, obwohl auch van Dijck das 
feierlich distinguierte Blau der osfi3iellen Rirchlichkeit mit großer Tlirkung 
handhabt; ihre ktoloristik" setzt jener Neigung des Jahrhunderts zur kühlen 
S0o 
        

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